„Heute Abend um 18 Uhr österreichischer Zeit geht in São Paulo das Rennen los: Zwei Stunden Vollgas, 22 Autos und ein Haufen Millionäre in feuerfester Unterwäsche. Und weißt du, was mich dabei am meisten interessiert? Nicht der Motor. Der Speiseplan.“
Denn eines vorweg: Das Geheimnis hinter so einem Rennwochenende ist kein Hightech-Pulver aus dem Labor. Es ist ziemlich genau das, was ich viele Jahre in der Großküche gekocht habe – nur mit besserem Overall.

Kohlenhydrate sind der Treibstoff
Am Vortag und am Renntag stehen bei den Fahrern vor allem Nudeln, Reis und Kartoffeln am Speiseplan. Dazu kommen mageres Eiweiß wie Huhn oder Fisch und etwas Gemüse. Fettiges, Schweres und ganz neue Gerichte lässt man lieber weg. Wer bei hoher Fliehkraft im Cockpit sitzt, will keinen vollen Magen und keine Überraschungen.
Zum Frühstück landen oft Haferflocken, Eier, Toast und Banane auf dem Teller. Ich sag’s, wie es ist: Das ist ein Kantinenfrühstück. Und ein gutes.
Im Auto wird nicht gegessen, aber getrunken
Zwei Stunden im heißen Cockpit, der Puls dauerhaft oben – da verliert ein Fahrer durch den Schweiß viel Flüssigkeit. Gegessen wird während des Rennens nichts. Getrunken dafür umso mehr: Wasser mit Elektrolyten und ein paar Kohlenhydraten. In São Paulo kommt die hohe Luftfeuchtigkeit dazu. Da zählt der Schluck mehr als der Bissen.
Und danach?
Nach dem Rennen darf es wieder schmecken. Eiweiß hilft bei der Erholung, und viele Teams haben eigene Köche oder Ernährungsberater dabei. Lewis Hamilton ist übrigens für seine pflanzliche Ernährung bekannt.
Und was sagt der Kärntner dazu?
Der Kärntner sagt: „Passt schon. Aber a Kasnudel wär a net schlecht.“ 😄
Wenn ich ehrlich bin, steckt in der Kärntner Küche mehr Rennfahrer-Ernährung, als man glaubt: Kartoffeln, Nudeln und Gerichte ohne Schnickschnack, am besten regional und frisch. Nur das Schweinsbratl vor dem Start würde ich den Jungs nicht empfehlen.
Die Fahrer fahren 300 km/h und essen dabei Haferflocken. Ich fahre 30 km/h Richtung Supermarkt und esse dabei Kekse. Wir sind beide auf der Jagd nach der perfekten Runde.
Rezept: Brasilianischer Fischeintopf Moqueca

Brasilianischer Fischeintopf Moqueca
Zutaten
Zubereitung
- Fisch in mundgerechte Stücke schneiden, mit Limettensaft, wenig Salz und Pfeffer mischen und 15 Minuten ziehen lassen.
- Zwiebel, Paprika und Tomaten in Scheiben schneiden. Knoblauch fein hacken.
- Olivenöl in einem breiten Topf erhitzen. Zwiebel und Knoblauch kurz andünsten.
- Paprika und Tomaten daraufschichten, dann den Fisch obenauf legen.
- Kokosmilch darübergießen und zugedeckt bei kleiner Hitze 12 bis 15 Minuten sanft köcheln lassen. Nicht stark umrühren, damit der Fisch ganz bleibt.
- Koriander hacken, über die Moqueca streuen und mit Reis servieren.
Moqueca ist ein brasilianischer Fischeintopf mit Kokosmilch, Tomaten und Paprika. Er kommt mit einem Topf aus, ist leicht und schnell gemacht – das passt zu meinem Motto: „Keine Angst vor Einfachheit!“ und zu einer Weltreise am Teller.
Peters Küchentipp
Die Moqueca soll sanft köcheln, nicht wild sprudeln. So bleibt das Fischfilet saftig und zerfällt nicht. Beim Koriander darfst du nach deinem Geschmack dosieren – und wenn du ihn nicht magst, lässt du ihn einfach weg.
Leicht essen und mitfiebern
Vor dem Fernsehabend passt eine leichte, kohlenhydratreiche Mahlzeit. Zum Mitfiebern sind Obst, Brot oder Gemüsesticks angenehmer als eine schwere Jause. Und ein Glas Wasser schadet auch auf der Couch nicht.
Guten Appetit und einen spannenden Rennsonntag!