Rumänische Partynacht – Genuss wie in Transsilvanien

Am Freitag ab 17 Uhr steigt bei mir im Garten die vorletzte Sommerparty dieses Jahres in Klagenfurt: eine rumänische Partynacht mit lieben Freunden und jeder Menge Köstlichkeiten. 🇷🇴🍻

Zum runden 80. Geburtstag meines Stiefvaters koche ich noch einmal groß auf: ein warmes Festessen für rund 20 Personen.

Das ist mein persönliches Geburtstagsgeschenk an ihn. Denn in diesem Alter ist es gar nicht so einfach, das passende Geschenk zu finden. Deshalb schenke ich etwas, das von Herzen kommt: gutes Essen, gemeinsame Zeit und schöne Erinnerungen..

Die nächsten Feste dieses Sommers feiern wir dann hoffentlich wieder in unserem geliebten FKK Valalta am Meer. ☀️🌊🥂

Ob der Hagel in Rovinj großen Schaden angerichtet hat, werde ich erst vor Ort sehen. Zwei Dachluken meines Wohnwagens wurden regelrecht zerfetzt. Aber was soll’s: Dann werden sie eben repariert oder erneuert. Ärgern hilft schließlich auch nicht – und hungrig macht es obendrein.

Doch zurück zu den wirklich wichtigen Dingen: unserer rumänischen Party!

Ein gemütlicher Nachmittag unter Freunden

Mit dabei sind liebe Freunde sowie meine Schwester und mein Schwager. Ein Gast musste leider kurzfristig absagen. Schade, aber die Gesundheit geht selbstverständlich vor.

Bei dieser Party kommt nicht alles gleichzeitig auf den Tisch. Die einzelnen Gerichte werden gemütlich nacheinander serviert. So bleibt genügend Zeit zum Essen, Plaudern und Genießen.

Weltreise

Rumänische Partynacht

Wir waren zwei Wochen lang mit dem Auto durch Transsilvanien unterwegs und haben dabei Land, Leute und natürlich die rumänische Küche kennengelernt.

Andere fotografieren Kirchen und Burgen. Ich schaue zuerst in die Speisekarte und danach in die Kochtöpfe.

Heute wird deshalb rumänisch auf Balkanart gekocht. Dazu gibt es gekühltes Ursus-Bier, șpriț alb und natürlich ein kleines Stamperl Țuică, den bekannten rumänischen Pflaumenbrand.

Der soll allerdings nur die Hemmungen lockern und nicht gleich die Gäste umwerfen.

Das Menü für 12 Gäste

Vorspeise

Ciorbă de pui
Rumänische Hühnersuppe mit Wurzelgemüse, Sauerrahm, Reis und feiner Säure

Eine Ciorbă de burtă, also Kuttelsuppe, erspare ich meinen Freunden lieber. Die ist eher etwas für rumänische Fortgeschrittene.

Hauptspeisen

Sarmale cu mămăligă
Sauerkrautwickel mit Fleisch-Reis-Fülle und Polenta

Ceafă de porc la grătar
Schweinsschopf vom Rost – so wie ihn die Rumänen mögen

Frigărui de pui
Rumänische gegrillte Hühnerspieße von der saftigen Oberkeule

Dazu gibt es:

  • Salată de fasole – Rumänischer Fisolensalat
  • Mujdei de usturoi – Knoblauchsauce
  • Zacuscă – Auberginenaufstrich

Dessert

Papanași cu smântână și dulceață de afine

Warme rumänische Topfenkrapfen mit Sauerrahm und Schwarzbeermarmelade.

Oder, wie ich sie nenne:

Draculas Leibspeise und ein Gaumenorgasmus der Extraklasse.


chorba

Ciorbă de pui – rumänische Hühnersuppe

Zutaten

  • 2 kleine Suppenhühner oder etwa 2,2 kg Hühnerteile
  • 3 Zwiebeln
  • 5 Karotten
  • 3 Petersilienwurzeln
  • ½ Sellerieknolle
  • 2 rote Paprika
  • 3 Paradeiser
  • 4 Erdäpfel
  • 3 Lorbeerblätter
  • 1 Handvoll Reis
  • etwa 4 Liter Wasser
  • 250 ml Sauerrahm
  • 3 Eidotter
  • Saft von 2 Zitronen
  • Salz und Pfeffer
  • frische Petersilie
  • Liebstöckel nach Geschmack

Zubereitung

Das Huhn mit kaltem Wasser zustellen, langsam aufkochen und den entstehenden Schaum abschöpfen.

