Ein heimliches Nationalgericht – und ein echtes Kindergericht mit Herz
Manchmal frage ich mich heute wirklich, wie wir das damals alles geschafft haben. Beruf, Familie, Stress und endlose Dienstzeiten – und trotzdem sollte jeden Tag etwas Warmes auf den Tisch kommen.
Unser Familienretter war dabei oft ein ganz einfaches Gericht:
Gebratene Augsburger mit Erbsen und Erdäpfelpüree.
Ein Essen ohne Schnickschnack, aber mit viel Geschmack. Schnell gemacht, günstig und bei den Kindern immer beliebt.
Man sagt ja gerne: „In der guten alten Zeit …“
Aber ganz ehrlich: Streichen wir das lieber.
Jetzt ist die gute Zeit!
Damals war es nämlich oft gar nicht so gemütlich. Ein regulärer Arbeitstag hatte acht Stunden – und danach ging es häufig erst richtig los. Catering, Café Strudl, Blaulicht-Pizzaservice, Jausenservice, LKH-Partyservice, Tortenservice, Café Giallo, Partys, Feste, Bewirtungen bei Tagungen, Seminare und Hochzeiten.
Oft dauerte der Arbeitstag bis weit nach Mitternacht.
Da blieb für die Familie leider nicht immer so viel Zeit, wie man sich das heute wünschen würde. Und beim Essen musste es eben manchmal schnell gehen.
Doch das Lustige daran ist:
Bis heute lieben meine Kinder dieses Gericht.
Vielleicht, weil es nach Geborgenheit schmeckt. Vielleicht, weil es einfach gut ist. Oder vielleicht auch, weil ihr Papa damals der schnellste Würstchenbrater nördlich der Drau war.
Früher musste es schnell gehen
Früher waren es bei uns nicht einmal echte Augsburger. Wir nahmen ganz einfach Knackwürste, schnitten sie der Länge nach auseinander, zogen die Haut ab und ritzten die Oberfläche kreuzweise ein.
Dann kamen sie in die Pfanne.
Dazu gab es Tiefkühlerbsen und ein Erdäpfelpüree aus dem Pulverpackerl.
Das war schnell gemacht, die Kinder waren satt und zufrieden – und genau darauf kam es damals an.
Heute sieht die Sache anders aus.
Ich bin in Pension, habe keinen beruflichen Stress mehr und kann mir beim Kochen Zeit lassen. Deshalb gibt es das Erdäpfelpüree frisch aus mehligen Erdäpfeln, mit Butter und heißer Milch.
So wie es sich gehört.
Und trotzdem schmeckt das Gericht noch immer nach früher.

Rezept: Gebratene Augsburger mit Erbsen und Erdäpfelpüree
Für 2 bis 3 Personen
Zutaten
Für die Augsburger
- 4 Augsburger oder Knackwürste
- 1 Teelöffel Öl zum Braten
Für die Erbsen
- 300 g Tiefkühlerbsen
- 1 Esslöffel Butter
- 1 Teelöffel Zucker
- Salz
- 1 Spritzer Zitronensaft
Für das frische Erdäpfelpüree
- 800 g mehlige Erdäpfel
- 40 g Butter
- 150 bis 200 ml heiße Milch
- Salz
- frisch geriebene Muskatnuss
Zubereitung
1. Die Würstel vorbereiten und braten
Die Augsburger oder Knackwürste der Länge nach halbieren.
Bei Knackwürsten die Haut vorsichtig abziehen. Die Schnittflächen anschließend mit einem scharfen Messer kreuzweise leicht einschneiden.
Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen und die Würstel bei mittlerer Hitze auf beiden Seiten langsam goldbraun braten.
Die eingeschnittene Oberfläche geht beim Braten leicht auf und wird besonders knusprig.
Hier gilt ganz eindeutig:
Je mehr Rösche, desto besser!
2. Die Erbsen zubereiten
Die Tiefkühlerbsen mit wenig Wasser, Butter, Zucker und etwas Salz in einen kleinen Topf geben.
Zugedeckt einige Minuten sanft dünsten, bis die Erbsen weich, aber noch schön grün sind.
Kurz vor dem Servieren einen kleinen Spritzer Zitronensaft dazugeben.
Das ist mein heutiger kleiner Trick. Die Zitrone macht die Erbsen frischer und hebt ihren natürlichen Geschmack hervor.
3. Das Erdäpfelpüree frisch machen
Die Erdäpfel schälen, in gleich große Stücke schneiden und in Salzwasser weich kochen.
Das Wasser abgießen und die Erdäpfel im heißen Topf kurz ausdämpfen lassen. So wird das Püree später nicht wässrig.
Butter und einen Teil der heißen Milch dazugeben und die Erdäpfel mit einem Erdäpfelstampfer fein zerdrücken.
Nach und nach so viel Milch einarbeiten, bis das Püree cremig und locker ist.
Mit Salz und frisch geriebener Muskatnuss abschmecken.
Wichtig:
Erdäpfelpüree niemals mit dem Stabmixer bearbeiten.
Sonst wird es klebrig und erinnert eher an Tapetenkleister als an ein flaumiges Püree.
4. Anrichten
Das cremige Erdäpfelpüree auf vorgewärmten Tellern anrichten.
Die buttrigen Erbsen daneben verteilen und die knusprig gebratenen Augsburger darauflegen.
Wer möchte, kann noch etwas von der Bratbutter aus der Pfanne über die Würstel geben.
Fertig ist ein Gericht, das eine ganze Generation satt und glücklich gemacht hat.
Mein Küchenfazit
Manchmal sind es gerade die einfachen Gerichte, die einen durchs Leben getragen haben.
Keine ausgefallenen Zutaten, keine komplizierten Arbeitsschritte und keine moderne Küchentechnik. Nur Würstel, Erbsen und Erdäpfelpüree.
Und trotzdem steckt darin so viel Erinnerung.
Wenn ich heute ganz in Ruhe am Herd stehe und das Püree frisch zubereite, denke ich mir oft:
Gut, dass ich heute diese Zeit habe. Aber schön, dass die Erinnerungen geblieben sind.
Frage an meine Facebook-Community
Wer kennt gebratene Augsburger mit Erbsen und Erdäpfelpüree noch aus der eigenen Kindheit?
Und wer kocht dieses einfache Familiengericht heute noch?
Nur Mut – traut euch zu antworten! 😉
Werbung in eigener Sache
Hat dir dieses Rezept geschmeckt? Dann bleib mir in der Küche treu. 👨🍳💚
📚 Kärntner Kochbuch 2.0 entdecken
Dort findest du noch mehr ehrliche Schmankerln, Tipps aus der Profiküche, beliebte Kantinengerichte und regionale Klassiker – laufend frisch serviert.
👨🍳 Bleib mir in der Küche treu 💚
Ehrliche Kärntner Rezepte & Küchentipps aus einem langen Kochleben.
Trag dich ein und erhalte neue Rezepte direkt per E-Mail.
👉 Klick auf die Grafik und trag dich ein – neue Rezepte kommen direkt per E-Mail.
Entdecke mehr von Kochkaernten Blog neu
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.
