Spaghetti Puttanesca – ein Gewitterabend, klare Gedanken und ein stolzer Opa

Spaghetti Puttanesca – ein Gewitterabend in Valalta und Gedanken über Familie, Fehler und Stolz


Gestern waren Freunde bei uns am Campingplatz zu Besuch. Es war das letzte gemeinsame Abendessen in Valalta, und eigentlich begann der Abend so, wie man sich das wünscht: locker, freundlich, ein bisschen Schmäh, gutes Essen, ein Glaserl dazu und dieses schöne Gefühl, dass der Sommerabend noch lange dauern könnte.

Aber manchmal kippt ein Gespräch schneller als eine Sauce, wenn man kurz nicht aufpasst.

Es wurde über Kinder, Erziehung und Fehler gesprochen. Ein Thema, bei dem wahrscheinlich jeder von uns vorsichtig sein sollte. Denn Hand aufs Herz: Wer Kinder großgezogen hat und behauptet, er habe nie etwas falsch gemacht, der hat entweder ein schlechtes Gedächtnis oder eine sehr starke Eigenwerbung.

Ich selbst habe viel falsch gemacht. Eigentlich sehr viel. Ich war sicher nicht immer der perfekte Vater. Vielleicht war ich manchmal zu streng, manchmal zu wenig aufmerksam, manchmal mit dem Kopf woanders. Aber meine Kinder haben ihren Weg gefunden. Sie haben ihre Probleme selbst gelöst, sind gewachsen, stärker geworden und stehen heute im Leben.

Und genau darauf bin ich stolz.

Spät am Abend kam dann noch ein starkes Gewitter. Der Himmel hat ordentlich gekracht, als wollte er auch noch seinen Senf dazugeben. Danach gingen alle schlafen. Wahrscheinlich hat jeder über etwas anderes nachgedacht.

Ich auch.

sunglasses

Ich habe an diesem Abend meine rosarote Brille abgelegt. Und ehrlich gesagt: Die Welt sieht ohne sie klarer aus. Nicht immer schöner, aber ehrlicher.

Das Positive an diesem Abend war eindeutig das Essen. Es gab Spaghetti Puttanesca – ein einfaches, kräftiges, ehrliches Gericht. Keine große Show, kein Schnickschnack, aber Geschmack ohne Ende. Genau so, wie ich Küche mag: direkt, würzig und mit Charakter.

Heute machten wir dann einen Ausflug in die Heimat Kärnten und besuchten meine Enkerl und Kinder. Eine ist auf dem Weg der Genesung, und das macht mich sehr froh. Die andere hatte heute einen großen Erfolg: Sie hat die Matura absolviert. Jetzt darf sie einmal durchschnaufen.

Gratuliere von Herzen – und gute Besserung.
Euer Opa ist stolz auf euch.

Ich liebe meine Familie. Danke.


delicious spaghetti with tomato sauce and herbs
Photo by Nour Alhoda on Pexels.com

Rezept: Spaghetti Puttanesca

Ein Gericht aus Süditalien, das mit wenigen Zutaten unglaublich viel Geschmack auf den Teller bringt. Oliven, Kapern, Sardellen, Knoblauch und Paradeiser – mehr braucht es oft gar nicht. Diese Pasta ist würzig, ehrlich und genau richtig für einen Campingabend, an dem nicht alles perfekt sein muss.

Zutaten für 4 Personen

  • 400 g Spaghetti
  • 3–4 EL Olivenöl
  • 3 Knoblauchzehen, fein gehackt
  • 4–6 Sardellenfilets
  • 1 kleine Chilischote oder etwas Chili aus der Mühle
  • 1 Dose geschälte oder gehackte Paradeiser
  • 2 EL Kapern
  • 100 g schwarze Oliven, entsteint
  • etwas Pfeffer
  • Salz nur vorsichtig, da Sardellen und Kapern schon salzig sind
  • frische Petersilie, gehackt
  • optional: etwas Zitronenabrieb oder ein Spritzer Zitronensaft

Zubereitung

Die Spaghetti in reichlich Salzwasser bissfest kochen.

Währenddessen Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Den Knoblauch darin sanft anschwitzen, aber nicht braun werden lassen. Die Sardellenfilets dazugeben und im warmen Öl zerfallen lassen. Das gibt der Sauce diesen tiefen, würzigen Geschmack – keine Angst, das schmeckt später nicht „fischig“, sondern einfach rund.

Chili dazugeben, kurz mitrösten und dann die Paradeiser einrühren. Die Sauce etwa 10 bis 15 Minuten leicht köcheln lassen.

Kapern und Oliven dazugeben und noch ein paar Minuten mitziehen lassen. Mit Pfeffer abschmecken. Salz nur verwenden, wenn es wirklich notwendig ist.

Die Spaghetti abseihen, dabei etwas Nudelwasser auffangen. Die Nudeln direkt in die Sauce geben und alles gut durchschwenken. Falls die Sauce zu dick ist, mit etwas Nudelwasser cremiger machen.

Zum Schluss mit frischer Petersilie bestreuen und sofort servieren.

Peters Küchentipp

Ich gebe Sardellen samt etwas Öl aus dem Glas dazu, wenn das Öl gut riecht und sauber schmeckt. Ist es sehr intensiv oder alt, dann lieber abtropfen lassen und frisches Olivenöl verwenden. In der Puttanesca sollen die Sardellen nicht dominieren, sondern im Hintergrund arbeiten – wie ein guter Küchenchef, der nicht schreit, aber alles zusammenhält. Keinen Parmesan darauf, das ist in Italien eine Todsünde (Fisch & Parmesan)


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1 Kommentar zu „Spaghetti Puttanesca – ein Gewitterabend, klare Gedanken und ein stolzer Opa“

  1. Rene Poschinger

    habe mal auf Ischia eine Speisekarte mit folgender Übersetzung gesehen:
    Pasta puttanesca – Nudel nach Art der Frauen auf der Strasse

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