Heute geht es in meiner Serie der Kantinengerichte um ein Essen, das weder teuer noch kompliziert ist und vor allem einen großen Vorteil hat: Es steht schnell am Tisch.
Es gibt Frankfurter Würstel mit Gulaschsaft und einer reschen Kaisersemmel.
Und bevor jetzt jemand sagt: „Peter, dafür braucht man doch kein Rezept!“ – wartet einmal ab. Denn die Würstel sind tatsächlich der einfachste Teil der Geschichte. Aber woher nehmen wir zu Hause schnell einen guten Gulaschsaft?
Im Gasthaus ist die Sache einfach
Im Gasthaus oder in einer großen Küche ist das kein Problem. Dort steht vielleicht sowieso ein Topf Rindsgulasch am Herd. Zwei Frankfurter werden heiß gemacht, ein ordentlicher Schöpfer Gulaschsaft kommt darüber, Kaisersemmel dazu – fertig.
Zu Hause schaut die Sache anders aus.
Ich habe jedenfalls nicht ständig einen Topf Gulasch herumstehen, nur für den Fall, dass plötzlich jemand nach Frankfurtern mit Gulaschsaft verlangt.
Also müssen wir uns den Saft selbst machen.
Und zwar so, dass wir nicht zuerst drei Stunden Rindsgulasch kochen müssen.

Bei den Würsteln spare ich nicht
Frankfurter bekommt man heute praktisch überall. Vom riesigen XXL-Familienpaket zum kleinen Preis bis zur Markenware.
Ich persönlich nehme gerne Frankfurter von Radatz. Die Qualität kenne ich seit Jahren und da habe ich noch nie draufgezahlt. Gerade bei einem so einfachen Essen merkt man nämlich sehr schnell, ob das Würstel gut ist.
Wenn ein Gericht nur aus Würstel, Saft und Semmel besteht, kann sich keine Zutat hinter der anderen verstecken.

Und jetzt brauchen wir einen schnellen Gulaschsaft
Hier entscheidet die Zeit.
Wenn es ganz schnell gehen muss, darf meiner Meinung nach auch einmal ein guter Suppenwürfel oder etwas gekörnte Suppe helfen. Wir kochen schließlich für die hungrige Familie und nicht für die Abschlussprüfung einer Hotelfachschule.
Wer 20 oder 25 Minuten Zeit hat, bekommt den Saft natürlich auch ohne Würfel wunderbar hin.
Ich zeige euch deshalb meine schnelle Variante, die man mit einfachen Zutaten zu Hause zubereiten kann.
Rezept: Frankfurter Würstel mit schnellem Gulaschsaft
Zutaten für 4 Personen
- 8 Frankfurter Würstel
- 4 frische Kaisersemmeln
Für den Gulaschsaft:
- 2 große Zwiebeln
- 2 EL Öl oder Schweineschmalz
- 1 gehäufter EL edelsüßes Paprikapulver
- 1 TL Tomatenmark
- ca. 500 ml kräftige Rindsuppe
- alternativ Wasser und 1 guter Suppenwürfel
- 1 TL Majoran
- ½ TL Kümmel, gemahlen
- 1 kleine Knoblauchzehe
- 1 Spritzer Essig
- Salz
- Pfeffer
- eventuell etwas scharfes Paprikapulver
- bei Bedarf 1 TL Speisestärke
So mache ich den schnellen Gulaschsaft
Die Zwiebeln fein schneiden und in Öl oder Schmalz langsam goldgelb anrösten. Hier sollte man trotz des schnellen Gerichtes ein paar Minuten investieren, denn die Zwiebeln bringen Geschmack und Bindung in unseren Saft.
Tomatenmark kurz mitrösten.
Den Topf kurz von der Hitze nehmen und das Paprikapulver einrühren. Nicht verbrennen lassen – verbrannter Paprika wird bitter und den retten wir anschließend auch mit der schönsten Kaisersemmel nicht mehr.
Sofort mit einem kleinen Spritzer Essig und der Rindsuppe aufgießen.
Knoblauch, Majoran, Kümmel und etwas Pfeffer dazugeben und etwa 15 bis 20 Minuten leicht köcheln lassen.
Jetzt den Saft mit dem Stabmixer fein pürieren. Durch die Zwiebeln bekommt er normalerweise schon eine schöne Konsistenz.
Sollte er euch noch zu dünn sein, etwas Speisestärke mit kaltem Wasser verrühren und damit ganz leicht binden.
Abschmecken und fertig.
Die Frankfurter richtig heiß machen
Bitte die Frankfurter nicht wild kochen lassen.
Wasser erhitzen, die Würstel hineinlegen und bei ungefähr 75 bis 80 °C etwa 8 bis 10 Minuten ziehen lassen. So bleiben sie saftig und die Haut platzt nicht auf.
Anrichten wie in der Kantine
Je zwei heiße Frankfurter auf einen tiefen Teller legen und ordentlich vom Gulaschsaft darübergeben.
Daneben gehört für mich unbedingt eine frische, resche Kaisersemmel.
Wer möchte, stellt noch Senf auf den Tisch. Mehr braucht es eigentlich nicht.
Wenn wirklich jede Minute zählt
Ich bin Koch genug, um zu wissen, wie man einen Gulaschsaft von Grund auf macht. Ich bin aber auch lange genug Familienvater und Opa, um zu wissen, dass einem diese Erkenntnis wenig hilft, wenn am Tisch schon gefragt wird:
„Opa, wann gibt’s endlich was zum Essen?“
Dann darf die Rindsuppe eben aus einem guten Würfel kommen.
Wichtig ist für mich etwas anderes: gute Würstel, ordentlich angeröstete Zwiebeln, gutes Paprikapulver und ein frisches Gebäck.
So wird aus ein paar Frankfurtern ein warmes, herzhaftes Essen, das wenig kostet und in rund einer halben Stunde auf dem Tisch steht.
Und manchmal sind genau diese einfachen Gerichte jene, bei denen am Schluss alle zufrieden sind.
Mahlzeit – euer Peter
Peters Küchentipp
Wenn ich Rindsgulasch koche und Gulaschsaft übrig bleibt, friere ich ihn portionsweise ein. Dann dauert dieses Gericht beim nächsten Mal tatsächlich nur noch so lange, wie die Frankfurter zum Heißwerden brauchen. Das ist meine bevorzugte „Fertigsauce“ – nur weiß ich bei der ganz genau, wer sie gekocht hat. 😄
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