Bei diesen sommerlichen Höchsttemperaturen braucht es nicht immer ein schweres Dessert. Manchmal reicht eine gut gekühlte Wassermelone – saftig, süß und herrlich erfrischend.
Heute habe ich mir am Südring eine Viertel-Wassermelone geholt. Dort gibt es diese riesengroßen Melonen aus dem Süden, die oft an die zehn Kilogramm oder sogar noch mehr wiegen. Das sind keine kleinen Melönchen, die man nebenbei unter den Arm klemmt. Da braucht man fast schon einen Einkaufswagen mit verstärkter Achse.
Für mich haben diese großen, kernhaltigen Wassermelonen einen ganz besonderen Geschmack. Sie erinnern mich an Urlaub, Sonne und jene Marktstände im Süden, bei denen die Melonen frisch aufgeschnitten werden und der süße Saft bereits beim ersten Bissen über die Finger läuft.

Wassermelone: viel Wasser und wenig Kalorien
Die Wassermelone trägt ihren Namen völlig zu Recht: Sie besteht zu rund 91 Prozent aus Wasser. Gerade an heißen Sommertagen ist sie deshalb eine wunderbare Erfrischung und hilft dabei, über die Nahrung zusätzliche Flüssigkeit aufzunehmen.
Dabei ist sie ausgesprochen kalorienarm. 100 Gramm Wassermelone liefern ungefähr 30 Kilokalorien. Selbst eine größere Portion schlägt daher nicht gleich so schwer zu Buche wie Eis, Kuchen oder andere süße Nachspeisen.
Natürlich enthält die Melone auch natürlichen Fruchtzucker. Wer auf seinen Blutzucker achten muss, sollte deshalb nicht gleich die halbe Zehn-Kilo-Melone allein verdrücken. Eine normale Portion von etwa 200 bis 300 Gramm passt aber für viele Menschen gut in eine ausgewogene Ernährung.

Welche Vitamine stecken in der Wassermelone?
Wassermelone besteht zwar hauptsächlich aus Wasser, sie ist aber keineswegs nur buntes Zuckerwasser. Sie enthält unter anderem:
- Vitamin C für das Immunsystem und den Zellschutz
- Provitamin A beziehungsweise Beta-Carotin
- Vitamin B6
- Kalium
- Magnesium
- den Pflanzenstoff Lycopin
Besonders interessant ist das Lycopin. Dieser rote Pflanzenfarbstoff kommt auch in Paradeisern vor und gehört zu den Antioxidantien. Wassermelone zählt sogar zu den besonders lycopinreichen Lebensmitteln. Antioxidantien helfen dem Körper dabei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen.
Die Wassermelone ist also keine Vitaminbombe wie eine schwarze Johannisbeere. Dafür bringt sie Flüssigkeit, Geschmack, wertvolle Pflanzenstoffe und nur wenige Kalorien auf einen Teller – und das ist im Hochsommer schon eine ganze Menge.
So habe ich meine Wassermelone verarbeitet
Die Hälfte meiner Viertelmelone habe ich sofort in den Kühlschrank gegeben. Gut gekühlt schmeckt sie für mich einfach am besten.
Danach habe ich sie in handliche Stücke geschnitten. So kann sich jeder jederzeit ein Stück aus dem Kühlschrank holen, ohne zuerst mit einem riesigen Messer und einer halben Melonenplantage kämpfen zu müssen.
Beim restlichen Teil habe ich die grüne Schale und den weißen Rand entfernt. Das rote Fruchtfleisch kam in den Thermomix und wurde nur kurz und vorsichtig aufgemixt.
Nicht zu lange mixen, sonst wird aus dem Melonensaft fast schon ein Schaumbad.
Anschließend habe ich alles durch ein feines Haarsieb gegossen. Dadurch bleiben die schwarzen Kerne und gröberen Fruchtteile im Sieb zurück und man erhält einen wunderbar frischen, leuchtend roten Wassermelonensaft.

Wassermelonen-Prosecco-Cocktail
Aus diesem Saft habe ich einen herrlichen Sommercocktail gemacht. Einfacher geht es kaum.
Zutaten pro Glas
- 100 ml frischer Wassermelonensaft
- 100 ml gut gekühlter Prosecco
- einige Eiswürfel
- nach Wunsch ein Stück Wassermelone oder etwas Minze zum Garnieren
Zubereitung
Ein großes Glas mit Eiswürfeln füllen. Den frischen Wassermelonensaft hineingießen und mit gut gekühltem Prosecco auffüllen.
Einmal vorsichtig umrühren und sofort servieren.
Das Getränk ist fruchtig, spritzig und nicht zu schwer. Bei diesen Temperaturen ein Gedicht – allerdings sollte man nicht vergessen, dass Alkohol den Körper nicht besser mit Flüssigkeit versorgt. Zwischendurch gehört daher immer auch ein Glas Wasser auf den Tisch.

Alkoholfreier Wassermelonen-Spritzer
Mindestens genauso erfrischend ist die alkoholfreie Variante.
Dafür einfach den Prosecco durch eiskaltes Sodawasser oder Mineralwasser ersetzen:
- eine Hälfte Wassermelonensaft
- eine Hälfte Sodawasser
- reichlich Eiswürfel
Wer möchte, gibt noch einen Spritzer Limetten- oder Zitronensaft dazu. Auch ein paar Blätter frische Minze passen sehr gut.
Dieser alkoholfreie Melonenspritzer schmeckt Kindern, Autofahrern und allen, die bei großer Hitze lieber einen klaren Kopf behalten möchten.
Und was ist mit kernlosen Wassermelonen?
Ich persönlich greife lieber zu den großen, kernhaltigen Wassermelonen. Für mich gehören die schwarzen Kerne zu einer richtigen Wassermelone einfach dazu. Außerdem schmecken mir diese großen Früchte aus dem Süden oft aromatischer.
Trotzdem muss man fairerweise sagen: Kernlose Wassermelonen kommen nicht automatisch aus einem Labor und sind normalerweise auch nicht gentechnisch verändert. Sie werden durch gezielte Kreuzung von Melonensorten gezüchtet. Auch kernlose Sorten benötigen bei der Fruchtbildung eine Bestäubung.
Ob mit oder ohne Kerne, bleibt daher letztlich Geschmackssache. Ich bleibe bei meiner Melone mit schwarzen Kernen – und das Haarsieb erledigt beim Saft den Rest.
Mein Sommerfazit
Wassermelone ist süß, saftig, kalorienarm und bei großer Hitze eine der besten Erfrischungen überhaupt. Sie schmeckt direkt aus dem Kühlschrank, im Obstsalat, als Saft oder gemeinsam mit Prosecco beziehungsweise Sodawasser.
Probiert meinen Wassermelonen-Cocktail unbedingt einmal aus. Viel Arbeit macht er nicht, aber beim ersten Schluck fühlt man sich beinahe wie im Urlaub im Süden.
Und wenn die Melone zehn Kilogramm wiegt, ist zumindest genug für die ganze Familie da. Oder für einen sehr durstigen Koch.
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