Karawankenblick-Rehragout mit Rotkraut und Butternockerln

Illustration mit Kärntner Farben vor traditionellen Speisen und dem Schriftzug „Donnerstag – Uralte Kärntner Rezepte“ als kulinarische Blog-Serie

Herbstzeit ist Wildbretzeit. Da muss bei mir einmal etwas Wildes gekocht werden. Nein, keine Gams und kein Hirsch – heute gibt es Reh. Oder soll ich „Bambigulasch“ dazu sagen? Das Wort sorgt vielleicht für Aufmerksamkeit. Im Topf landet jedenfalls ein würziges Rehragout aus der Rehschulter – nennt es, wie ihr mögt: Bambi, Reh oder einfach Wild.

brown deer on green grass field
Photo by Tobi &Chris on Pexels.com

Das Reh habe ich von einem Jäger aus den Karawanken bekommen. Das Wildbret war gut abgehangen. Für mein Ragout habe ich die ausgelöste Rehschulter in etwa zwei mal zwei Zentimeter große Würfel geschnitten. Langsam geschmort wird daraus ein wunderbar zartes Gericht mit kräftiger Sauce – mein Karawankenblick-Rehragout.

Dazu gibt es Rotkraut, ein feines Herbstgemüse, das bei uns immer gut ankommt, und Butternockerln wie bei der Oma. Für die Nockerln rühre ich einen einfachen Teig an und steche ihn mit dem Kaffeelöffel direkt ins kochende Salzwasser. Sobald sie oben schwimmen, werden sie abgeseiht und in brauner Butter geschwenkt.

Zum Ragout trinke ich gern einen leicht gekühlten Pinot Noir. Warm mag ich ihn nicht so gern, und eine kräftige Barriquenote ist auch nicht mein Fall. Besonders gern greife ich zu Bio- und Naturweinen, zum Beispiel von Niki Moser aus dem Hause Sepp Moser. Ganz billig ist so eine Flasche vielleicht nicht – aber man gönnt sich ja sonst nichts.

Das Rezept gehört zu meiner Serie Alte Kärntner Rezepte. Weitere Gerichte findest du auch in meiner Sammlung Kärntner Rezepte und bei den Rezepten für Hauptspeisen.

Hier kommt mein Rezept für vier Personen – mit Rehragout, Rotkraut und Butternockerln in einer Rezeptkarte.

Karawankenblick-Rehragout

Zart geschmortes Rehragout aus der Rehschulter, mit Rotkraut und Butternockerln wie bei der Oma.
Vorbereitungszeit 30 Minuten
Zubereitungszeit 2 Stunden
Gesamtzeit 2 Stunden 30 Minuten
Portionen: 4 Portionen
Gericht: Hauptgericht
Küche: Kärntner Küche

Zutaten
  

Für das Rehragout
  • 1 kg Rehfleisch aus Schulter oder Schlögel, in 2 × 2 cm große Würfel geschnitten
  • 100 g Bauchspeck, gewürfelt
  • 2 EL Öl
  • 300 g Zwiebeln, fein geschnitten
  • 20 g Knoblauch, fein gehackt
  • 30 g Zucker
  • 90 g Tomatenmark
  • 500 ml trockener Rotwein
  • 750 ml Wildfond oder Rindssuppe, nach Bedarf
  • 500 g Suppengemüse (Karotten, gelbe Karotten und Sellerie, ohne Lauch), fein gewürfelt
  • 250 g Champignons, geviertelt
  • 1–2 TL Wildgewürz je nach Mischung
  • Salz und Pfeffer
  • Muskatnuss, Piment und Thymian
  • Butter zum Anbraten der Champignons
  • Preiselbeeren nach Geschmack
  • Maisstärke bei Bedarf zum Binden
Für die Butternockerln
  • 250 g glattes Mehl
  • 2 Eier
  • 150 ml Milch
  • Salz und Muskatnuss
  • 50 g Butter
Für das Rotkraut
  • 1 kleiner Kopf Rotkraut, fein geschnitten
  • 1 Zwiebel, fein gewürfelt
  • 1 EL Butter oder Öl
  • 1 EL Zucker
  • 100 ml Rotwein
  • 2 EL Rotweinessig
  • 150 ml Wasser oder Suppe
  • 1 Lorbeerblatt
  • 2 Gewürznelken
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung
 

Rehragout
  1. Öl in einem schweren Topf erhitzen. Rehfleisch portionsweise kräftig anbraten und herausnehmen.
  2. Im selben Topf den Bauchspeck auslassen. Zwiebeln und Knoblauch dazugeben und goldbraun anrösten.
  3. Zucker und Tomatenmark einrühren und bei reduzierter Hitze weiterrösten, bis das Tomatenmark dunkler wird.
  4. Mit Rotwein ablöschen und einige Minuten kräftig einkochen lassen. Fleisch zurück in den Topf geben und so viel Wildfond oder Suppe zugießen, dass es gut schmoren kann.
  5. Wildgewürz, Thymian, etwas Muskatnuss und Piment dazugeben. Zugedeckt bei geringer Hitze etwa 1½ bis 2 Stunden schmoren, bis das Fleisch weich ist. Zwischendurch umrühren und bei Bedarf Fond nachgießen.
  6. Im letzten Drittel der Garzeit das Suppengemüse dazugeben. Champignons in Butter anbraten und unter das Ragout mischen.
  7. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Nach Geschmack Preiselbeeren einrühren. Ist die Sauce zu dünn, etwas Maisstärke mit kaltem Wasser verrühren und das Ragout damit leicht binden.
Rotkraut
  1. Zwiebel in Butter oder Öl anschwitzen. Zucker und Rotkraut dazugeben und kurz mitrösten.
  2. Mit Rotwein und Rotweinessig ablöschen, Wasser oder Suppe zugießen. Lorbeerblatt und Nelken dazugeben und zugedeckt bei kleiner Hitze 45 bis 60 Minuten weich dünsten.
  3. Lorbeerblatt und Nelken entfernen und das Rotkraut mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Butternockerln
  1. Mehl, Eier, Milch, Salz und Muskatnuss zu einem glatten, zähflüssigen Teig verrühren.
  2. Salzwasser in einem großen Topf zum Kochen bringen. Mit einem Kaffeelöffel kleine Nockerln vom Teig abstechen und ins Wasser gleiten lassen.
  3. Sobald die Nockerln an der Oberfläche schwimmen, noch kurz ziehen lassen und abseihen.
  4. Butter in einer Pfanne bräunen und die Nockerln darin schwenken. Zusammen mit Rehragout und Rotkraut servieren.

Notizen

Bei geringer Hitze und längerer Garzeit wird das Rehfleisch besonders zart. Das Ragout lässt sich gut am Vortag zubereiten; über Nacht entwickeln sich die Aromen.

Tipp: Bei geringer Hitze und längerer Garzeit wird das Rehfleisch besonders zart. Das Ragout lässt sich gut am Vortag zubereiten; über Nacht entwickeln sich die Aromen noch besser.

Guten Appetit und liebe Grüße aus Peters Kärntner Kuchl!

Peters Küchenpost – neue Kärntner Rezepte fast täglich per E-Mail

Blog per E-Mail abonnieren

Gib deine E-Mail-Adresse an, um diesen Blog zu abonnieren und Benachrichtigungen über neue Beiträge via E-Mail zu erhalten.