Linseneintopf

Kantinenklassiker: Eingebrannte Linsen mit Speck und Semmelknödeln

Symbolbild: Linseneintopf mit Speck. Foto: John Vid / Unsplash.

Montag wird bei vielen nicht groß aufgekocht. Manche gehen ins Gasthaus, ins Restaurant oder in die Kantine. Für mich wäre das ein Rückschritt: Ich stehe noch immer gern selbst am Herd. Dann weiß ich, was in den Topf kommt – und vor allem, wie es gekocht wird.

Kantinenklassiker

Der Preis ist für mich dabei nebensächlich. In einem günstigen Gasthaus wäre ich wahrscheinlich sogar billiger dran. Aber mir geht es um Qualität und um mehr, als einfach nur satt zu werden. Satt würde ich auch mit einer Extrawurstsemmel. Kochen ist für mich Gehirnjogging und vor allem ein großer Spaß. Essen ist Kultur.

semmelknödel

Semmelknödel vom Vortag bekommen ein zweites Leben

So, jetzt wird’s aber ernst: Von gestern sind noch Semmelknödel übrig. Die passen perfekt zu einem kräftigen Linseneintopf mit Speck. Genau solche Gerichte mag ich am Montag: unkompliziert, gschmackig und ohne großes Tamtam.

Linsen und andere Hülsenfrüchte kommen bei mir gern öfter auf den Tisch. Während eines Kochkurses in Indien habe ich auch Dal kennengelernt – dort gibt es viele verschiedene Linsengerichte. Heute koche ich eine österreichische Variante: braune Linsen, Speck und eine leichte Einbrenn. Ein Schuss Essig bringt zum Schluss die nötige Frische.

Ein einfacher Kantinenklassiker mit viel Geschmack

Die Linsen köcheln mit Zwiebel, Karotte und Gewürzen weich. Der Speck gibt ihnen ein rauchiges Aroma, die Einbrenn macht den Eintopf sämig. Dazu wärme ich die Knödel vom Vortag auf – in Scheiben geschnitten und kurz in der Pfanne gebraten schmecken sie besonders gut. Wer sie lieber weich mag, kann sie auch im Dampf erwärmen.

Wenn du noch mehr Hausmannskost suchst: Hier findest du auch meinen Szegediner Gulasch mit Salzkartoffeln und die Tirolerknödel mit rahmiger Champignonsauce.

Eingebrannte Linsen mit Speck und Semmelknödeln

Das Rezept ist für zwei Personen gedacht. Ich rechne mit zwei bereits gekochten Semmelknödeln vom Vortag. Bei getrockneten Linsen bitte die Packungsangabe beachten – manche Sorten brauchen Einweichzeit.

Linseneintopf

Eingebrannte Linsen mit Speck und Semmelknödeln

Würzige braune Linsen mit Speck, sämig eingebrannt und mit einem Schuss Essig abgeschmeckt. Dazu passen übrig gebliebene Semmelknödel vom Vortag.
Vorbereitungszeit 15 Minuten
Zubereitungszeit 40 Minuten
Gesamtzeit 55 Minuten
Portionen: 2 Personen

Zutaten
  

  • 160 g braune Tellerlinsen trocken
  • 80 g Bauchspeck klein gewürfelt
  • 1 kleine Zwiebel fein gehackt
  • 1 kleine Karotte klein gewürfelt
  • 1 EL Butter oder Schmalz
  • 1 EL Mehl für die Einbrenn
  • 500 ml Wasser oder milde Suppe
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 TL Majoran
  • 1 TL mittelscharfer Senf
  • 1 EL Apfelessig oder nach Geschmack
  • Salz und schwarzer Pfeffer vorsichtig salzen, da der Speck würzt
  • 2 Semmelknödel bereits gegart, vom Vortag

Zubereitung
 

  1. Linsen in einem Sieb gründlich abspülen. Falls die Packungsangabe es vorsieht, einige Stunden einweichen; Einweichwasser anschließend wegschütten.
  2. Speck in einem Topf bei mittlerer Hitze auslassen. Zwiebel und Karotte zugeben und im Speckfett einige Minuten anschwitzen.
  3. Linsen, Lorbeerblatt und Majoran einrühren. Mit Wasser oder Suppe aufgießen und zugedeckt etwa 25 bis 35 Minuten sanft köcheln lassen, bis die Linsen weich sind. Bei Bedarf Flüssigkeit nachgießen.
  4. Butter oder Schmalz in einer kleinen Pfanne schmelzen. Mehl einrühren und bei mittlerer Hitze hell goldgelb rösten. Die Einbrenn mit etwas heißer Linsenflüssigkeit glatt rühren.
  5. Einbrenn unter die Linsen rühren und den Eintopf noch 5 bis 8 Minuten sanft köcheln lassen, bis er sämig ist. Senf und Essig einrühren und mit Pfeffer und vorsichtig mit Salz abschmecken.
  6. Semmelknödel vom Vortag in Scheiben schneiden und separat in wenig Butter in einer Pfanne erwärmen oder im Dampf erhitzen. Mit den heißen Linsen servieren.
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