Sataraš und Shakshouka – vom Balkan bis zum Naschmarkt

Sataraš und Shakshouka bestehen aus ähnlichen Zutaten und stammen doch aus unterschiedlichen Küchentraditionen. Das eine Gericht lernte ich in einer kleinen Einheimischenkneipe in Belgrad kennen, das andere beim Frühstück im NENI am Wiener Naschmarkt.

Weltreise

Manchmal entdeckt man die besten Gerichte nicht im Kochbuch, sondern auf Reisen – in kleinen Lokalen, in denen niemand Deutsch spricht und man sich trotzdem bestens versteht.

So ging es meiner Frau und mir auf einer 14-tägigen Reise durch den Balkan. In Belgrad landeten wir in einer richtigen Einheimischenkneipe. Keine Touristenkarte, kein deutsches Wort – nur wir zwei mittendrin.

Bestellt wurde mit Händen und Füßen. Und weil ich als Koch natürlich wissen wollte, was da so herrlich duftend aus der Küche kam, habe ich dem Koch ebenfalls mit Händen, Füßen und ein paar Brocken Englisch das Rezept entlockt.

Das Gericht hieß Sataraš.

Ein einfacher Gemüseeintopf aus Paprika, Tomaten und Zwiebeln. Nichts Kompliziertes – aber genau solche Gerichte bleiben oft am längsten in Erinnerung.

neni lokal
Kulinarische Reporter Tour

Vom Balkan zum Wiener Naschmarkt

Vor einem Jahr zu meinem Geburtstag war ich in Wien. Anlass war ein Konzert meines Lieblings-Musicalstars Drew Sarich, den ich sogar persönlich kennenlernen durfte. Die Karten für das Konzert waren ein Geburtstagsgeschenk.

An der Bar ergab sich ein kleines kulinarisches Gespräch mit Drew Sarich für meine damalige Serie über die Leibspeisen prominenter Menschen – heute besser bekannt als mein Prominententopf.

Am nächsten Morgen ging es zum Frühstück auf den Naschmarkt. Und dort gibt es für mich eigentlich nur eine Adresse: das NENI.

Bei NENI habe ich sogar schon einmal einen Kochkurs besucht. Die Lokale wurden von Haya Molcho und ihrer Familie bekannt gemacht und stehen für eine Mischung aus orientalischer Küche, Familienrezepten und Gerichten zum gemeinsamen Genießen.

Und was bestellt man dort um neun Uhr morgens?

Natürlich etwas Orientalisches: Shakshouka.

Eier, die in einer würzigen Tomaten-Paprika-Sauce pochiert werden. Dazu Brot – und fertig ist ein Frühstück, das auch locker als Mittag- oder Abendessen durchgeht.

delicious shakshouka with eggs and pita bread
Shakshouka bei Neni am Naschmarkt-Frühstück

Sataraš und Shakshouka – ähnlich und doch verschieden

Auf den ersten Blick sehen sich die beiden Gerichte sehr ähnlich.

Beide bestehen hauptsächlich aus:

  • Paprika
  • Tomaten
  • Zwiebeln
  • Knoblauch
  • Gewürzen

Der große Unterschied liegt bei den Eiern.

Beim Sataraš können Eier untergerührt werden, müssen aber nicht. Es ist in erster Linie ein geschmortes Gemüsegericht.

Bei der Shakshouka gehören die Eier unbedingt dazu. Sie werden direkt in der Tomatensauce pochiert.

Sataraš ist typisch für den Balkan, Shakshouka ist vor allem in Nordafrika und im Nahen Osten verbreitet.

Zwei Regionen, ähnliche Zutaten – aber ein völlig anderer Charakter.


a dish with vegetables
Sataraš in Belgrad zum Frühstück

Rezept für Sataraš

Zutaten für 4 Personen

  • 3 große Paprika, am besten rot, gelb und grün
  • 4 reife Tomaten oder 1 Dose gehackte Tomaten
  • 2 große Zwiebeln
  • 2 Knoblauchzehen
  • 3 EL Öl
  • 1 TL Paprikapulver edelsüß
  • Salz
  • Pfeffer
  • etwas Petersilie
  • nach Wunsch 2 bis 3 Eier

Zubereitung

Die Zwiebeln schälen, halbieren und in Streifen schneiden.

Paprika putzen, entkernen und ebenfalls in Streifen schneiden. Die Tomaten würfeln. Frische Tomaten können vorher kurz überbrüht und geschält werden.

Das Öl in einer großen Pfanne oder einem breiten Topf erhitzen. Die Zwiebeln darin langsam glasig anbraten.

Paprika dazugeben und einige Minuten mitbraten. Anschließend Knoblauch, Tomaten und Paprikapulver einrühren.

Mit Salz und Pfeffer würzen und das Gemüse bei kleiner bis mittlerer Hitze etwa 20 bis 30 Minuten schmoren lassen.

Das Gemüse soll weich sein, aber nicht völlig zerkochen. Sataraš darf ruhig noch ein wenig Struktur haben.

Wer Eier dazugeben möchte, verquirlt diese kurz und rührt sie am Ende unter das heiße Gemüse. Nur so lange stocken lassen, bis die Eier cremig gebunden sind.

Mit Petersilie bestreuen.

Dazu passt

Sataraš schmeckt mit Weißbrot, Reis, Erdäpfeln, Fleisch oder gegrilltem Fisch.

Auch kalt oder lauwarm ist es ausgezeichnet.


Rezept für Shakshouka

Zutaten für 4 Personen

  • 2 rote Paprika
  • 1 große Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Dose gehackte Tomaten, etwa 400 g
  • 4 bis 6 Eier
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 TL Kreuzkümmel
  • 1 TL Paprikapulver
  • etwas Chili oder Chiliflocken
  • Salz
  • Pfeffer
  • frische Petersilie oder Koriander

Zubereitung

Zwiebel und Paprika klein schneiden.

Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen. Zwiebeln und Paprika darin weich anbraten.

Knoblauch, Kreuzkümmel, Paprikapulver und etwas Chili dazugeben und kurz mitrösten. Dabei aufpassen, dass die Gewürze nicht verbrennen.

Die gehackten Tomaten dazugeben, mit Salz und Pfeffer würzen und etwa 15 Minuten einkochen lassen.

Mit einem Löffel kleine Mulden in die Sauce drücken. Die Eier einzeln aufschlagen und vorsichtig in die Mulden gleiten lassen.

Die Pfanne zudecken und die Eier bei kleiner Hitze etwa 5 bis 8 Minuten stocken lassen.

Das Eiweiß soll fest sein, der Dotter darf innen noch schön cremig bleiben.

Mit Petersilie oder Koriander bestreuen und direkt in der Pfanne servieren.

Dazu passt

Am besten schmeckt Shakshouka mit frischem Weißbrot, Fladenbrot oder Pita.

Damit kann man die würzige Sauce wunderbar aus der Pfanne auftunken – und genau so soll es sein.

Mein Fazit

Sataraš und Shakshouka zeigen wieder einmal, wie spannend unsere Weltreise am Teller sein kann.

Ein Gericht habe ich in einer kleinen Kneipe in Belgrad kennengelernt, das andere zum Frühstück am Wiener Naschmarkt.

Beide Gerichte kommen mit einfachen Zutaten aus, sind schnell gemacht und schmecken nach Urlaub.

Und manchmal braucht man gar keine gemeinsame Sprache.

Eine heiße Pfanne, gutes Essen und ein Koch, der stolz auf sein Rezept ist, reichen völlig aus.

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