Nun heißt es wieder Abschied nehmen von Valalta. Insgesamt durften wir heuer zweieinhalb Monate im FKK-Paradies bei Rovinj verbringen: eineinhalb Monate im Frühsommer und jetzt im Altweibersommer noch einmal einen ganzen Monat.
Es war eine wunderschöne Zeit – auch wenn uns das Wetter zweimal ordentlich gezeigt hat, wer der Chef an der Adria ist. Zwei starke Gewitter hatten es wirklich in sich. Sogar eine Wasserhose und zwei Tornados waren dabei. Vom schweren Hagelunwetter ganz zu schweigen: Die Hagelkörner schlugen Löcher in unsere Dachfenster und schmälerten damit unser Urlaubsbudget erheblich.
Zum Glück war Branko zur Stelle. Er reparierte den Schaden und tauschte die kaputten Fenster aus. Jetzt steht unser Wohnwagen wieder trocken und sicher im Depot. Dort darf er seine wohlverdiente Winterruhe antreten – bis wir ihn im nächsten Jahr wieder aus seinem Winterschlaf holen.
Vier Stunden Heimfahrt und keine Lust mehr zu kochen
Auf der Rückfahrt herrschte starker Reiseverkehr aus dem Süden. Obwohl heute Sonntag war und daher kaum Lastwagen unterwegs waren, staute es sich zwischendurch ordentlich. Nach rund vier Stunden Fahrt kamen wir schließlich wieder zu Hause in Klagenfurt an.
Dann begann der weniger schöne Teil jeder Reise: Auto ausräumen, Taschen auspacken, Lebensmittel verstauen und alles wieder an seinen Platz bringen. Nach dieser Arbeit hatte ich beim besten Willen keine Lust mehr, mich auch noch an den Herd zu stellen.
Also ging es am Abend in die Schnitzelwelt nach Waidmannsdorf.

Ich bestellte mir ein Sur-Cordon-bleu mit Pommes, Ketchup und Mayonnaise. Dazu durfte natürlich ein kaltes Bier nicht fehlen. Meine Frau entschied sich für ein Kürbiskern-Wiener mit Wedges und gemischtem Salat samt Balsamicodressing.
Der Preis hat mich angenehm überrascht. Zu Hause in Kärnten ist das Essen mittlerweile teilweise günstiger als in Kroatien. Vor allem wurde alles frisch zubereitet: außen knusprig, innen saftig und geschmacklich wirklich ausgezeichnet. Auch die Portionen und das Preis-Leistungs-Verhältnis passten.
Aber ein Blogartikel ohne Rezept? Das geht bei mir natürlich nicht. Deshalb zeige ich euch heute, was ein Surschnitzel eigentlich ist und wie ihr ein köstliches Sur-Cordon-bleu selbst zubereiten könnt.
Was ist ein Surschnitzel?
„Suren“ ist eine traditionelle Methode, Fleisch haltbar zu machen und gleichzeitig zu würzen. Das Fleisch wird dafür in eine Salzlake eingelegt oder mit einer Pökelsalzmischung behandelt. Dadurch erhält es seine typische rötliche Farbe sowie den kräftigen, leicht salzigen Geschmack.
Für ein Surschnitzel wird meistens Surkarree vom Schwein verwendet. Es wird wie ein normales Schnitzel geschnitten, paniert und anschließend goldbraun gebacken.
Im Supermarkt werdet ihr dieses Fleisch allerdings nicht immer finden. Fragt am besten beim Fleischer eures Vertrauens nach Surkarree, das sich für Schnitzel eignet. In Klagenfurt könnt ihr es beispielsweise auch beim Fleischmarkt in der Rosentaler Straße versuchen.
Wichtig: Da Surfleisch bereits gewürzt und gepökelt ist, braucht es normalerweise kein zusätzliches Salz.
Rezept: Sur-Cordon-bleu mit Pommes
Zutaten für 2 Personen
- 2 große, dünn geschnittene Surschnitzel vom Schweinskarree
- 2–4 Scheiben milder Schinken
- 2 Scheiben Gouda, Emmentaler oder Bergkäse
- frisch gemahlener Pfeffer
- 2–3 Esslöffel Mehl
- 1 Ei
- 1 Esslöffel Milch
- etwa 80 g Semmelbrösel
- Butterschmalz oder Pflanzenöl zum Ausbacken
- Zahnstocher zum Verschließen
Für die Beilage
- 400–500 g Pommes frites
- Ketchup und Mayonnaise
- Zitronenspalten
- grüner oder gemischter Salat nach Wunsch
Zubereitung
1. Fleisch vorbereiten
Die Surschnitzel zwischen zwei Lagen Frischhaltefolie oder in einem aufgeschnittenen Gefrierbeutel vorsichtig dünn klopfen. Dabei nicht wild auf das Fleisch einschlagen – wir wollen ein Schnitzel und keinen Küchenteppich.
