
Zurück nach Valalta – und ein letztes Mal vor dem Wohnwagen gekocht
Nach einem Tagesausflug mit Übernachtung zuhause in Klagenfurt bin ich wieder gut in Valalta gelandet. Eines muss ich sagen: Im eigenen Bett schläft man schon fein. Da kann der Wohnwagen noch so gemütlich sein – das eigene Bett hat halt Heimvorteil.
Zeitig um 4 Uhr in der Früh ging es wieder los Richtung Rovinj. Die Straße war noch ruhig, zumindest am Anfang. Später kamen dann die üblichen Verdächtigen: Baustellen, viel LKW-Verkehr und die Strecke von Ljubljana nach Koper, wo man manchmal das Gefühl hat, halb Europa fährt gerade gleichzeitig ans Meer.
Heute koche ich zum letzten Mal in diesem Frühsommer vor dem Wohnwagen. Im August komme ich nochmals für ein Monat.
Morgen wird abgebaut, eingeräumt, verstaut und wahrscheinlich dreimal gesucht, wo wieder irgendwas liegt, das man „eh gleich“ weggeräumt hat.

Am letzten Tag gehe ich sogar essen. Vielleicht in meine Lieblingskonoba „Dario“ in Rovinj, schräg gegenüber vom Lidl. Kein großes Theater, keine Touristenfalle, sondern ehrliche istrianische Küche. Dort war ich bisher immer zufrieden. Ein San Servolo Bier dazu, am Schluss vielleicht noch ein Travarica – und die Welt schaut gleich wieder freundlicher aus.


Was es dort wird? Sarme? Gefüllte Pljeskavica? Calamari fritti? Ich weiß es noch nicht.
Was ich aber weiß: Heute muss noch ein Rest von vorgestern weg.
Und so entstand ein Gericht mit einem Titel, der in keiner Haubenküche auf der Karte steht, aber bei mir vor dem Wohnwagen wunderbar passt:
Hure trifft Lachs
Keine Sorge, das ist nicht der Beginn eines schlechten Films, sondern schlicht und einfach Resteküche mit Charakter.
Ich hatte noch etwas Puttanesca-Sugo übrig. Diese würzige italienische Sauce mit Paradeisern, Oliven, Kapern, Knoblauch und Sardellen hat ja ohnehin eine etwas wilde Geschichte. Übersetzt wird „alla puttanesca“ gerne etwas zweideutig erklärt – sagen wir es so: Diese Sauce ist nichts für Langweiler.
Dazu kam heute ein schönes Lachsfilet, im Airfryer auf der Hautseite knusprig gegart. Frisch gekochte Pasta dazu, erntefrische Paradeiser und Romana-Salat als Beilage – fertig war mein letztes Campinggericht im Frühsommer.
Einfach, ehrlich und saugut.
Rezept: Pasta Puttanesca mit knusprigem Lachs aus dem Airfryer
Zutaten für 2 Personen
Für die Pasta
- ca. 250 g Pasta, zum Beispiel Spaghetti, Linguine oder Penne
- ca. 300 ml fertiger Puttanesca-Sugo vom Vortag
- etwas Olivenöl
- etwas frisch geriebener Pfeffer
- bei Bedarf etwas Nudelwasser
- frisch gehackte Petersilie oder Basilikum nach Geschmack
Für den Lachs
- 2 Lachsfilets mit Haut
- Salz
- Pfeffer
- etwas Zitronensaft
- wenig Olivenöl
- optional etwas Knoblauch oder Zitronenabrieb
Für den Salat
- Romana-Salat
- reife Paradeiser
- Salz
- Pfeffer
- Olivenöl
- etwas Essig oder Zitronensaft
- nach Wunsch ein paar Zwiebelringe
Zubereitung
1. Lachs vorbereiten
Die Lachsfilets mit Küchenpapier gut trocken tupfen. Besonders die Hautseite sollte möglichst trocken sein, damit sie schön knusprig wird.
Den Lachs mit Salz, Pfeffer, etwas Zitronensaft und ganz wenig Olivenöl würzen. Wer mag, gibt noch etwas Zitronenabrieb oder fein gehackten Knoblauch dazu.
2. Lachs im Airfryer garen
Den Airfryer auf ca. 180 °C vorheizen.
Die Lachsfilets mit der Hautseite nach unten in den Korb legen. Je nach Dicke ca. 8 bis 12 Minuten garen, bis der Fisch saftig ist und die Haut schön knusprig wird.
Wichtig: Nicht zu lange garen. Lachs soll saftig bleiben und nicht beleidigt trocken auf dem Teller liegen.
3. Pasta kochen
Die Pasta in reichlich Salzwasser al dente kochen.
Vor dem Abseihen etwas Nudelwasser aufheben. Das ist Gold wert, wenn die Sauce ein bisserl cremiger werden soll.
4. Puttanesca-Sugo erwärmen
Den Puttanesca-Sugo in einer Pfanne langsam erwärmen. Wenn er zu dick ist, etwas Nudelwasser dazugeben.
Die frisch gekochte Pasta direkt in die Sauce geben und gut durchschwenken. So verbindet sich alles wunderbar.
Ein kleiner Schuss Olivenöl am Schluss macht die Sache rund.
5. Salat zubereiten
Romana-Salat waschen und in mundgerechte Stücke schneiden. Paradeiser schneiden und mit Salz, Pfeffer, Olivenöl und etwas Essig oder Zitronensaft marinieren.
Das muss kein komplizierter Salat sein. Gute Paradeiser brauchen keine Bedienungsanleitung.
6. Anrichten
Die Pasta auf Tellern anrichten. Den knusprigen Lachs darauf oder daneben setzen.
Mit Petersilie oder Basilikum bestreuen und mit dem frischen Salat servieren.
Mein Fazit
Dieses Gericht ist ein Paradebeispiel dafür, warum Resteküche so herrlich sein kann. Ein guter Sugo vom Vortag, frische Pasta, ein Stück Lachs und ein knackiger Salat – mehr braucht es manchmal nicht.
Vor allem am letzten Kochtag am Campingplatz ist so ein Essen perfekt. Es wird nichts weggeworfen, der Kühlschrank wird leerer und trotzdem sitzt man vor dem Wohnwagen wie in einem kleinen Restaurant mit Meerluft.
Und wenn dann noch ein kühles Getränk danebensteht, ist das Leben schon ziemlich in Ordnung.
Morgen wird abgebaut. Heute wird noch einmal gekocht.
So soll es sein.
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