Eine Tasse mit Hühnersuppe

Jüdisches Penicillin: kräftige Hühnersuppe für kalte Tage

Wenn es draußen kalt und grau wird, tut eine kräftige Hühnersuppe einfach gut. In manchen Familien wird sie liebevoll „jüdisches Penicillin“ genannt – ein scherzhafter Spitzname für eine goldene, langsam gekochte Hühnerbrühe. Sie wärmt und schmeckt nach Fürsorge, ist aber natürlich kein Medikament und heilt keine Krankheit.

Hühnersuppe mit Nudeln und Fleisch

Eine Suppe, die Zeit bekommt

Der Name „jüdisches Penicillin“ ist als liebevolle Bezeichnung für Hühnersuppe bekannt. In der aschkenasischen Küche gehört eine klare Hühnerbrühe mitunter seit Generationen zur Hausmannskost. Sie wird oft auch „goldene Joich“ genannt. Das Besondere ist kein Geheimtrick: ein gutes Suppenhuhn, Gemüse, Kräuter und vor allem Geduld.

Ich setze das Huhn mit kaltem Wasser auf und lasse die Suppe anschließend ganz sanft köcheln. So bekommt die Brühe Zeit, Geschmack anzunehmen. Sie soll nicht wild sprudeln – ein leises Simmern reicht. Ingwer gibt eine feine würzige Note; Liebstöckel kommt erst zum Schluss dazu, damit sein Aroma erhalten bleibt.

Frittaten fein geschnitten

Nudeln, Reis oder Frittaten?

In die Suppe passen Suppennudeln oder Reis. Wer es österreichisch mag, serviert sie mit Frittaten. Mein Rezept für kräftige Hühnersuppe mit Frittaten findet ihr ebenfalls am Blog. Und wer Liebstöckel selbst anbaut, kann ihn für den Vorrat auch einfrieren und das ganze Jahr verwenden.

Das gekochte Hühnerfleisch löse ich von den Knochen und gebe es in Stücke geschnitten wieder in die Brühe. Ein Teil des Gemüses darf ebenfalls mit in die Schüssel. So wird aus dem großen Suppentopf eine einfache, kräftige Mahlzeit – und am nächsten Tag schmeckt sie oft noch runder.

Mein Rezept für kräftige Hühnersuppe

Hier kommt meine Suppe mit Suppenhuhn, Wurzelgemüse, Ingwer und Liebstöckel. Die Menge reicht für etwa sechs Teller. Die Einlage koche ich extra, damit sie in der Brühe nicht zu weich wird.

Eine Tasse mit Hühnersuppe

Jüdisches Penicillin – kräftige Hühnersuppe

Langsam gekochte Hühnersuppe mit Suppengemüse, Ingwer und Kräutern – eine kräftige, wohltuende Suppe für kalte Tage.
Vorbereitungszeit 25 Minuten
Zubereitungszeit 3 Stunden
Gesamtzeit 3 Stunden 25 Minuten
Portionen: 6 Portionen

Zutaten
  

Für die Suppe
  • 1 Suppenhuhn (etwa 1,5–2 kg)
  • 3 Karotten
  • 1–2 Zwiebeln mit Schale für eine goldene Farbe
  • 2 Stangen Staudensellerie
  • 150 g Knollensellerie
  • 1 Stange Lauch
  • 1 Stück Ingwer (etwa 3–4 cm) in Scheiben
  • 1 TL Pfefferkörner
  • 2 Lorbeerblätter
  • 2 TL Salz nach Geschmack
  • 1 Handvoll Liebstöckel frisch oder tiefgekühlt
  • ½ Bund Petersilie
  • 2,5–3 l kaltes Wasser
Zum Servieren
  • Suppennudeln oder Reis nach Belieben
  • Schnittlauch und Petersilie frisch gehackt

Zubereitung
 

Zubereitung
  1. Das Suppenhuhn aus der Verpackung nehmen und in einen großen Suppentopf legen. Nicht abwaschen; Spritzwasser könnte Keime in der Küche verteilen.
  2. Karotten und Sellerie grob schneiden. Lauch gründlich waschen und in Stücke schneiden. Zwiebeln halbieren; die Schale kann für die goldene Farbe mitgekocht werden. Ingwer in Scheiben schneiden.
  3. Gemüse, Ingwer, Pfefferkörner, Lorbeer, Salz und Petersilie zum Huhn geben. Mit kaltem Wasser bedecken und langsam erhitzen.
  4. Sobald die Suppe zu köcheln beginnt, die Hitze reduzieren. Den aufsteigenden Schaum bei Bedarf abschöpfen. Die Suppe zugedeckt bei kleiner Hitze etwa 2½ bis 3 Stunden nur sanft simmern lassen.
  5. Das Huhn herausheben. Die Brühe durch ein feines Sieb gießen. Fleisch von Haut und Knochen lösen und in mundgerechte Stücke schneiden. Nach Wunsch einen Teil des Gemüses ebenfalls in die Suppe geben.
  6. Liebstöckel erst zum Schluss in die heiße Brühe geben. Das ausgelöste Hühnerfleisch zurück in die Suppe geben und mit Salz abschmecken.
  7. Suppennudeln oder Reis separat nach Packungsanleitung kochen und in die Teller geben. Mit heißer Suppe auffüllen und mit Schnittlauch oder Petersilie bestreuen.

Notizen

Die Suppe lässt sich gut vorbereiten und portionsweise einfrieren. Für eine klare Brühe nur sanft köcheln lassen. Im Kühlschrank aufbewahren und vor dem Servieren gründlich erhitzen.

Ein kleiner Küchentipp

Die Suppe lässt sich gut vorbereiten. Wenn etwas übrig bleibt, rasch abkühlen lassen, zugedeckt im Kühlschrank lagern und beim Aufwärmen einmal richtig heiß werden lassen. Dann hat man für den nächsten kühlen Tag gleich eine gute Schüssel parat.

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