Lammstelzen im Gänsebräter geschmort

Tanjia Marrakchia mit Lammstelzen – Marrakesch zu Besuch bei uns

Es kommt meine ältere Tochter mit ihren Kindern zu Besuch. Wenn die Enkel kommen, soll natürlich etwas Besonderes auf den Tisch – am besten etwas, das nicht jeden Tag auf den Tellern landet und lange Zeit hatte, richtig weich zu werden.

Da musste ich an unsere Marokkoreise denken. In Marrakesch stand die Tanjia Marrakchia auf meinem kulinarischen Wunschzettel: Lamm, Knoblauch, Salzzitrone und Gewürze, die viele Stunden miteinander schmoren. Mein Freund hat damals sogar ein Tajine Pozellanglocke als Handgepäck mit nach Hause genommen – zum Glück ist sie heil angekommen.

n roh im Gänsebräter eingebeizt
eingebeizte Lammstelzen

Marrakesch kommt in den Gänsebräter

Ein Tongefäß wie in Marrakesch habe ich für morgen nicht zur Hand. Dafür einen großen Gänsebräter mit Deckel. Beim türkischen Fleischer am Kinoplatz in St. Ruprecht habe ich sechs Lammstelzen vorbereiten lassen. Die kommen mit Knoblauch, Salzzitrone, Kreuzkümmel, Ingwer und Safran in den Bräter und dürfen bei niedriger Temperatur ganz in Ruhe schmoren.

Traditionell wird Tanjia in einem hohen Tongefäß langsam gegart. Zuhause übernehme ich das Prinzip mit meinem schweren Bräter: Deckel drauf, Geduld haben und den Duft aus dem Ofen für sich sprechen lassen. Die Tanjia ist übrigens nicht mit der bekannteren Tajine zu verwechseln – schon der Name des Tongefäßes ist ein kleiner Hinweis darauf.

Butterzartes Fleisch und weicher Couscous

Statt Fladenbrot gibt es bei uns Couscous. Ich bereite ihn besonders weich zu und serviere ihn mit reichlich würzigem Bratensaft. Für David löse ich das Fleisch vollständig vom Knochen und richte seine Portion so her, wie es zu seiner Schonung nach der Operation passt.

Hier kommt meine Familienversion der Tanjia Marrakchia – mit sechs Lammstelzen und Couscous aus dem eigenen Kochtopf.

Langsam geschmorte Lammstelze auf Reis als Tanjia aus Marrakesch

Tanjia Marrakchia mit Lammstelzen und Couscous

Sechs butterzarte Lammstelzen mit Salzzitrone, Knoblauch, Kreuzkümmel und Safran, langsam im Bräter geschmort. Dazu gibt es weichen Couscous – Marrakesch für den Familientisch.
Vorbereitungszeit 30 Minuten
Zubereitungszeit 5 Stunden
Gesamtzeit 5 Stunden 30 Minuten
Portionen: 6 Personen
Gericht: Hauptgericht
Küche: Marokkanisch

Zutaten
  

Für die Tanjia
  • 6 Lammstelzen vom Fleischer vorbereitet
  • 6 Knoblauchzehen grob zerdrückt
  • 1 marokkanische Salzzitrone geviertelt
  • 2 TL Kreuzkümmel gemahlen
  • 1 TL Ingwerpulver
  • ½ TL schwarzer Pfeffer
  • ½ TL Kurkuma
  • 1 Prise Safranfäden
  • 1 TL Smen ersatzweise Butterschmalz
  • 2 EL Olivenöl
  • 250 ml Wasser
  • Salz nur bei Bedarf, die Salzzitrone ist bereits salzig
Für den Couscous
  • 300 g Couscous
  • 400 ml heiße Gemüse- oder Hühnersuppe für besonders weichen Couscous nach Bedarf etwas mehr
  • 1 EL Butter oder Olivenöl

Zubereitung
 

Für die Tanjia
  1. Den Backofen auf 150 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Salzzitrone vierteln. Wenn sie sehr salzig ist, etwas Fruchtfleisch entfernen; die aromatische Schale verwenden.
  2. Die Lammstelzen mit Knoblauch und Salzzitrone in einen großen, schweren Bräter legen. Kreuzkümmel, Ingwer, Pfeffer, Kurkuma und Safran darüberstreuen. Smen oder Butterschmalz, Olivenöl und Wasser zugeben.
  3. Den Bräter gut verschließen und die Lammstelzen etwa 4½ bis 5 Stunden langsam schmoren lassen. Den Deckel möglichst geschlossen halten.
  4. Das Fleisch ist fertig, wenn es sich mit einer Gabel leicht vom Knochen lösen lässt. Falls der Saft noch sehr dünn ist, den Bräter zum Schluss einige Minuten ohne Deckel in den Ofen stellen.
Für den Couscous
  1. Den Couscous in eine Schüssel geben und mit der heißen Suppe übergießen. Zugedeckt 8 bis 10 Minuten quellen lassen.
  2. Butter oder Olivenöl unterrühren. Für eine besonders weiche Konsistenz noch etwas heiße Suppe zugeben und den Couscous einige Minuten zugedeckt stehen lassen.
  3. Die Lammstelzen mit reichlich Bratensaft und Couscous servieren. Für eine Portion, die besonders weich oder püriert sein muss, das Fleisch vollständig vom Knochen lösen und nach den aktuellen Vorgaben des Behandlungsteams zubereiten.

Zum Schluss ein Glas Minztee

Nach dem Essen darf ein marokkanischer Minztee nicht fehlen. Auf der Reise gehörte er zur Gastfreundschaft einfach dazu. Ich mache ihn zuhause mit grünem Tee und frischer Minze, aber mit weniger Zucker. Beim Eingießen probiere ich es trotzdem ein wenig aus der Höhe – wenn etwas danebengeht, nenne ich es eben Marrakescher Küchenschmäh.

So wird aus einer Urlaubserinnerung ein Familienessen: ein langsam geschmorter Bräter, ein Tisch voller lieber Menschen und ein Hauch Marrakesch mitten in Kärnten. Bssaha – guten Appetit!

Den ursprünglichen Reisebericht aus Marrakesch findest du hier.

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