Diese Woche führt uns die kulinarische Weltreise nach Salzburg, wo wir eine echte Salzburger Bosna vom Grill zubereiten.
Dort gibt es nämlich nicht nur Mozartkugeln, Salzburger Nockerln und jede Menge Touristen, sondern auch eine der besten warmen Jausen, die man zwischen zwei Brothälften verstecken kann: die berühmte Salzburger Bosna.
Eine längliche, knusprig erwärmte Semmel, zwei dünne Schweinsbratwürstel, fein gehackte Zwiebeln, frische Petersilie und eine kräftige Bosna-Gewürzmischung – mehr braucht es eigentlich nicht.
Einfach, würzig und richtig gut!
Ein Familienfest mit Bosna
Ich habe Bosna schon einmal bei einer Familienparty zubereitet – und die waren ein voller Erfolg.
Der Kühlschrank lief auf Hochtouren, das Bier und die Limonaden waren kaltgestellt und das Wetter zeigte sich von seiner schönsten Seite. Endlich Sommer!
Wir genossen die spätnachmittägliche Sonne, standen rund um den Grill und beschlossen, etwas zuzubereiten, das schnell geht, aber trotzdem allen schmeckt.
Also gab es Salzburger Bosna.
Und was soll ich sagen? Die waren so köstlich, dass manche Gäste gleich drei Stück verdrückten. Bei einer Familienfeier ist das ohnehin das schönste Kompliment für den Koch: Wenn am Ende nichts übrig bleibt und plötzlich alle behaupten, sie hätten eigentlich nur zwei gegessen.
Nicht jeder mag alles
Natürlich gibt es auch in unserer Familie Menschen, die keine rohen Zwiebeln, keinen Senf oder keine Petersilie mögen.
Für diese Spezialisten gab es einfach ein gegrilltes Schweinsbratwürstel im Gebäck. Ohne Zwiebeln, ohne Petersilie und ohne Diskussion.
Beim gemeinsamen Essen soll schließlich jeder glücklich werden.
Die richtige Bosna bekommt aber ihre besondere Würze erst durch die Mischung aus Zwiebeln, Petersilie und Bosnagewürz. Genau diese Kombination macht aus einem einfachen Bratwürstel eine Salzburger Spezialität.
Woher kommt die Bosna?
Die Bosna wurde in Salzburg bekannt. Als Erfinder gilt Zanko Todoroff, der aus Bulgarien stammte und seine gewürzten Bratwürstel bereits Ende der 1940er-Jahre verkaufte. Später eröffnete er den berühmten Balkan Grill in einem Durchgang der Salzburger Getreidegasse.
Das Salzburger Original besteht aus zwei dünnen Schweinsbratwürsteln, einem länglichen Weißbrot, fein gehackten Zwiebeln, Petersilie und einer geheimen Gewürzmischung. Die ursprüngliche Variante wird ohne Ketchup serviert. Senf gehört je nach bestellter Variante dazu.
Damit ist die Bosna gewissermaßen der österreichische Verwandte des Hotdogs – nur wesentlich würziger und meiner Meinung nach auch um einiges besser.

Salzburger Bosna – das Originalrezept
Zutaten für 4 große Bosna
- 8 dünne Schweinsbratwürstel
- 4 längliche Bosnawecken oder Baguettebrötchen
- 1 große Zwiebel
- 1 Bund glatte Petersilie
- 4 Teelöffel Estragonsenf
- Bosnagewürz nach Geschmack
- etwas Öl für den Grillrost oder die Grillplatte
Für eine einfache Bosna-Gewürzmischung
Die genaue Gewürzmischung des Salzburger Originals ist natürlich ein Geheimnis. Für die Zubereitung zu Hause funktioniert folgende Mischung aber sehr gut:
- 2 Teelöffel mildes Currypulver
- 1 Teelöffel Paprikapulver edelsüß
- ½ Teelöffel gemahlener Kümmel
- ½ Teelöffel gemahlener Koriander
- ½ Teelöffel Majoran
- 1 kleine Prise Cayennepfeffer
- etwas frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
- eine kleine Prise Salz
Alle Gewürze gut miteinander vermischen.
