Auf meiner kulinarischen Weltreise durch Marokko durfte ich die legendäre Schweizerin Christine Ferrari besuchen, kennenlernen und interviewen. Sie bot mir sofort das Du an, und ich stellte fest, dass sie eine sehr nette Schweizerin ist. Viele kennen sie als „Safranfrau“ – und ihre Geschichte ist mindestens so besonders wie das Gewürz, das sie anbaut.

Zu Besuch bei der Safranfrau
Vor wenigen Tagen führte mich meine Reise ins Ourika-Tal nahe Marrakesch, an den Fuß des Atlasgebirges. Auf ihrer Safranfarm empfing uns Christine Ferrari herzlich. Wir wurden zu kleinen Snacks, Blütenwasser und erfrischenden Getränken eingeladen und bekamen Gelegenheit, mehr über ihr Leben und ihre Arbeit zu erfahren.
Christine stammt aus Ziefen in der Schweiz. Dort arbeitete sie als Gemeindeschreiberin, doch glücklich machte sie dieser Weg nicht. Nach einer Reise durch Marokko wagte sie einen Neuanfang und wanderte aus. Nach einigen Rückschlägen baute sie im Ourika-Tal ihre Safranplantage auf. Heute pflanzt und erntet sie dort Safran, verkauft ihn in ausgezeichneter Qualität und zeigt Besucherinnen und Besuchern die Pflanzen auf ihrer Farm.

Ein neues Leben im Ourika-Tal
Über ihre Erfahrungen schrieb Christine Ferrari das Buch Die Safranfrau. Sie erzählte uns von den Herausforderungen des Neubeginns und davon, was für sie wahrer Reichtum bedeutet: sich am eigenen Platz wohlzufühlen. Das Gespräch mit ihr war für mich einer jener Begegnungsmomente, die eine Reise lange in Erinnerung bleiben lassen.
Nach einem köstlichen Essen, das sie für uns vorbereitet hatte, durfte ich Christine für meinen Prominententopf nach ihrer Leibspeise fragen. Ihre Antwort: Fischfilet mit Safran-Rahmsoße. Das Rezept findet sich auch in ihrem Buch.

Fischfilet mit Safran-Rahmsoße
Zutaten
Zubereitung
- Schalotten oder Zwiebel schälen und fein hacken. 50 g Butter in einem Topf schmelzen und die Zwiebeln darin glasig dünsten.
- Safranfäden im Mörser zerstoßen, mit 1 EL heißem Wasser verrühren und kurz ziehen lassen. Den Rahm zu den Zwiebeln geben und einige Minuten sanft köcheln lassen.
- Maisstärke mit wenig kaltem Wasser glatt rühren. Safranwasser und angerührte Stärke in die Soße geben. Unter sanftem Köcheln eindicken lassen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
- Fischfilets trocken tupfen. 100 g Butter in einer Pfanne erwärmen und die Filets bei kleiner bis mittlerer Hitze je nach Dicke etwa 3–4 Minuten auf einer Seite braten. Wenden, salzen und pfeffern und auf der zweiten Seite ebenfalls fertig braten.
- Fischfilets auf vorgewärmten Tellern anrichten und mit der warmen Safran-Rahmsoße servieren.
Notizen
Ein Gramm Safran als Reiseandenken
Natürlich konnte ich die Safranfarm nicht ohne ein kleines Andenken verlassen. Ich kaufte ein Döschen mit einem Gramm Safran in bester Qualität. Das ist kein billiges Mitbringsel: Bei rund 30.000 Euro pro Kilo kostet ein Gramm etwa 30 Euro. Dafür braucht man beim Kochen auch nur wenige Fäden, um einem Gericht dieses unverwechselbare Aroma zu geben.
Vielen Dank, liebe Christine, für den herzlichen Empfang, die Einblicke in dein Leben und das Rezept für deine Leibspeise. Danke auch für die nette widmung in dem Buch „Safranfrau“ von dir an Sibylle.

Weitere kulinarische Reisegeschichten
Wenn ihr mit mir weiter auf kulinarische Entdeckungsreise gehen möchtet, findet ihr hier auch meine Tanjia Marrakchia aus Marrakesch, die Pasta mit Meeresfrüchten und das Zatar-Lachsfilet auf Linsen-Tabbouleh.
