Paprikahendl wurde von meiner Frau jahrelang verschmäht. Mehr noch: Sie ekelte sich regelrecht davor, weil es dieses Gericht bei ihr zu Hause früher des Öfteren gegeben hatte.
Für mich war das schwer zu verstehen, denn ich liebe diese ungarische Spezialität. Also musste ich herausfinden, wo der Übeltäter liegt.
Und siehe da: Es war die Hühnerhaut.
Knusprig gebraten oder frisch vom Grill ist Hühnerhaut natürlich etwas Herrliches. Aber gekocht oder gedünstet wird sie oft dick, fett und schlabberig. Und genau das konnte meine Frau überhaupt nicht leiden.
Seitdem entferne ich bei Geflügelgerichten, die gekocht, pochiert oder gedünstet werden, grundsätzlich die Haut. Und plötzlich schmeckt das Paprikahendl auch meiner Frau. Manchmal liegt es eben nicht am Gericht, sondern nur an einer einzigen Zutat – oder an ihrer Konsistenz.

Paprikahendl mit Hühneroberkeulen
Diesmal habe ich österreichische Hühneroberkeulen verwendet. Sie waren zwar mit Haut, aber die habe ich vor dem Braten entfernt.
Zutaten für 4 Personen
- 6 bis 8 Hühneroberkeulen
- 2 große Zwiebeln
- 3 rote Paprika
- 2 Knoblauchzehen
- 1 EL Tomatenmark
- 1 EL edelsüßes ungarisches Paprikapulver
- etwas scharfes Paprikapulver
- 1 EL Mehl
- etwa 500 ml Wasser oder Hühnersuppe
- etwas abgeriebene Zitronenschale
- 1 TL Majoran
- ½ TL gemahlener Kümmel
- Salz
- schwarzer Pfeffer
- etwas Sriracha für eine dezente Schärfe
- Schweineschmalz zum Anbraten
Zubereitung
Zuerst die Haut von den Hühneroberkeulen entfernen. Das Fleisch salzen und pfeffern.
Etwas Schweineschmalz in einem großen Topf erhitzen und die Hühnerstücke rundherum kräftig anbraten. Danach aus dem Topf nehmen und beiseitestellen.
Die Zwiebeln in Streifen schneiden und im Bratenrückstand goldgelb anrösten. Das Tomatenmark dazugeben und kurz mitrösten.
Nun den Topf kurz von der heißen Platte ziehen. Edelsüßes und scharfes Paprikapulver einrühren. Paprikapulver darf nicht verbrennen, sonst wird es bitter.
Mit etwas Mehl stauben und anschließend mit Wasser oder Hühnersuppe aufgießen.
Mit Knoblauch, Salz, Pfeffer, Majoran, gemahlenem Kümmel und etwas Zitronenschale würzen. Für eine dezente Schärfe gebe ich noch ein wenig Sriracha dazu.
Die roten Paprika in Würfel schneiden und in die Sauce geben. Alles etwa 15 Minuten weich dünsten.
Danach die Sauce mit dem Pürierstab fein mixen. So wird sie besonders cremig und man braucht nicht unbedingt Schlagobers oder Sauerrahm.
Die angebratenen Hühnerstücke wieder in die Sauce legen und zugedeckt noch etwa 30 Minuten sanft dünsten, bis das Fleisch weich und saftig ist.
Zwischendurch umrühren und bei Bedarf noch etwas Flüssigkeit nachgießen.
Was passt zum Paprikahendl?
Für mich gehören zum Paprikahendl am liebsten selbst gemachte Nockerln. Aber auch Reis oder Nudeln passen wunderbar dazu.
Ein einfaches, ehrliches Gericht – und ganz ohne schlabberige Hühnerhaut.
Mahlzeit!
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Paprikahendl immer ohne Haut und mit Hörnchen
Richtig