Heute geht es wieder ins Paradies.
Wobei natürlich jeder Mensch sein eigenes Paradies hat. Die einen lieben die Berge und Almen, andere fahren mit dem Rad oder dem Moped Kilometer um Kilometer. Manche sind am glücklichsten in den eigenen vier Wänden.
Mich hingegen zieht es ans Meer.
Genauer gesagt nach Valalta bei Rovinj. Dorthin, wo eine leichte Meeresbrise weht, unser Wohnwagen fast direkt am Meer steht und man außerdem auf störende Kleidung verzichten kann. Valalta ist schließlich eines der größten und bekanntesten Naturistenresorts Europas.
Und genau dort fühlen meine Frau und ich uns seit vielen Jahren wohl.

Dieses Mal reisen unsere Enkerl mit
Heuer wird unser Campingurlaub besonders lebendig, denn wir nehmen unsere Enkerl mit.
Wir freuen uns schon aufs Schwimmen, Radfahren und auf all die kleinen Abenteuer, die sich am Meer ergeben. Mit Kindern lässt sich ohnehin nicht jeder Tag genau planen – und das ist auch gut so.
Ein strenger Zeitplan wäre in Valalta völlig fehl am Platz. Wir wollen gemeinsam frühstücken, ans Meer gehen, vielleicht einen Ausflug machen und den Tag so nehmen, wie er kommt.
Später kommt auch noch ein Teil unserer Familie für einen Kurzurlaub dazu. Dann wird es rund um unseren Wohnwagen wahrscheinlich noch lebendiger. Ruhiger Familienurlaub schaut vielleicht anders aus – aber langweilig wird es uns bestimmt nicht.
Nach fast 40 Arbeitsjahren zählt die gemeinsame Zeit
Mittlerweile kann ich mir einen besonderen Luxus erlauben. Nicht unbedingt den Luxus des Geldes, sondern den viel wertvolleren Luxus der Zeit.
Fast 40 Jahre habe ich gearbeitet. Jetzt bin ich in Pension und sage ganz ehrlich: Es ist genug.
Solange wir gesund sind, wollen meine Frau und ich die gemeinsame Zeit genießen. Möglichst wenig Stress, nicht ständig irgendeiner Arbeit hinterherlaufen und schon gar nicht mehr dem Geld nachjagen.
Jetzt zählen für uns die Familie, die Enkerl, gute Freunde und jene Momente, an die man sich später gerne erinnert.
Wenn aus der Camperstraße eine Festtafel wird
Eine schöne Tradition hat sich über die Jahre entwickelt.
Wenn mehrere Freunde, Bekannte oder Familienmitglieder gleichzeitig am Campingplatz sind, ergibt sich oft ganz spontan eine gesellige Runde. Große Vorbereitungen braucht es bei Campern nicht.
Jeder bringt seinen Sessel mit, vielleicht noch ein Getränk, ein paar Tische werden zusammengestellt – und schon wird aus der Camperstraße eine lange Festtafel.
Und was dort im Laufe der Jahre schon alles aufgetischt wurde!
Pljeskavica, Kärntner Käsnudeln, Rindsgulasch, Bohneneintopf, Bruschetta, italienische Jause, Lavanttaler Speckjause und sogar gegrillte Calamari.
Das sind genau die Abende, die ich liebe. Kein Dresscode – in einem FKK-Resort wäre der sowieso schwierig –, kein Kellner, keine Speisekarte und keine Rechnung am Schluss.
Dafür Freunde, gutes Essen und viel Zeit.
Was ich heuer koche, steht noch nicht fest
Natürlich werde ich auch in diesem Urlaub wieder einmal für eine größere Runde kochen. Was genau es geben wird, entscheide ich aber erst vor Ort.
Vielleicht mache ich eine große Portion Pasta asciutta. Dieses Gericht mögen die Kinder, es lässt sich unkompliziert vorbereiten und mit einem großen Topf bekommt man auch eine hungrige Familie satt.
Vielleicht wird es aber etwas ganz anderes. Beim Campen richtet sich der Speiseplan schließlich nach dem Wetter, dem Einkauf, der Anzahl der Gäste und vor allem danach, worauf wir gerade Lust haben.
Und gekocht wird nicht gleich am Anfang unseres Urlaubs. Zuerst wollen wir ankommen, alles einrichten und gemeinsam mit unseren Enkerln die ersten Tage genießen.
Wenn später die Familie zum Kurzurlaub eintrifft und wir Zeit für eine gemütliche Runde haben, wird sich das passende Essen schon ergeben. Bei mir ist schließlich noch niemand hungrig vom Tisch aufgestanden.
Kochen ohne Urlaubsstress
Auch als gelernter Koch muss ich im Urlaub nicht jeden Tag ein großes Menü auf den Tisch stellen.
Manchmal genügt frisches Weißbrot, Käse, istrischer Pršut und ein knackiger Salat. An einem anderen Tag wird gegrillt oder wir holen uns etwas in einem Lokal.
Und wenn sich eine größere Runde ankündigt, stelle ich eben einen ordentlichen Topf auf den Herd. Ob darin Pasta asciutta, Gulasch oder etwas ganz anderes köchelt, werde ich euch natürlich berichten.
Vielleicht entsteht dabei auch gleich ein neues Rezept für meinen Blog.
So stelle ich mir Pension vor
Wenn am Abend die Sonne über dem Meer untergeht, die Enkerl ihren Spaß haben und die Familie oder gute Freunde rund um unseren Wohnwagen sitzen, brauche ich kein Fünf-Sterne-Hotel.
Ein gut gekühlter Malvazija-Spritzer, eine gemeinsame Jause und genügend Zeit füreinander sind oft viel mehr wert.
So stelle ich mir Pension vor:
Nicht Termine sammeln, sondern Erinnerungen.
Denn das Paradies ist dort, wo man selbst gerne bleiben möchte. Und meines liegt ziemlich genau an der istrischen Adriaküste.
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