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ESC Public Viewing am Rathausplatz: Was gibt’s zu essen – und wann ist das Wiener Beisl die bessere Idee?


Beim ESC Public Viewing Rathausplatz in Wien stellt sich für mich als Food-Journalist natürlich zuerst die Frage: Was gibt’s dort zu essen und zu trinken?

Heute ist es soweit: erstes Halbfinale beim Eurovision Song Contest – und wer keine Karte für die Stadthalle hat, der geht dorthin, wo Wien trotzdem singt, klatscht, jubelt und wahrscheinlich auch ein bisserl hungrig wird: zum Public Viewing am Rathausplatz.

Beim ESC Public Viewing Rathausplatz sind die Preise für Speisen natürlich ein wichtiges Thema, besonders wenn man mit Familie unterwegs ist.

Das Eurovision Village am Wiener Rathausplatz ist von 10. bis 17. Mai geöffnet, die großen Live-Shows laufen am 12., 14. und 16. Mai jeweils um 21 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos, solange Platz ist. Geöffnet ist täglich von 14 bis 24 Uhr bzw. bis zum Show-Ende. (vienna.info)

Und jetzt zur wichtigsten Frage eines Food-Journalisten mit Kochherz:
Was gibt’s dort zum Essen – und soll man dort essen oder vorher in ein echtes Wiener Beisl gehen?


Kulinarik im Eurovision Village: Best of Vienna am Rathausplatz

Die Stadt Wien hat das kulinarische Motto sehr passend gewählt: „Best of Vienna“. Also keine trockene Semmel mit traurigem Käseblatt, sondern ein ziemlich breites Angebot quer durch Wien und Europa.

Laut offizieller Stadt-Wien-Seite gibt es unter anderem diese Stände:

  • Paco – Wiener Tapas
  • Gelbmanns Gaststube – Wiener Schnitzel und vegane Variante
  • Durchhaus – Crêpes und Waffeln
  • Duru – Bio-Döner mit Huhn, Halloumi oder Falafel
  • Kadlez Bierkutschn – Bier, Brezeln und Snacks
  • Figlmüller – Burger, vegetarische Alternativen und Fries
  • Tesla Pizza – Pizza und Pasta aus Bio-Zutaten
  • Klyo – Drinks und Barfood
  • Demel – Kaiserschmarrn
  • Gigerl – Bio-Leberkäsesemmeln, Jourgebäck, Brezeln und Kaiserschmarrn
  • Wiener Rathauskeller – Würstelstand mit Sacherwürstel, Debreziner, Bratwurst und Käsekrainer
  • Ottakringer – Bier und Brezeln
  • Wiener Gusto – Burger mit Bio-Rind, Wild oder vegetarischem Patty
  • Wieno – Wiener Heurigenküche (ESC 2026)

Also: verhungern wird dort niemand. Höchstens beim Anstellen, wenn halb Europa gleichzeitig auf Käsekrainer kommt.


Was kostet der Spaß?

Konkrete Tagespreise können sich vor Ort natürlich ändern. In der Gastronomie-Präsentation für das Eurovision Village wurde für Speisen aber ein Rahmen von 9 bis maximal 15 Euro vorgesehen. Bezahlen soll sowohl bar als auch bargeldlos möglich sein. (Film Festival Rathausplatz)

Meine Einschätzung als alter Koch:
Für ein Großevent mitten in Wien ist das nicht billig, aber auch nicht völlig abgehoben. Wer eine Kleinigkeit will – Würstel, Leberkäsesemmel, Brezel oder Kaiserschmarrn – ist dort gut aufgehoben. Wer aber gemütlich sitzen, ein richtiges Tellergericht essen und nicht aus der Hand balancieren will, der sollte vorher oder nachher ein Wiener Beisl einplanen.


Mein Tipp: erst Beisl, dann ESC – oder umgekehrt

Am Rathausplatz isst man wegen der Stimmung.
Im Beisl isst man wegen der Seele.

Ein echtes Wiener Beisl hat etwas, das kein Foodstand ersetzen kann: Holztische, grantige Herzlichkeit, ein Kellner mit Schmäh und ein Schnitzel, das nicht neben einer LED-Wand um Aufmerksamkeit kämpfen muss.

