Leberkäsesemmel ohne Senf – ein Stück Kindheit zwischen Wien, Klagenfurt und Marrakesch

Eine Leberkäsesemmel ohne Senf gehört für mich einfach dazu. Wenn ich in Wien bin – egal ob am Hauptbahnhof oder am Flughafen Wien-Schwechat – oder zuhause in Klagenfurt in den City Arkaden unterwegs bin und der kleine Hunger kommt, dann gibt es für mich eigentlich nur eine richtige Antwort:

Eine Leberkäsesemmel. Und zwar ohne Senf.

Warum ohne Senf?

Ganz einfach: Weil ich es fast jedes Mal schaffe, mich beim ersten herzhaften Biss mit Senf anzupatzen. 😄 Also lasse ich ihn gleich weg. Außerdem schmeckt mir ein wirklich guter Leberkäse ohnehin auch ohne Senf.

Ein Krügel Ottakringer Bier
Ein Krügel Ottakringer gehört einfach dazu oder ein Cola Zero zur Not

Leberkäse, Fleischkäse oder einfach Leberkas

Leberkäse gibt es in vielen Varianten. In Deutschland heißt er häufig Fleischkäse, anderswo wieder ganz anders.

Bei uns in Österreich bleibt er aber ganz einfach der Leberkas.

Und da gibt es für mich zwei Adressen beziehungsweise Marken, bei denen ich gerne zugreife.

Zum einen Radatz – für mich einer der besten großen Fleischereibetriebe Österreichs.

Und dann natürlich:

Leberkas-Pepi

Leberkas-Pepi.

Wer dort vor der Vitrine steht, hat mittlerweile fast mehr Auswahl als in manchem Restaurant.

Leberkäsesemmel XXL
Leberkäsesemmel XXL haben meine Freunde bestellt-für mich zu groß

Die Qual der Wahl beim Leberkas-Pepi

Das Sortiment reicht – je nach Standort und Saison – von den Klassikern bis zu ziemlich ausgefallenen Varianten:

Geschnittener Leberkäse mit Senf und Kren
Portion, geschnitten mit Senf und Kren

Klassik, Käse, Pikant, Pizza, Chili, Spinat-Knoblauch, Röstzwiebel, Pfeffer, Chili-Käse, Tomaten-Mozzarella, Speck-Zwiebel-Chili, Kürbis-Speck, Trüffel-Steinpilz, Bärlauch, Bauern, Bratl, Käse-Speck, Puten-Klassik, Pferde-Klassik, Puten-Chili, Puten-Käse, Pferde-Käseroni oder Mexiko.

Laut Leberkas-Pepi wird das Fleisch für die angebotenen Sorten zu 100 Prozent aus Österreich bezogen. Viele Sorten tragen das AMA-Gütesiegel und werden ohne künstliche Geschmacksverstärker und Farbstoffe angeboten.

Aber bei all dieser Auswahl bleibe ich meistens bei meinem Favoriten:

Pferde-Klassik.

Pferdeleberkäse in einer Semmel
Original Pferdeleberkäsesemmel wie beim Gumprecht

Und dafür gibt es einen ganz persönlichen Grund.

Eine Semmel voller Kindheitserinnerungen

Eine Pferdeleberkäsesemmel erinnert mich jedes Mal an meine Kindheit in Klagenfurt.

Ich habe eine Zeit lang in der Badgasse 6 gewohnt und kannte damals natürlich auch das legendäre Gasthaus von „Mrak Maxe und Isolde“ in der Badgasse.

Heute gibt es das längst nicht mehr.

Damals gehörten Fleischerei und Gasthaus aber noch ganz selbstverständlich zusammen. Im Innenhof wurden sogar Pferde geschlachtet, das Fleisch in der angrenzenden Fleischerei verarbeitet und im Gasthaus verkocht.

Für heutige Verhältnisse klingt das fast wie eine Geschichte aus einer anderen Welt.

Aber so war es eben.

Und dort gab es auch etwas, das damals durchaus seine Liebhaber hatte:

Fohlenwiener.

Heute würde bei dieser Bezeichnung wahrscheinlich so mancher erschrocken die Speisekarte zuklappen.

Damals war das einfach ein Lebensmittel aus der Region, das verwertet und gegessen wurde.

Früher war nicht alles besser – aber vieles unmittelbarer

Heute muss alles genormt, dokumentiert, kontrolliert und HACCP-gerecht sein. Natürlich haben Hygiene und Lebensmittelsicherheit ihren Sinn – gerade wenn man viele Jahre professionell in einer Küche gearbeitet hat, weiß man das sehr gut.

Trotzdem denke ich manchmal gerne an diese alte Welt zurück.

Metzger, Wirtshaus und Küche gehörten zusammen. Man kannte denjenigen, der das Fleisch verarbeitet hat, und oft wusste man sogar, woher das Tier gekommen war.

Vielleicht verklärt man manches im Nachhinein ein wenig.

Aber genau deshalb ist Essen für mich eben mehr als nur satt werden.

Geschmack kann Erinnerungen wachrufen.

Und bei mir schafft das eine Pferdeleberkäsesemmel.

Ein Bissen – und plötzlich bin ich gedanklich wieder in der Badgasse in Klagenfurt.

Heute Leberkas – heute Abend Marrakesch

Aber jetzt genug von früher.

Heute gibt es noch meine Leberkäsesemmel – natürlich ohne Senf. 😉

Und am Abend wartet eine völlig andere kulinarische Welt auf mich.

Dann wird in der Medina von Marrakesch geschmaust.

Pferdeleberkäse werde ich dort vermutlich keinen finden.

Dafür vielleicht Lamm, Huhn, Fisch – oder möglicherweise sogar Kamel.

Und genau darüber werde ich euch natürlich berichten.

Denn eines ist sicher:

Peter Opa reist nicht nur zum Anschauen durch die Welt – er muss natürlich auch wissen, was dort auf den Teller kommt.

Fortsetzung direkt aus Marrakesch folgt! 🇲🇦🍴

Wenn du einfache Jausengerichte selbst zubereiten möchtest, probiere meine Kärntner Frigga in der Semmel oder die Frankfurter mit Gulaschsaft und Kaisersemmel.

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