
Manchmal braucht es gar kein großes Theater in der Küche. Kein Trüffel, kein Schäumchen, kein Teller, der ausschaut, als hätte ein Künstler mit der Pinzette einen Nervenzusammenbruch gehabt.
Heute gibt es bei mir ein ganz einfaches Gericht, wie es früher auch in der Kantine auf den Tisch gekommen ist: Topfenstrudel.
Vom Wochenende waren noch Topfen und Sauerrahm übrig. Also wurde nicht lange herumüberlegt. In einer guten Küche wird nichts verschwendet. Schon gar nicht, wenn daraus so etwas Feines entstehen kann.

Rindsuppe mit Leberknödel – Hier das Rezept dazu. Die habe ich aus dem Tiefkühvorrat geholt. Einmal gut vorgekocht, später Gold wert. Danach kommt der Topfenstrudel auf den Tisch – warm, saftig, leicht süß und genau so, wie man ihn aus der guten alten Kantinenzeit kennt.
Den Strudelteig kaufe ich übrigens fertig beim Türken. Warum? Weil er gut ist, dünn ist und mir das Leben leichter macht. Man muss nicht immer alles selber machen. Auch ein pensionierter Koch darf sich helfen lassen. Sonst glaubt die Küche noch, sie ist der Chef.
Rezept: Einfacher Topfenstrudel wie früher
Zutaten für 1 großen Strudel
- 1 Packung fertiger Strudelteig
- ca. 500 g Topfen
- 2 Eier
- 3–4 EL Sauerrahm
- 60–80 g Butter, geschmolzen
- 3–4 EL Zucker
- 1 Packerl Vanillezucker
- 1 Handvoll Rosinen
- etwas abgeriebene Zitronenschale
- 1 Prise Salz
- etwas Butter zum Bestreichen
- Staubzucker zum Bestreuen
Optional:
- 1 kleiner Schuss Rum für die Rosinen
- etwas Grieß oder Semmelbrösel, wenn die Fülle sehr weich ist
Zubereitung
1. Fülle vorbereiten
Den Topfen in eine Schüssel geben. Eier, Sauerrahm, Zucker, Vanillezucker, Zitronenschale und eine Prise Salz dazugeben.
Alles gut verrühren, aber nicht zu wild schlagen. Es soll eine schöne cremige Fülle werden.
Die Rosinen unterheben. Wer mag, legt sie vorher kurz in Rum ein. Das ist kein Muss, aber ein kleiner Kantinen-Luxus darf schon sein.
Wenn die Masse sehr weich ist, einfach 1–2 Esslöffel Grieß oder Semmelbrösel einrühren. Das bindet die Fülle beim Backen.
2. Strudelteig vorbereiten
Den Strudelteig auf einem sauberen Tuch oder Backpapier ausbreiten.
Die einzelnen Teigblätter leicht mit geschmolzener Butter bestreichen und übereinanderlegen. Nicht sparen, aber auch nicht ersäufen. Der Strudel soll ja saftig werden und nicht schwimmen lernen.
3. Füllen und einrollen
Die Topfenfülle auf dem unteren Drittel des Teiges verteilen. Seitlich etwas Platz lassen, damit nichts ausläuft.
Die Seiten einschlagen und den Strudel mit Hilfe des Tuches oder Backpapiers locker einrollen.
Mit der Naht nach unten auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen.
4. Backen
Den Strudel mit geschmolzener Butter bestreichen.
Im vorgeheizten Backrohr bei:
180 °C Ober-/Unterhitze
ca. 35–40 Minuten backen,
bis der Strudel schön goldgelb ist.
Bei Heißluft reichen etwa 165–170 °C.
5. Servieren
Den Topfenstrudel kurz rasten lassen, dann mit Staubzucker bestreuen und in schöne Stücke schneiden.
Dazu passt:
- Vanillesauce
- Zwetschkenröster
- Apfelmus
- oder einfach nur ein guter Kaffee
In der Kantine hätte es wahrscheinlich einen Löffel Kompott dazu gegeben. Und ganz ehrlich: Das wäre heute auch nicht verkehrt.
Mein Küchentipp
Wenn Topfen und Sauerrahm vom Wochenende übrig bleiben, ist so ein Strudel eine perfekte Resteverwertung. Preisgünstig, schnell gemacht und trotzdem ein Essen, das glücklich macht.
Und genau das waren gute Kantinengerichte früher:
einfach, sättigend, bodenständig und mit Geschmack.
Vorher eine Rindsuppe mit Leberknödel, danach ein warmer Topfenstrudel – mehr braucht es manchmal wirklich nicht. Das ist Hausmannskost mit Mehlspeisen-Seele.
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