Wenn ihr also genug Zeit habt, würde ich sagen:
Vorher ein kleines Wiener Essen im Beisl, danach zum Rathausplatz und dort vielleicht noch ein Bier, eine Brezel oder einen Kaiserschmarrn teilen.

Das ist für mich die perfekte ESC-Mischung: zuerst Wiener Küche, dann europäisches Musiktheater mit Glitzer.


Erdäpfelgulasch

Rezept: Wiener Erdäpfelgulasch mit Würstel

Für diesen ESC-Abend passt ein Gericht, das ehrlich, günstig, bodenständig und urwienerisch ist: Wiener Erdäpfelgulasch mit Würstel.

Warum nicht Schnitzel? Weil Schnitzel frisch aus der Pfanne gehört. Erdäpfelgulasch hingegen ist ein richtiges Seelenessen, lässt sich wunderbar vorbereiten und schmeckt aufgewärmt fast noch besser. Das ist Küche ohne Allüren – aber mit Charakter.

Zutaten für 4 Personen

  • 800 g speckige Erdäpfel
  • 2 große Zwiebeln
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 EL Schweineschmalz oder Öl
  • 1 EL Paradeismark
  • 2 EL edelsüßes Paprikapulver
  • 1 TL Majoran
  • 1 TL Kümmel, fein gehackt oder gemahlen
  • 1 Schuss Essig
  • ca. 750 ml Rindsuppe oder Gemüsesuppe
  • 4 Paar Frankfurter oder Debreziner
  • Salz
  • Pfeffer
  • optional: etwas scharfer Paprika oder Chili
  • zum Servieren: frisches Schwarzbrot oder Semmeln

Zubereitung

Die Zwiebeln fein schneiden und in Schmalz oder Öl langsam goldgelb anrösten. Da darf man nicht hudeln. Ein gutes Gulasch beginnt nicht mit Hektik, sondern mit Geduld.

Knoblauch, Paradeismark, Majoran und Kümmel dazugeben und kurz mitrösten. Dann den Topf kurz von der Hitze ziehen und das Paprikapulver einrühren. Nicht verbrennen lassen, sonst wird es bitter – und bitter brauchen wir höchstens beim Juryvoting.

Mit einem Schuss Essig ablöschen und mit Suppe aufgießen.

Die Erdäpfel schälen, in grobe Würfel schneiden und in den Topf geben. Alles salzen, pfeffern und bei mittlerer Hitze köcheln lassen, bis die Erdäpfel weich sind und die Sauce schön sämig wird.

Die Würstel in Scheiben schneiden oder im Ganzen dazugeben und kurz mitziehen lassen. Nicht wild kochen, sonst platzen sie auf und schauen aus wie nach einem schlechten Halbfinale.

Zum Schluss abschmecken. Wer mag, gibt noch etwas scharfen Paprika dazu.


Mein Profitipp

Ein paar Erdäpfel im Topf leicht zerdrücken. Dadurch bindet das Gulasch ganz natürlich, ohne Mehl oder sonstige Tricks. Das ist alte Küchenlogik: erst kochen, dann denken – aber bitte in der richtigen Reihenfolge.


Dazu passt

Ein frisches Schwarzbrot, eine Semmel oder – wenn es ganz wienerisch sein soll – ein kleines Seiterl Bier. Für Kinder passt natürlich ein Hollersaft oder ein Apfelsaft gespritzt.


Fazit

Das Eurovision Village am Rathausplatz ist kulinarisch gut aufgestellt: Schnitzel, Würstel, Burger, Döner, Kaiserschmarrn, Pizza, Tapas, Bier und Barfood – da ist für fast jeden etwas dabei. Wer mitten in der Stimmung essen will, bleibt am Platz. Wer gemütlich sitzen und Wien richtig schmecken möchte, geht vorher in ein Beisl.

Ich persönlich sage:
Ein Erdäpfelgulasch daheim oder im Beisl, danach Rathausplatz, ESC und ein Kaiserschmarrn zum Teilen – mehr Wien geht fast nicht.


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Facebook-Frage:
Was würdet ihr beim ESC am Rathausplatz essen: Käsekrainer, Schnitzel, Kaiserschmarrn – oder doch lieber vorher ins Wiener Beisl?

Bilder.orf/ wikipedia/stelzl peter

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