Porträt von Christa Kummer mit schwarzer Brille

Christa Kummer und ihre Schneenockerln mit Vanillesauce

Was es doch für Zufälle gibt! Für meine Prominentenserie erreichte ich Frau Dr. Christa Kummer ausgerechnet im Parkhotel Pörtschach – genau dort, wo ich vor einem halben Jahrhundert mein Handwerk als Koch erlernt habe. An dieses feine Haus denke ich bis heute gerne zurück. Vielen Dank, Frau Dr. Kummer, für Ihre Leibspeise!

Foto: © Christa Kummer – mit freundlicher Genehmigung.

Im „Prominententopf“ frage ich bekannte Persönlichkeiten nach ihrer Leibspeise. Bei Christa Kummer kam die Antwort prompt – und sie führte mich mitten hinein in eine schöne Kindheitserinnerung: Schneenockerln mit Vanillesauce, „die Besten von meiner Mama“.

Das klingt nach einem Gericht, das kein großes Tamtam braucht. Ein paar einfache Zutaten, ein bisschen Geduld am Herd und dieser vertraute Geschmack, der einen mit dem ersten Löffel zurück nach Hause bringt. Genau solche Geschichten mag ich in meiner Dienstagserie besonders gern.

dienstagserie

Christa Kummer und das Wetter

Christa Kummer ist Klimatologin, Hydrogeologin und Theologin. Viele Jahre erklärte sie im ORF-Fernsehen, was uns draußen wettertechnisch erwartet. 1995 schrieb sie Fernsehgeschichte: Sie war die erste Frau in Österreich, die das Wetter im Fernsehen präsentierte. Im September 2025 verabschiedete sie sich nach mehr als drei Jahrzehnten mit ihrer letzten Wettermoderation.

Auch abseits des Studios ist Christa Kummer als Moderatorin und Vortragende tätig. Wer ihr begegnet, verbindet sie vielleicht nicht nur mit fundiertem Wissen, sondern auch mit ihrem unverwechselbaren persönlichen Stil. Für meinen „Prominententopf“ wollte ich aber vor allem wissen: Was schmeckt nach Kindheit und daheim?

„Die Besten von meiner Mama“

Auf meine Frage nach ihrer Leibspeise antwortete Christa Kummer: „Schneenockerl mit Vanillesauce! Leider viel zu selten! Die Besten von meiner Mama! Schöne Kindheitserinnerungen und schon Jahrzehnte nicht mehr gegessen!“

Da war die Richtung klar. Ich habe ein klassisches Rezept für vier Personen aufgeschrieben und nachgekocht. Es ist meine eigene, gut nachvollziehbare Variante – denn wie Christa so schön meinte: Ihre Mama hat „mit und aus dem Gefühl“ gekocht. Und das lässt sich bekanntlich schwer in Gramm und Minuten abfüllen.

Schneenockerln mit Vanillesauce

Luftiger Eischnee, in Vanillemilch sanft gegart, dazu eine cremige Sauce: Diese Mehlspeise ist ein echter Klassiker der österreichischen Küche. Am wichtigsten ist, dass die Milch nur leise zieht und die Sauce nicht mehr kocht.

Schneenockerln mit Vanillesauce

Flaumige Schneenockerln, sanft in Vanillemilch gegart und mit cremiger Vanillesauce serviert.
Portionen: 4 Personen

Zutaten
  

Für die Schneenockerln
  • 4 Eiklar
  • 1 Prise Salz
  • 60 g Kristallzucker
  • 750 ml Milch
  • 1 Päckchen Vanillezucker
Für die Vanillesauce
  • 4 Eidotter
  • 50 g Kristallzucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 1 EL Speisestärke
  • 100 ml Schlagobers
  • 500 ml Kochmilch von der Kochmilch
  • Staubzucker zum Bestreuen

Zubereitung
 

  1. Eier trennen. Eiklar mit einer Prise Salz steif schlagen. Kristallzucker nach und nach einrieseln lassen und weiterschlagen, bis der Schnee fest und glänzend ist.
  2. Milch mit Vanillezucker in einem breiten Topf erhitzen. Sie soll heiß sein, aber nicht sprudelnd kochen.
  3. Mit zwei Esslöffeln Nockerln aus dem Eischnee formen und vorsichtig in die Milch setzen. Bei kleiner Hitze etwa 2 Minuten ziehen lassen, behutsam wenden und weitere 2 Minuten garen. Mit einem Schaumlöffel herausheben und abtropfen lassen.
  4. Für die Vanillesauce Eidotter, Zucker, Vanillezucker, Speisestärke und Schlagobers glatt verrühren. Etwa 500 ml warme Kochmilch langsam und unter ständigem Rühren dazugießen.
  5. Die Mischung zurück in den Topf geben und bei kleiner Hitze unter ständigem Rühren cremig werden lassen. Nicht mehr aufkochen. Sauce in tiefe Teller oder Schalen geben, Schneenockerln daraufsetzen und nach Wunsch mit Staubzucker bestreuen.

Peters Küchentipp

Die Milch darf beim Garen nur leicht ziehen. Kocht sie stark, werden die zarten Nockerln schnell flach. Auch die Vanillesauce braucht sanfte Hitze und ein wenig Geduld – sie dickt beim Abkühlen noch nach. Wer mag, nimmt statt Vanillezucker das Mark einer halben Vanilleschote.

Ein Löffel Kindheit

Liebe Christa, danke für die rasche und herzliche Antwort und für diese schöne Erinnerung an deine Mama. Vielleicht stehen Schneenockerln mit Vanillesauce nach all den Jahren ja wieder einmal auf deinem Tisch. Manche Gerichte machen nicht nur satt – sie holen ein Stück Zuhause zurück.

Kennt ihr Schneenockerln auch aus eurer Kindheit? Und wer hat sie bei euch am besten gemacht? Erzählt es mir gern in den Kommentaren.

Weitere Geschichten aus meiner Serie findet ihr im Prominententopf. Schaut auch im Kärntner Kochbuch 2.0 vorbei.

Mahlzeit und viel Freude beim Nachkochen – euer Peterschmankerl

Zur Person: ORF-Porträt von Christa Kummer.

Peters Küchenpost – neue Kärntner Rezepte fast täglich per E-Mail

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