Das Fleisch nur leicht pfeffern. Zusätzliches Salz ist nicht notwendig, weil Surfleisch bereits genügend Würze mitbringt.
2. Cordon bleu füllen
Jeweils eine Hälfte der Schnitzel mit Schinken und Käse belegen. Rundherum einen Rand von etwa zwei Zentimetern frei lassen, damit der Käse beim Backen möglichst im Fleisch bleibt.
Die unbelegte Fleischhälfte darüberklappen und die Ränder gut zusammendrücken. Bei Bedarf mit einem oder zwei Zahnstochern verschließen. Später beim Essen aber unbedingt daran denken, diese wieder zu entfernen.
3. Panier vorbereiten
Drei Teller bereitstellen: einen mit Mehl, einen mit dem verquirlten Ei und der Milch und einen mit Semmelbröseln.
Das gefüllte Schnitzel zuerst im Mehl wenden und überschüssiges Mehl abklopfen. Danach durch das Ei ziehen und zuletzt locker in den Semmelbröseln wenden.
Die Panier nicht fest andrücken. Nur wenn sie locker aufliegt, kann sie sich beim Backen schön vom Fleisch abheben und richtig knusprig werden.
4. Sur-Cordon-bleu herausbacken
In einer großen Pfanne reichlich Butterschmalz oder Öl erhitzen. Das Fett sollte ungefähr 170 °C haben.
Die Cordon bleus bei mittlerer Hitze je nach Dicke etwa vier bis fünf Minuten pro Seite goldbraun backen. Die Pfanne dabei immer wieder leicht schwenken, damit heißes Fett über die Panier läuft.
Weil Schweinefleisch und Schinken verarbeitet werden, muss das Cordon bleu vollständig durchgegart sein. Bei sehr dicken Stücken könnt ihr es nach dem Anbraten noch einige Minuten bei etwa 150 °C im Backofen fertig garen.
Anschließend auf Küchenpapier kurz abtropfen lassen.
5. Anrichten
Das knusprige Sur-Cordon-bleu mit Pommes frites, Ketchup, Mayonnaise und einer Zitronenspalte servieren. Wer es etwas leichter haben möchte, reicht zusätzlich einen knackigen grünen oder gemischten Salat dazu.
Mein Küchengeheimnis
Verwendet keinen zu kräftigen oder zu weichen Käse. Ein guter Gouda oder Emmentaler schmilzt wunderbar, ohne sofort davonzulaufen. Das Fleisch sollte möglichst gleichmäßig dünn geklopft sein und an den Rändern gut schließen.
Und ganz wichtig: Beim Surfleisch erst probieren und dann würzen. Zu viel Salz lässt sich später nämlich nicht mehr herausdiskutieren – auch nicht mit einem zweiten Bier.
Ein köstlicher Abschluss – und die nächste Reise wartet schon
Nach einem langen Reisetag war unser Besuch in der Schnitzelwelt genau die richtige Entscheidung. Das Sur-Cordon-bleu war knusprig, saftig und herzhaft, das Bier kalt und die Küche zu Hause blieb sauber.
Valalta ist für heuer vorbei. Der Wohnwagen schläft bereits im Depot und wir sind wieder gut in Klagenfurt angekommen. Natürlich schwingt beim Heimfahren immer ein wenig Wehmut mit. Aber lange Zeit zum Traurigsein bleibt uns nicht: Schon in gut zwei Wochen geht es gemeinsam mit guten Freunden auf eine Rundreise durch Marokko. Wir freuen uns darauf, das Land, seine Menschen und natürlich auch die marokkanische Küche kennenzulernen.
Denn eines darf man nie vergessen: Wir haben jetzt keine Arbeitszeit mehr – wir haben nur noch Lebenszeit. Und die wollen wir so schön, genussvoll und erlebnisreich wie möglich verbringen.
Bis zur nächsten Reise holen wir uns mit gutem Essen einfach ein kleines Stück Urlaub auf den Teller.
Mahlzeit und gutes Gelingen!
Euer Peter
