Sonntag in Valalta. Vatertag. Das Bier ist gekühlt, die Stimmung vorbereitet und die Väter der Nation dürfen sich feiern lassen. Oder sagen wir es anders: Sie lassen sich halt feiern, weil es der Kalender so vorgibt. Heute gibt es Karfiol Polonaise.
Ich sage es ganz ehrlich: Ich mag weder Muttertag noch Vatertag besonders. Diese Tage sollten nicht einmal im Jahr auf Anordnung stattfinden. Muttertag, Vatertag, Valentinstag – das sind für mich keine Pflichttermine aus dem Prospekt der Konsumgesellschaft.
Meine Frau bekommt keine Blumen, nur weil irgendwo steht, dass heute Valentinstag ist. Sie bekommt Blumen dann, wenn mir danach ist. Wenn ich ihr eine Freude machen will. Wenn ich beim Einkaufen schöne Blumen sehe und denke: „Die würden ihr gefallen.“ Genau dann ist der richtige Tag. Nicht, wenn mir irgendein Werbezettel erklärt, was Liebe kostet.
Heute gibt es zum Frühstück eine köstliche spanische Tostada mit frischen Tomaten und Thunfisch – einfach, leicht und perfekt für einen Urlaubsmorgen am Meer. ☀️🥖🍅🐟


Aber gut, heute ist Vatertag. Und wie es sich in Valalta gehört, geht es zum Frühschoppen. Mit lieben Freunden, guter Musik und einem oder zwei Bier. Manche trinken alkoholfrei – und ganz ehrlich: Eiskalt schmeckt auch das richtig gut. Hauptsache, die Runde passt.
Nach dem Frühschoppen kommt dann die beste Zeit des Tages: Siesta vor dem Wohnwagen, Schatten unter den Olivenbäumen, die Füße ein bisschen hochlegen und in der Campingküche etwas Ehrliches kochen.
Und heute koche ich etwas Besonderes: die Henkersmahlzeit von Sepp Schellhorn.

Sepp Schellhorn, Pepssch und ehrliches Essen
Sepp Schellhorn, vielen besser bekannt als „Pepssch“, ist zurück in der Politik. Er ist Staatssekretär für die NEOS. Super für Österreich – aber schade für mich.
Denn ich habe Sepp und Max auf Instagram und YouTube immer gerne verfolgt. Nicht wegen künstlicher Hochglanzküche, sondern wegen ehrlichem Kochen. Bodenständig, direkt, mit Leidenschaft und manchmal mit einem ordentlichen Grant. So etwas gefällt mir.
Das Kelsen, die Kantine im Parlament, kann sich jedenfalls warm anziehen, wenn Sepp dort auftaucht. Ein Meckerer der alten Schule, ja. Aber einer, der weiß, wovon er redet. In der Küche genauso wie in der Politik.
Vor einiger Zeit hat mir Sepp in einem Gespräch verraten, was seine Henkersmahlzeit wäre. Also jenes Gericht, das er essen würde, wenn es das letzte wäre.
Seine Antwort: Karfiol Polonaise.
Und genau das gibt es heute bei mir in Valalta. Nicht im Parlament, nicht im Haubenlokal, sondern vor dem Wohnwagen im Schatten der Olivenbäume. Ehrlicher geht es kaum.
Rezept: Karfiol Polonaise nach Sepp Schellhorn
Zutaten für 2 bis 4 Personen
- 1 großer Karfiol
- Salz für das Kochwasser
- 60 g Butter
- 60 g Semmelbrösel
- 2 hart gekochte Eier
- 1 EL gehackte Petersilie
- Salz
- Pfeffer aus der Mühle
- optional etwas Muskat
- optional ein Spritzer Zitrone
Zubereitung
Den Karfiol putzen, die äußeren Blätter entfernen und den Strunk etwas einschneiden. Wer möchte, teilt ihn in schöne Röschen. Ich lasse ihn gerne in größeren Stücken, weil er dann am Teller mehr hermacht.
In einem großen Topf Salzwasser zum Kochen bringen und den Karfiol darin bissfest garen. Je nach Größe dauert das etwa 10 bis 15 Minuten. Er soll weich sein, aber nicht zerfallen. Karfiol, der schon beim Anschauen auseinanderfällt, hat seine besten Tage hinter sich – wie manche Wahlversprechen.
In der Zwischenzeit die Eier hart kochen, abschrecken, schälen und fein hacken.
Die Butter in einer Pfanne schmelzen. Die Semmelbrösel dazugeben und langsam goldbraun rösten. Nicht weglaufen! Brösel sind wie Politiker im Wahlkampf: Einen Moment nicht aufgepasst, und schon sind sie verbrannt.
Die Brösel mit Salz, Pfeffer und nach Geschmack mit etwas Muskat würzen.
Den gegarten Karfiol gut abtropfen lassen und auf einer Platte oder direkt am Teller anrichten. Die heißen Butterbrösel großzügig darübergeben. Danach die gehackten Eier und die Petersilie darüberstreuen.
Wer mag, gibt noch einen kleinen Spritzer Zitrone darüber. Das hebt den Geschmack und macht das Gericht noch frischer.
Sofort servieren.
Mein Tipp aus der Campingküche
Karfiol Polonaise ist ein wunderbares Gericht, wenn man wenig Aufwand und trotzdem viel Geschmack will. Gerade in der Campingküche ist das perfekt. Ein Topf, eine Pfanne, ein Brettl – mehr braucht man nicht.
Dazu passt ein grüner Salat mit Apfelessig und gutem Olivenöl. Wer es kräftiger mag, kann noch ein Stück Schwarzbrot dazu essen. Und wer ganz mutig ist, trinkt dazu ein kaltes Bier. In Valalta natürlich gut gekühlt – sonst gibt es Proteste am Stellplatz.
Warum dieses Gericht so gut ist
Karfiol Polonaise zeigt, dass gute Küche nicht kompliziert sein muss. Es braucht keine teuren Zutaten, kein Chichi und keinen Teller, auf dem drei Erbsen wie moderne Kunst herumliegen.
Ein guter Karfiol, Butter, Brösel, Ei und Petersilie. Mehr ist es nicht. Aber wenn man es richtig macht, schmeckt es wunderbar.
Das ist ehrliche Küche. Und genau deshalb passt dieses Gericht so gut zu Sepp Schellhorn. Direkt, einfach, bodenständig und ohne unnötiges Theater.
Mein Fazit
Heute am Vatertag gibt es bei mir keine große Inszenierung. Kein Pflichtgeschenk, keine Kalenderromantik und kein Konsumtheater.
Es gibt Frühschoppen mit Freunden, Siesta im Schatten der Olivenbäume und Karfiol Polonaise nach Sepp Schellhorn.
Wenn das keine schöne Henkersmahlzeit ist, dann weiß ich auch nicht.
Sepp, alles Gute in der Politik. Österreich kann ehrliche Menschen gebrauchen. Aber eines sage ich schon: Auf YouTube und Instagram wirst du mir fehlen.
Vielleicht sehen wir uns dort ja trotzdem wieder. Und vielleicht gibt es im Parlament bald Karfiol Polonaise. War vor kurzer Zeit im Parlament, leider Samstag und es hatten alle frei. Das Kelsen soll schon einmal Butter und Brösel bereitstellen.
Guten Appetit aus Valalta!
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