Zwiebeln, Karotten, Petersilienwurzeln, Sellerie und Lorbeer dazugeben. Alles etwa eine Stunde sanft köcheln lassen.

Das Huhn herausnehmen, das Fleisch von Haut und Knochen lösen und klein schneiden.

Paprika, Paradeiser und Reis in der Suppe weich kochen.

Sauerrahm und Eidotter verrühren. Mit einigen Schöpfern heißer Suppe langsam angleichen und anschließend in die Suppe einrühren.

Danach nicht mehr stark kochen lassen.

Mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft kräftig abschmecken. Petersilie und Liebstöckel dazugeben.

Die Ciorbă soll angenehm säuerlich schmecken.


Sarmale mit Mămăligă

Sarmale – rumänische Sauerkrautwickel

Zutaten für etwa 36 Stück

  • etwa 36 große Sauerkrautblätter
  • 1,2 kg gemischtes Faschiertes
  • 225 g Rundkornreis
  • 3 Zwiebeln
  • 250 g geräucherter Speck
  • 750 ml passierte Paradeiser
  • etwa 750 ml Suppe
  • 3 Lorbeerblätter
  • Paprikapulver
  • getrockneter Thymian
  • Salz und Pfeffer
  • Sauerrahm zum Servieren

Zubereitung

Die Zwiebeln fein schneiden und in etwas Öl oder Schmalz anschwitzen. Den Reis kurz mitrösten und danach auskühlen lassen.

Faschiertes, Reis, Zwiebeln, Paprikapulver, Thymian, Salz und Pfeffer gut vermischen.

Die dicken Blattrippen der Sauerkrautblätter flach schneiden. Die Blätter mit der Fleischmasse füllen, seitlich einschlagen und fest aufrollen.

Geschnittenes Sauerkraut, Speck und Lorbeer in einen großen Topf geben. Die Sarmale dicht darauf einschichten.

Passierte Paradeiser und Suppe angießen.

Zugedeckt etwa zwei Stunden sanft schmoren lassen. Im Backofen benötigen sie bei 160 Grad etwa zweieinhalb Stunden.

Mit Sauerrahm und Mămăligă servieren.

Sarmale lassen sich wunderbar am Vortag zubereiten und schmecken aufgewärmt fast noch besser.


Mămăligă – rumänische Polenta

Zutaten

  • 750 g Polentagrieß
  • 2,25 Liter Wasser
  • 1½ Teelöffel Salz
  • 75 g Butter

Zubereitung

Wasser und Salz aufkochen.

Die Polenta unter ständigem Rühren langsam einrieseln lassen.

Bei kleiner Hitze je nach Sorte 15 bis 30 Minuten ausquellen lassen. Dabei regelmäßig umrühren.

Zum Schluss die Butter unterheben.


Ceafă de porc la grătar – Schweinsschopf vom Grill

Zutaten

  • etwa 2 kg Schweinsschopf in Scheiben
  • 6 Knoblauchzehen
  • 6 Esslöffel Öl
  • 3 Esslöffel Paprikapulver
  • Thymian
  • Majoran
  • Salz und Pfeffer
  • etwa 150 ml Bier

Zubereitung

Knoblauch, Öl, Paprikapulver, Thymian, Majoran, Pfeffer und Bier zu einer Marinade verrühren.

Das Fleisch damit einreiben und mindestens vier Stunden, besser über Nacht, im Kühlschrank marinieren.

Vor dem Grillen rechtzeitig herausnehmen und erst kurz davor salzen.

Auf dem heißen Grill von beiden Seiten kräftig anbraten und bei geringerer Hitze fertig garen.

Danach einige Minuten rasten lassen.


woman hand holding vegetables on stick
Photo by Lalada . on Pexels.com

Frigărui de pui – rumänische Hühnerspieße

Zutaten für etwa 18 Spieße

  • 2,2 kg ausgelöste Hühneroberkeulen
  • 5 Paprika
  • 5 Zwiebeln
  • 6 Esslöffel Öl
  • 5 Knoblauchzehen
  • Saft von 1 Zitrone
  • Paprikapulver
  • Thymian
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung

Hühnerfleisch, Paprika und Zwiebeln in gleichmäßige Stücke schneiden.

