Kärntner Ritschert wie früher: Wohlfühlessen für kalte Tage
Mindestens einmal im Jahr wird bei uns Ritschert gekocht – meistens zu Sibylles Geburtstag. Diesmal feiern wir nach, weil wir an ihrem Geburtstag gerade in Nordafrika unterwegs waren.
Deshalb gibt es heute Kärntner Ritschert mit Roggenbrot, dazu Kärntner Bier und Zwetschkenschnaps. Miris Zimtschnecken, geröstete Maroni und Schilchersturm dürfen bei unserer nachgeholten Geburtstagsfeier natürlich auch nicht fehlen.
Belated Birthday Party für Sibylle – Prost und Mahlzeit!

Wenn es draußen kühler wird, tut ein kräftiges Ritschert einfach gut. Es köchelt langsam vor sich hin, erfüllt die Küche mit seinem herzhaften Duft und wärmt von innen. Bei uns in der Familie ist dieses Kärntner Wohlfühlessen besonders beliebt.
Für zwei Personen wird bei uns allerdings nicht gekocht. Ein richtig gutes Ritschert macht man gleich in einem großen Topf – dann bleibt auch noch etwas zum Einfrieren. Darüber freut man sich an einem kalten Herbst oder Wintertag ganz besonders.
Unsere Tochter Miriam ist die Ritschert-Meisterin
Dieses Ritschert hat einen besonderen Anlass: Meine Frau Sibylle feierte am 10. Oktober ihren Geburtstag. Wir waren gerade in Marokko unterwegs und konnten ihren Geburtstag nicht daheim feiern. Jetzt gibt es das Ritschert – und das Geburtstagsessen wird nachgeholt.
Gekocht hat es unsere älteste Tochter Miriam. Wenn es um Kärntner Ritschert geht, ist sie eine wahre Meisterin. Ich sage das als Koch nicht leichtfertig, aber sie kann es tatsächlich um Welten besser als ich. Da überlasse ich ihr den großen Topf gern und freue mich aufs Mitessen. 😉
Die Selchsuppe macht den Geschmack
In ein gutes Ritschert gehört für mich kein magerer Diätschinken. Wir nehmen rohes Bauerngeselchtes, Selchripperln oder eine rohen Brustspitz. Das Fleisch wird zuerst gekocht. So entsteht eine kräftige Selchsuppe, in der anschließend die Rollgerste und die übrigen Zutaten garen. Genau diese Suppe gibt dem Ritschert seinen unverwechselbaren Geschmack.
Eine Einbrenn kommt bei uns niemals hinein. Die Rollgerste bindet das Ritschert beim Kochen von selbst. Am nächsten Tag schmeckt es oft sogar noch besser: schön sämig und richtig durchgezogen.
Ein wichtiger Handgriff kommt gegen Ende der Kochzeit: reichlich Liebstöckl. Bei uns wird er auch Luststock oder Maggikraut genannt. Ohne ihn fehlt einem Kärntner Ritschert einfach etwas Entscheidendes.

Natürlich könnte man ein Ritschert auch im Thermomix machen. Bei uns kommt es lieber in den großen Topf am Herd. So kann man kosten, nachwürzen und dem Gericht die Zeit geben, die es braucht.
Und jetzt muss ich noch etwas zugeben: Meine Tochter Miriam ist beim original Kärntner Ritschert eine wahre Meisterin. Ich glaube sogar, sie kocht es um Welten besser als ich. Das sage ich als Koch nicht leichtfertig – aber wenn es so ist, dann ist es so. 😉
Mein Rezept für Kärntner Ritschert findet ihr hier in meinem Kochbuch 2.0: „Mein Rezept für Kärntner Ritschert“


Kärntner Ritschert mit Selchfleisch
Zutaten
Zubereitung
- Selchfleisch in einem großen Topf mit Wasser bedecken und sanft gar kochen. Herausnehmen, etwas auskühlen lassen und klein würfeln. Die Selchsuppe als Kochbasis aufbewahren.
- Rollgerste in der Selchsuppe kochen.
- Suppengrün und Erdäpfel putzen beziehungsweise schälen und klein würfeln. Etwa zur Hälfte der Garzeit der Rollgerste mit gerösteten Zwiebeln, gehacktem Knoblauch, Lorbeer, Majoran, Thymian und wenig Salbei dazugeben. Weiterköcheln, bis Rollgerste, Gemüse und Erdäpfel weich sind.
- Bohnen abgießen und mit dem gewürfelten Selchfleisch dazugeben. Alles gut erhitzen und bei Bedarf mit Wasser oder Selchsuppe auf die gewünschte Konsistenz bringen.
- Frischen oder tiefgekühlten Liebstöckel sowie Selleriegrün oder Petersilie gegen Ende zugeben. Mit Salz, Pfeffer, bei Bedarf Suppenpaste und einem Spritzer Most- oder Apfelessig abschmecken.
Wie ist es bei euch: Esst ihr Ritschert am liebsten frisch aus dem Topf oder aufgewärmt am nächsten Tag?