Wer es besonders würzig mag, gibt noch etwas Knoblauchpulver oder eine zusätzliche Prise Cayennepfeffer dazu.
Zubereitung
1. Zwiebeln und Petersilie vorbereiten
Die Zwiebel schälen und sehr fein hacken.
Die Petersilie waschen, trocken schütteln und ebenfalls fein schneiden. Anschließend Zwiebeln und Petersilie miteinander vermischen.
Die Zwiebeln sollten wirklich klein geschnitten sein. Große Zwiebelstücke fallen beim Essen aus dem Brot – meistens genau auf das frisch gewaschene Hemd.
2. Würstel grillen
Die dünnen Schweinsbratwürstel bei mittlerer Hitze auf den Grill legen.
Langsam rundherum grillen und regelmäßig wenden, damit sie gleichmäßig braun werden und nicht aufplatzen. Je nach Dicke benötigen sie ungefähr 8 bis 12 Minuten.
Nicht mit voller Hitze arbeiten. Außen schwarz und innen kalt ist zwar auch eine Form der Grillkunst, aber keine besonders gute.
3. Brot erwärmen
Die Bosnawecken der Länge nach aufschneiden, aber nicht vollständig durchschneiden.
Die Brote kurz mit der Schnittfläche auf den Grill legen oder im Backofen erwärmen. Sie sollen außen leicht knusprig, innen aber noch weich sein.
4. Bosna füllen
Die warmen Brote innen dünn mit Estragonsenf bestreichen.
Jeweils zwei gegrillte Schweinsbratwürstel hineinlegen. Anschließend großzügig mit der Zwiebel-Petersilien-Mischung bestreuen.
Zum Schluss ordentlich Bosnagewürz darübergeben.
Die Bosna am besten sofort servieren, solange die Würstel heiß und die Brote noch knusprig sind.
Ketchup oder kein Ketchup?
Bei der originalen Salzburger Bosna hat Ketchup eigentlich nichts verloren.
In Salzburg gibt es verschiedene Varianten: das Original mit Zwiebeln, Petersilie und Bosnagewürz, eine Variante zusätzlich mit Senf sowie weitere Abwandlungen mit Ketchup oder ohne Zwiebeln.
Zu Hause darf natürlich jeder seine Bosna so essen, wie sie ihm am besten schmeckt. Wer Ketchup möchte, bekommt Ketchup. Schließlich soll eine Grillparty nicht an einer roten Plastikflasche scheitern.
Ich stelle Senf und Ketchup einfach zusätzlich auf den Tisch. So kann jeder selbst entscheiden.
Mein Tipp für eine Familienparty
Für eine größere Feier lassen sich die Zutaten sehr gut vorbereiten.
Zwiebeln und Petersilie können bereits einige Stunden vorher fein geschnitten und zugedeckt im Kühlschrank aufbewahrt werden. Auch die Gewürzmischung lässt sich schon am Vortag herstellen.
Die Würstel werden frisch gegrillt und die Brote kurz vor dem Füllen erwärmt.
Rechnet bei guten Essern lieber mit zwei Bosna pro Person. Bei uns haben einige sogar drei Stück geschafft. Offenbar macht frische Luft hungrig – oder die Bosna war einfach zu gut.
Dazu passen ein kaltes Bier, eine Limonade oder ein alkoholfreies Radler.
Österreichische Weltreise
Für eine kulinarische Weltreise muss man nicht immer in ein Flugzeug steigen.
Manchmal reicht eine Fahrt nach Salzburg – oder einfach der eigene Grill im Garten.
Mit zwei dünnen Bratwürsteln, einem knusprigen Weißbrot, Zwiebeln, Petersilie und einer kräftigen Gewürzmischung holen wir uns das Salzburger Lebensgefühl direkt nach Hause.
Einfach, ehrlich und köstlich.
So muss eine gute Jause schmecken!
Mahlzeit und viel Freude beim Nachgrillen!
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Bildnachweis: Image by Freepik & Wikipedia
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