Zander mit Erdäpfel-Vogerlsalat – mein Freitagsfang mit Anglergeschichte

Freitag ist bei uns Fischtag. Das war früher schon so und daran hat sich bis heute nichts geändert. Nur die Beschaffung des Fisches ist inzwischen etwas bequemer geworden.

Illustration eines Fischers mit Kescher und Fisch vor Meeresfrüchten mit dem Schriftzug „Freitagsfang“ als kulinarische Blog-Serie

Heute hole ich den Zander aus dem Supermarkt. Früher musste ich dafür noch selbst ans Wasser.

Als die Angelruten noch regelmäßig im Einsatz waren

In der guten alten Zeit war ich ein recht ambitionierter Angler. Meine Angelruten stehen noch immer im Keller und warten geduldig auf ihren nächsten Einsatz. Ob sie noch daran glauben, dass es bald wieder losgeht, weiß ich allerdings nicht.

Damals war ich oft mit meinen besten Freunden unterwegs. Meistens ging es nachts auf die Pirsch. Wir saßen stundenlang am Wasser, erzählten Geschichten, tranken einen Kaffee und hofften darauf, dass endlich etwas anbeißt.

Auf Karpfen oder Hecht angelten wir meistens tagsüber oder bereits am frühen Morgen. Beim Zander sah die Sache anders aus. Zander fängt man besonders gut in der Dämmerung oder in der Nacht.

Die Ungarn nennen diesen Fisch übrigens Fogosch. Auf österreichischen Speisekarten findet man deshalb manchmal auch den Namen Fogosch, obwohl es sich dabei ebenfalls um einen Zander handelt.

Zander aus den Seitenarmen der Drau

Einige schöne Exemplare habe ich damals in den Seitenarmen der Drau beim Deutschmann gefangen.

Wenn man nach einer langen Nacht mit einem selbst gefangenen Zander nach Hause kommt, ist das natürlich etwas Besonderes. Der Fisch wurde sauber ausgenommen, filetiert und anschließend für die Familie zubereitet.

Frischer konnte ein Fisch kaum auf den Teller kommen.

Heute muss ich dafür nicht mehr die ganze Nacht am Wasser verbringen. Ich kaufe den Zander geschuppt und ausgenommen im Supermarkt und filetiere ihn zu Hause in schöne Portionen.

Das ist zwar weniger abenteuerlich, dafür deutlich planbarer. Ein Fisch aus dem Supermarkt beißt schließlich immer an – vorausgesetzt, man hat die Geldbörse mit.

Warum Zander so beliebt ist

Zander ist ein besonders geschmackvoller Süßwasserfisch. Sein Fleisch ist hell, fest und angenehm mild. Er besitzt außerdem vergleichsweise wenige Gräten und lässt sich deshalb sehr gut portionieren.

Für mich passt dazu am besten ein klassischer Erdäpfel-Vogerlsalat. Der lauwarme Erdäpfelsalat, der knackige Vogerlsalat und das saftige Zanderfilet ergeben ein wunderbares Freitagsgericht.

close up of man holding a freshly caught fish
Photo by Lora Rikky on Pexels.com

Rezept: Gebratener Zander mit Erdäpfel-Vogerlsalat

Zutaten für 4 Personen

Für den Zander

  • 800 g Zanderfilet mit Haut
  • Salz
  • Pfeffer
  • etwas Zitronensaft
  • 2 bis 3 EL Mehl
  • Öl oder Butterschmalz zum Braten
  • 1 EL Butter
  • 1 Knoblauchzehe
  • etwas Petersilie
  • Zitronenspalten zum Servieren

Für den Erdäpfel-Vogerlsalat

  • 800 g festkochende Erdäpfel
  • 150 g Vogerlsalat
  • 1 kleine Zwiebel
  • 150 ml Rindsuppe oder Gemüsesuppe
  • 4 EL Apfel- oder Hesperidenessig
  • 5 EL Pflanzenöl
  • 1 TL Senf
  • Salz
  • Pfeffer
  • eine Prise Zucker
  • 2 EL Kürbiskernöl

Zubereitung

1. Erdäpfel kochen

Die Erdäpfel in der Schale weich kochen. Anschließend noch warm schälen und in gleichmäßige Scheiben schneiden.

Die Zwiebel fein hacken.

2. Marinade zubereiten

Die Suppe erwärmen und mit Essig, Senf, Salz, Pfeffer und einer kleinen Prise Zucker verrühren.

Die warme Marinade gemeinsam mit der fein gehackten Zwiebel über die Erdäpfelscheiben gießen. Alles vorsichtig vermischen und etwa 20 Minuten ziehen lassen.

Erst danach das Pflanzenöl unterheben. So können die Erdäpfel die Marinade besonders gut aufnehmen.

3. Vogerlsalat vorbereiten

Den Vogerlsalat gründlich waschen und gut abtropfen lassen. Erst kurz vor dem Servieren unter den Erdäpfelsalat mischen, damit die Blätter frisch und knackig bleiben.

Zum Schluss mit Kürbiskernöl beträufeln.

4. Zander vorbereiten

Das Zanderfilet auf eventuell verbliebene Gräten kontrollieren und in schöne Portionsstücke schneiden.

Die Hautseite mit einem scharfen Messer zwei- bis dreimal leicht einschneiden. Dabei nur die Haut und nicht tief ins Fleisch schneiden. Dadurch wölbt sich das Filet beim Braten weniger stark.

Den Fisch mit Salz, Pfeffer und wenig Zitronensaft würzen. Die Hautseite leicht mit Mehl bestauben und überschüssiges Mehl abklopfen.

5. Zander braten

Öl oder Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen.

Die Zanderstücke mit der Hautseite nach unten in die heiße Pfanne legen. Mit einem Pfannenwender kurz andrücken, damit die Haut gleichmäßig aufliegt.

Den Zander bei mittlerer Hitze etwa vier bis fünf Minuten auf der Hautseite knusprig braten. Anschließend wenden und auf der Fleischseite nur noch ein bis zwei Minuten fertig garen.

Kurz vor Schluss Butter, eine angedrückte Knoblauchzehe und etwas Petersilie in die Pfanne geben. Den Fisch mehrmals mit der aufgeschäumten Butter übergießen.

Anrichten

Den Erdäpfel-Vogerlsalat auf Tellern anrichten und jeweils ein knusprig gebratenes Stück Zander darauf- oder danebenlegen.

Mit Zitronenspalten und etwas Petersilie servieren.

Mein Küchentipp

Zander sollte nicht zu lange gebraten werden. Das Fleisch soll saftig bleiben und sich gerade noch in schöne Lamellen teilen lassen.

Die Haut wird besonders knusprig, wenn sie vor dem Braten gut trocken getupft wird und der Fisch zunächst fast ausschließlich auf der Hautseite gart.

Vom selbst gefangenen Fisch zum Supermarkt-Zander

Natürlich schmeckt ein Fisch, den man selbst gefangen hat, immer ein wenig anders. Schließlich gehören dazu auch die Nacht am Wasser, die Spannung beim ersten Zupfen an der Angelschnur und die Freude über den erfolgreichen Fang.

Aber auch der Zander aus dem Supermarkt kann ein wunderbares Freitagsgericht werden.

Meine Angelruten warten weiterhin im Keller. Vielleicht dürfen sie irgendwann wieder an die frische Luft. Bis dahin gibt es den Zander eben ohne nächtlichen Ansitz, kalte Füße und stundenlanges Warten.

Hauptsache, er schmeckt.

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