Öl, Knoblauch, Zitronensaft, Paprikapulver, Thymian und Pfeffer verrühren.

Das Fleisch darin einige Stunden marinieren.

Huhn, Paprika und Zwiebeln abwechselnd auf Spieße stecken. Erst vor dem Grillen salzen und rundherum goldbraun grillen.

Ich verwende dafür am liebsten ausgelöste Hühneroberkeulen. Die bleiben saftig und verzeihen es auch, wenn der Grillmeister gerade mit einem Ursus-Bier beschäftigt ist.


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Salată de fasole

Zutaten

  • 2 kg gelbe Fisolen
  • 2 kleine Zwiebeln
  • 6 Esslöffel Olivenöl
  • 3 EL Apfelessig
  • Knoblauch, Salz und Pfeffer

Zubereitung

Strankerl bissfest in Salzwasser kochen, nicht zu weich. Noch warm mit Essig und Öl abmachen und den geschnittenen Zwiebel und Knoblauch dazugeben. Ziehen lassen. Am besten über Nacht.


Mujdei de usturoi – rumänische Knoblauchsauce

Zutaten

  • 12 Knoblauchzehen
  • 250 g Sauerrahm oder Joghurt
  • 5 Esslöffel Öl
  • etwa 150 ml Wasser
  • Salz
  • etwas Zitronensaft

Zubereitung

Den Knoblauch mit Salz fein zerreiben.

Öl, Wasser, Sauerrahm und etwas Zitronensaft einrühren.

Die Sauce darf ruhig ordentlich nach Knoblauch schmecken.

Beim Küssen haben dann wenigstens alle die gleichen Voraussetzungen.


Zacuscă

Zutaten

  • Gegrillte Paprika, Auberginen, Zwiebeln, Tomatenmark und Öl.

Zubereitung

Habe ich beim Rumänen in der Gabelsbergerstrasse im Glas gekauft.


Papanași mit Sauerrahm und Schwarzbeermarmelade

Zutaten für 12 Stück

  • 750 g trockener Topfen
  • 3 Eier
  • 120 g Zucker
  • 2 Päckchen Vanillezucker
  • abgeriebene Schale von 1 Zitrone
  • etwa 400 g Mehl
  • 1½ Teelöffel Backpulver
  • 1 Prise Salz
  • Öl zum Herausbacken
  • 500 g Sauerrahm
  • 500 g Schwarzbeer- oder Heidelbeermarmelade
  • Staubzucker

Zubereitung

Topfen, Eier, Zucker, Vanillezucker, Zitronenschale und Salz verrühren.

Mehl und Backpulver einarbeiten. Der Teig soll weich, aber gut formbar sein.

Zwölf größere Ringe und zwölf kleine Teigkugeln formen.

Das Öl auf etwa 170 Grad erhitzen. Ringe und Kugeln portionsweise goldbraun herausbacken und auf Küchenpapier abtropfen lassen.

Die warmen Papanași auf Tellern anrichten.

Großzügig Sauerrahm und Schwarzbeermarmelade darübergeben. Die kleine Teigkugel obenauf setzen und mit Staubzucker bestreuen.

Wer danach behauptet, keinen Platz mehr für ein Dessert zu haben, hat noch nie richtige Papanași gegessen.


hands holding glasses over table
Photo by Nadin Sh on Pexels.com

Die passenden Getränke

Für zwölf Gäste plane ich ungefähr:

  • als Aperitiv Ursus-Bier ( meiner Freundin ist es zu Bitter) danach Steirisches Bier
  • șpriț alb (Weißer Spritzer)
  • Mineralwasser
  • Limonaden
  • 1 Flasche Țuică
  • Kaffee zum Dessert

Dazu läuft rumänische Musik mit Balkanrhythmus und allem, was Stimmung macht.

Den Schlagerfuzzis wird das vielleicht nicht gefallen.

Playlist für die Party

Aber heute gilt:

Das Essen muss schmecken, das Bier muss kalt sein und die Gäste müssen Spaß haben.

Poftă bună! – Guten Appetit!

Noroc! – Prost!

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