Heute möchte ich euch von einem ganz besonderen kulinarischen Erlebnis erzählen: Drachenkopf nach Gorans Rezept.
Dieses Gericht habe ich in Monsena kennengelernt, in einer urigen Konoba, die Vater Rajko und sein Sohn Goran seit vielen Jahrzehnten betreiben. Dort wird Fisch und Fleisch noch so zubereitet, wie ich es liebe: ehrlich, einfach, kräftig im Geschmack und ohne unnötigen Schnickschnack.
In letzter Zeit hat sich dort einiges verändert. Goran, der früher in der Küche stand, hat offenbar eine neue Karriere in der Baubranche eingeschlagen. Eine neue Köchin hat seinen Platz übernommen. Rajkos Frau ist nicht mehr so fit wie früher, und auch Rajko selbst serviert zwar noch gelegentlich, ist aber nicht mehr so agil und wirkt etwas kränklich.
Aber eines ist geblieben: Das Essen in dieser Konoba ist nach wie vor erstklassig.
Wer dort essen möchte, muss sich Zeit nehmen. Manchmal geht es schnell, aber wenn die Konoba gut besucht ist, braucht man Geduld. Mich persönlich stört das überhaupt nicht. Im Gegenteil. Ich liebe diese authentische, rustikale Atmosphäre. Wenn ich die Wahl hätte zwischen einem Luxusrestaurant in Rovinj und diesem einfachen, ehrlichen Fischlokal, würde ich mich immer für Letzteres entscheiden.
Bei Fleischgerichten gibt es meiner Meinung nach noch etwas Luft nach oben, aber beim Fisch sind sie wirklich stark. Wenn verfügbar, gibt es auch Scampi und Tintenfisch. Beim letzten Besuch habe ich sogar gefüllte Paprika entdeckt. Spanferkel wird nur auf Bestellung zubereitet, ganz einfach mit Kartoffeln und Krautsalat. Keine große Show, kein Teller-Ballett, kein Schäumchen mit Pinzette – einfach gutes Essen.
Und genau so liebe ich Küche.
Drachenkopf – ein Fisch mit Charakter
Ich war von diesem Gericht so begeistert, dass ich Rajko im Frühjahr nach dem Rezept gefragt habe. Die Antwort war im Grunde herrlich einfach:
Nur salzen. Heiß braten. Knoblauch, Petersilie und Olivenöl darüber. Fertig.
Die Drachenköpfe habe ich im Konsum in Rovinj gekauft. Es waren tiefgekühlte Exemplare, die ich langsam auftauen ließ. Danach habe ich sie trocken getupft und wirklich nur mit Salz gewürzt.
Entlang der Mittelgräte habe ich einige Einschnitte gemacht. Dadurch gart der Fisch gleichmäßiger und nimmt später das Knoblauch-Petersilien-Öl noch besser auf.

Rezept: Drachenkopf nach Gorans Rezept
Zutaten für 2 bis 4 Personen
Für den Fisch:
- 2 bis 4 Drachenköpfe, je nach Größe
- Salz
- Olivenöl zum Braten
- 2 bis 3 Knoblauchzehen
- 1 Bund frische Petersilie
- gutes Olivenöl für das Topping
Für die Mangoldkartoffeln:
- 500 g Mangold
- 500 g gekochte Kartoffeln
- 1 Zwiebel
- 2 Knoblauchzehen
- Olivenöl
- Salz
- Pfeffer
Zubereitung Drachenkopf
Die Drachenköpfe langsam auftauen lassen, falls sie tiefgekühlt sind. Danach gut trocken tupfen.
Die Fische nur mit Salz würzen. Wer möchte, macht entlang der Mittelgräte einige Einschnitte.
In einer großen Pfanne Olivenöl stark erhitzen. Die Pfanne soll wirklich heiß sein. Dann die Fische einlegen und auf jeder Seite etwa 10 Minuten braten, bis sie außen schön knusprig und innen saftig sind.
