Weltreise am Teller: Salzburger Kasnocken beim Bärenwirt

Wenn ich in Salzburg bin, muss ich als kulinarischer Foodblogger natürlich auch meine Fühler ausstrecken: Was tut sich in der Gastroszene der Stadt? Heute führt mich meine kulinarische Reise zum Bärenwirt nach Mülln – und zu einem Teller Salzburger Kasnocken.

Weltreise

Salzburg kenne ich schon lange. Besonders oft war ich hier, wenn die GAST-Messe ihre Türen öffnete. Damals sammelte ich neue Ideen für meinen Beruf, schaute mich nach Inspiration um und knüpfte Kontakte. Heute würde man dazu wohl „netwerken“ sagen. Diese Zeiten sind inzwischen Geschichte, aber meine Neugier auf gutes Essen ist geblieben.

Der Bärenwirt ist ein traditionsreiches Wirtshaus im Stadtteil Mülln. Auf der Speisekarte finden sich bodenständige Klassiker – darunter auch Kasnocken aus dem Pfandl. Genau die möchte ich heute kosten. Salzburgs Wirtshausküche hat viel zu erzählen, und manchmal braucht es dafür gar keinen großen Auftritt: ein gutes Pfandl, kräftiger Käse und ein paar goldbraune Röstzwiebeln können völlig reichen.

Maria setzt die Käse-Messlatte hoch

Gespannt bin ich schon, ob mir die Salzburger Kasnocken so gut schmecken wie die von meiner Freundin Maria. Sie ist Vorarlbergerin – und Käsespätzle hat sie praktisch in den Genen. Bei ihr weiß ich: Der Käse muss ordentlich Geschmack haben und die Nockerl dürfen ruhig ein bissl Farbe bekommen. Da wird die heutige Kostprobe zum freundschaftlichen Vergleich, auch wenn Maria natürlich nicht mit am Tisch sitzt.

Kasnocken gibt es im Salzburger Land in verschiedenen regionalen Varianten. Der Grundgedanke ist immer wunderbar einfach: Nockerl aus Mehl und Ei werden gekocht, mit würzigem Käse vermischt und in der Pfanne fertiggeschwenkt. Je nach Gegend kommen unterschiedliche Käsesorten dazu. Für meine Version nehme ich Bergkäse und Bierkäse, dazu Röstzwiebeln und Schnittlauch. Eine einzige Rezeptur, die überall als „die“ Originalversion gilt, gibt es bei solchen Wirtshausklassikern selten – jede Gegend und oft jede Küche hat ihre eigene Handschrift.

In meiner Serie Weltreise am Teller war Salzburg übrigens schon einmal zu Gast: Damals ging es um die würzige Bosna aus der Mozartstadt. Heute kommt statt Wurst ein ordentliches Käse-Pfandl auf den Tisch.

Salzburger Kasnocken für daheim

Wer die Kasnocken nachkochen möchte, findet hier mein Rezept für vier Personen. Wichtig sind ein kräftiger Käse und ein wenig Geduld beim Rösten. Wenn sich am Pfannenboden eine goldene Kruste bildet, wird es besonders gschmackig. Dazu serviere ich einen knackigen grünen Salat – und dann darf jeder selbst entscheiden, ob Salzburg oder Vorarlberg beim Käse die Nase vorn hat.

Und jetzt bin ich gespannt auf meine Kostprobe beim Bärenwirt. Maria, ich denke an dich – und an deine Käsespätzle!

Salzburger Kasnocken
Herzhafte Nockerl mit würzigem Käse, Röstzwiebeln und Schnittlauch. Rezept für vier Personen.

Salzburger Kasnocken

Herzhafte Salzburger Kasnocken aus selbst gemachtem Nockerlteig mit würzigem Bergkäse und Bierkäse, goldbraunen Röstzwiebeln und Schnittlauch.
Vorbereitungszeit 20 Minuten
Zubereitungszeit 20 Minuten
Gesamtzeit 40 Minuten
Portionen: 4 Portionen

Zutaten
  

  • 500 g griffiges Mehl
  • 5 Eier
  • 150 ml Wasser nach Bedarf
  • 1 TL Salz
  • 1 Prise Muskatnuss frisch gerieben
  • 350 g Bergkäse und Bierkäse grob gerieben oder klein gewürfelt
  • 1 Zwiebel fein gewürfelt
  • 2 EL Butter für die Pfanne
  • 100 ml Rindsuppe oder Gemüsebrühe
  • 2 Zwiebeln für die Röstzwiebeln
  • 2 EL Butter für die Röstzwiebeln
  • 1 Bund Schnittlauch fein geschnitten
  • 1 grüner Salat nach Belieben

Zubereitung
 

  1. Mehl, Eier, Wasser, Salz und Muskatnuss zu einem glatten, zähflüssigen Nockerlteig verrühren. Den Teig kurz rasten lassen.
  2. Einen großen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen. Den Teig portionsweise durch ein Nockerlsieb ins Wasser drücken. Sobald die Nockerl an die Oberfläche steigen, noch kurz ziehen lassen und abseihen.
  3. Die Zwiebeln für die Garnitur in Ringe schneiden. Butter in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebeln bei mittlerer Hitze langsam goldbraun rösten. Herausnehmen und beiseitestellen.
  4. Butter in einer großen Pfanne schmelzen und die fein gewürfelte Zwiebel glasig anschwitzen. Die abgetropften Nockerl dazugeben und kurz durchschwenken.
  5. Käse unter die Nockerl mischen. Die Suppe zugießen und bei mittlerer Hitze rühren, bis der Käse geschmolzen ist. Mit Pfeffer und bei Bedarf mit Salz abschmecken.
  6. Die Kasnocken in der Pfanne kurz anrösten lassen, bis sich am Boden eine goldene Kruste bildet.
  7. Mit Röstzwiebeln und Schnittlauch bestreuen und heiß servieren. Dazu passt ein knackiger grüner Salat.

Notizen

Für eine besonders kräftige Note einen Teil des Bergkäses durch würzigen Bierkäse ersetzen. Die Kasnocken am Ende kurz anrösten lassen – die goldene Kruste ist besonders gschmackig.
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