Boris Bukowski Leibspeise ist mit einer wunderbaren Familiengeschichte verbunden: Karfiol mit Butterbröseln und grüner Salat mit steirischem Kernöl.
Manchmal steckt hinter einem einfachen Gericht eine Geschichte, die besser ist als jedes aufwendig gekochte Menü. Genau so eine Geschichte hat mir der österreichische Rockmusiker Boris Bukowski für meine Serie „Prominente erzählen mir ihre Leibspeise“ geschickt.

Und das passt diesmal ganz besonders gut: Am Samstag bin ich gemeinsam mit meiner Frau, Freunden und Bekannten bei seinem Konzert auf der Burgruine Finkenstein dabei. Eine großartige Kulisse, gute Musik und hoffentlich ein lauer Sommerabend – Herz, was willst du mehr?

Meine Anfrage an Boris Bukowski
Ich hatte Boris Bukowski gefragt, welche Speise für ihn mit einer besonderen Erinnerung verbunden ist. Seine Antwort ließ zwar ein wenig auf sich warten, doch er entschuldigte sich charmant: Er sei gerade völlig im Stress gewesen.
Dann erzählte er mir eine wunderbare Geschichte aus seinem Familienleben.

Seine damals siebenjährige Tochter Nina lebte bei ihrer Mutter in Kalifornien und verbrachte einen halben Sommer bei ihrem Vater in Wien. Eines Tages fragte ein anwesender Freund das Mädchen, was ihr in Wien am besten gefalle.
Ninas Antwort kam prompt:
An erster Stelle stand grüner Salat mit steirischem Kernöl, an zweiter Stelle Karfiol mit Butter und Bröseln – und erst an dritter Stelle kam der Papa.
Der Freund wollte Boris natürlich ein wenig nach vorne helfen und fragte, ob der Papa nicht vielleicht noch vor dem Karfiol kommen sollte.
Nina bemerkte ihr kleines Missgeschick und rettete sich mit einer herrlichen Antwort:
„Nein, denn Karfiol kann ich essen, aber den Papa kann ich nur beißen!“
Schlagfertiger kann man mit sieben Jahren kaum sein. Und seien wir ehrlich: Gegen einen richtig guten Karfiol mit goldbraunen Butterbröseln hat selbst ein berühmter Rockmusiker einen schweren Stand.
Die Geschichte rund um Boris Bukowski Leibspeise zeigt, wie eng gutes Essen und persönliche Erinnerungen miteinander verbunden sind.
Einfache Gerichte bleiben in Erinnerung
Karfiol mit Butterbröseln ist keine komplizierte Speise und braucht auch keine ausgefallenen Zutaten. Gerade deshalb gehört dieses Gericht für mich zu jener ehrlichen Küche, die Erinnerungen weckt.
Der Karfiol soll weich, aber nicht zerkocht sein. Die Brösel müssen in guter Butter langsam goldbraun geröstet werden. Dazu passt ein grüner Salat mit steirischem Kürbiskernöl – genauso, wie ihn Boris’ Tochter damals in Wien lieben gelernt hatte.
Das ist kein großes Bühnenmenü, sondern ein einfaches Essen mit Herz. Und manchmal sind genau solche Gerichte die größten Stars.

Rezept: Karfiol mit Butterbröseln und grünem Kernölsalat
Zutaten für 4 Personen
Für den Karfiol
- 1 großer Karfiol
- Salz
- 1 Prise Zucker
- 80 g Butter
- 100 g Semmelbrösel
- etwas frisch geriebene Muskatnuss
- frisch gemahlener Pfeffer
- gehackte Petersilie nach Geschmack
Für den grünen Salat
- 1 großer Häuptelsalat oder zwei kleine Salathäuptel
- 3 EL Apfel- oder Weißweinessig
- 4 EL steirisches Kürbiskernöl
- 1 kleine Knoblauchzehe
- Salz
- eine Prise Zucker
- bei Bedarf etwas Wasser
Zubereitung
Karfiol kochen
Den Karfiol von den äußeren Blättern befreien und den Strunk etwas kürzen. Anschließend den ganzen Karfiol gründlich waschen. Wer möchte, kann ihn auch in größere Röschen teilen.
In einem ausreichend großen Topf Salzwasser mit einer kleinen Prise Zucker zum Kochen bringen. Den Karfiol hineingeben und je nach Größe etwa 12 bis 18 Minuten sanft kochen.
Er soll gar sein, aber noch seine Form behalten. Ein zerfallener Karfiol schaut am Teller aus, als hätte er schon vor dem Konzert zu viel getanzt.
Den gekochten Karfiol vorsichtig aus dem Wasser heben und gut abtropfen lassen.
Butterbrösel zubereiten
Die Butter in einer Pfanne langsam schmelzen lassen. Die Semmelbrösel dazugeben und bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren goldbraun rösten.
Dabei unbedingt bei der Pfanne bleiben. Zwischen goldbraun und verbrannt liegt bei Bröseln oft nur ein halber Refrain.
Die Butterbrösel mit etwas Salz, Pfeffer und einer kleinen Prise Muskatnuss abschmecken. Anschließend großzügig über dem heißen Karfiol verteilen und mit gehackter Petersilie bestreuen.
Grünen Salat marinieren
Den Salat waschen, gut abtropfen lassen und in mundgerechte Stücke teilen.
Aus Essig, Salz, Zucker, zerdrücktem Knoblauch und etwas Wasser eine Marinade anrühren. Erst kurz vor dem Servieren über den Salat geben und zum Schluss das steirische Kürbiskernöl darüberträufeln.
Mein Küchentipp
Die Brösel sollten nicht einfach nur in heißer Butter geschwenkt werden. Lasst ihnen etwas Zeit, damit sie gleichmäßig goldbraun und richtig knusprig werden.
Wer das Gericht als Hauptspeise serviert, kann zusätzlich Petersilienerdäpfel oder ein weich gekochtes Ei dazu reichen. Für mich braucht es aber gar nicht viel mehr: Karfiol, Butterbrösel und einen knackigen grünen Salat mit bestem Kernöl.
Am Samstag wird gerockt
Nach dieser Geschichte freue ich mich noch mehr auf Samstag. Gemeinsam mit meiner Frau, Freunden und Bekannten geht es zum Konzert von Boris Bukowski auf die Burgruine Finkenstein.
Vielleicht muss ich während des Konzerts kurz an Nina, den Karfiol und den Papa auf Platz drei denken. Boris möge es mir verzeihen – aber gegen goldbraune Butterbrösel anzutreten, ist auch für einen echten Rocker keine leichte Aufgabe.
Danke, Boris Bukowski, für diese persönliche und humorvolle Erinnerung. Sie zeigt wieder einmal: Die schönsten kulinarischen Geschichten entstehen nicht in einer Sterneküche, sondern mitten im Leben.
Und jetzt heißt es: zuerst Karfiol genießen – und am Samstag wird gerockt!
Pressefoto von Peter Korrak und von mir bearbeitet
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