Während der Fisch brät, den Knoblauch fein hacken und die Petersilie fein schneiden. Beides mit gutem Olivenöl vermischen.
Wenn der Fisch fertig gebraten ist, wird dieses Knoblauch-Petersilien-Öl großzügig über den heißen Fisch gegeben.
Mehr braucht es nicht. Kein Paprika, kein Rosmarin, keine Marinade aus sieben Nationen. Nur Fisch, Salz, Knoblauch, Petersilie und Olivenöl.
So einfach kann großes Essen sein.

Mangoldkartoffeln als perfekte Beilage
Dazu gab es bei mir Mangoldkartoffeln. Diese Beilage passt wunderbar zum Drachenkopf, weil sie frisch, erdig und leicht mediterran schmeckt.
Den Mangold waschen. Die weißen Stiele vom grünen Blattwerk trennen. Die Stiele fein schneiden, die grünen Blätter grob schneiden.
Die Zwiebel schälen, klein würfeln und in Olivenöl hellbraun anrösten. Dann die fein gehackten Knoblauchzehen dazugeben und kurz mitrösten.
Nun zuerst die geschnittenen Mangoldstiele dazugeben und einige Minuten dünsten. Danach die gekochten, gewürfelten Kartoffeln hinzufügen. Alles gut vermischen und bei geschlossenem Deckel etwa 10 Minuten dünsten lassen.
Zum Schluss kommt das grüne Mangoldblattwerk dazu. Kurz mitdünsten, bis es zusammenfällt. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Fertig ist eine herrliche Beilage, die perfekt zu gebratenem Fisch passt.
Mein Fazit
Dieses Gericht war für mich ein echtes kulinarisches Erlebnis. Der Drachenkopf wird in der heißen Pfanne wunderbar knusprig. Das Knoblauch-Petersilien-Öl gibt dem Fisch eine herrliche Würze. Und die Mangoldkartoffeln ergänzen das Ganze mit ihrer frischen, leicht bitteren Note perfekt.
Für mich ist das mediterrane Küche, wie sie sein soll: einfach, ehrlich und voller Geschmack.
Wenn du in der Gegend um Rovinj oder Monsena bist, solltest du diese Konoba unbedingt besuchen und den Drachenkopf nach Gorans Art probieren. Es ist ein Gericht, das die Seele der kroatischen Küche einfängt.
Manchmal braucht es eben kein Luxusrestaurant. Manchmal reicht eine heiße Pfanne, ein guter Fisch, ein alter Kochtrick und ein Tisch mit lieben Freunden.
Werbung in eigener Sache
Hat dir dieses Rezept geschmeckt? Dann bleib mir in der Küche treu 👨🍳💚
📖 Hier meinen Blog abonnieren
📚 Kärntner Kochbuch 2.0 entdecken
Noch mehr edle Schmankerln, Tipps aus der Profiküche und regionale Klassiker – laufend frisch serviert.
Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen.
Frage an meine Leser
Hast du schon einmal Drachenkopf gegessen oder hast du in Kroatien ein Fischgericht entdeckt, das du nie vergessen wirst?
Schreib es mir gerne in die Kommentare.
Guten Appetit!
Euer Peterschmankerl
👨🍳 Bleib mir in der Küche treu 💚
Ehrliche Kärntner Rezepte & Küchentipps aus einem langen Kochleben.
Trag dich ein und erhalte neue Rezepte direkt per E-Mail.
👉 Klick auf die Grafik und trag dich ein – neue Rezepte kommen direkt per E-Mail.
Entdecke mehr von Kochkaernten Blog neu
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Habe schon selber Drachenkopf gemacht (italienischer Fischhändler am Benedektinermarkt in der Kaufmanngasse ).
Allerdings im Rohr gebraten. Profitipp – 2 Tomaten und 2 Jakobsmuscheln mitbraten