Geschnetzeltes mit Champignonrahmsauce

Hühnergeschnetzeltes mit Champignonrahm, Nudeln & Eissalat

Wenn Kochen mehr ist als nur Essen machen

Es gibt Tage, da kocht man nicht, weil man Hunger hat.
Da kocht man, weil man jemandem etwas zurückgeben möchte.

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Essenszustellung

Ich freue mich richtig, dass ich meinen Eltern auch einmal helfen kann. Sie haben mir in meinem Leben oft genug geholfen – und zwar nicht mit großen Reden, sondern so, wie Eltern das halt machen:
da sein, unterstützen, einspringen, wenn es irgendwo brennt.

Jetzt ist es einmal umgekehrt.

Meine Mutter wurde operiert und muss sich schonen. Herd, Töpfe, Pfannen und große Küchenakrobatik sind im Moment nicht ihr Programm. Und ganz ehrlich: Wenn der Doktor „schonen“ sagt, dann heißt das nicht: „Nur schnell fünf Gänge vorbereiten und danach ein bisschen rasten.“

Die letzten Male hat meine Schwägerin Essen auf Rädern geliefert. Und das nicht irgendwie, sondern richtig gut. Eine begnadete Köchin! Meine Eltern schwärmen von ihren Kochkünsten, dass man fast glauben könnte, sie hat heimlich einen Haubenkoch im Kofferraum mitgeliefert.

Da muss ich mich jetzt natürlich bemühen.
Konkurrenz belebt schließlich die Familienküche.

Aber eines ist wichtig: Die Portionen dürfen nicht zu groß sein. Meine Eltern essen nicht mehr so viel. Früher hätte man gesagt: „Ein Teller noch, du schaust so blass aus!“ Heute weiß man: Lieber kleine, gute Portionen, die schmecken und nicht erschlagen.

Also gibt es keine Experimente. Keine fernen Länder auf dem Teller, keine Gewürze, bei denen man zuerst Google fragen muss, ob man sie essen oder damit den Rasen düngen soll. Und schon gar keinen Fisch mit Gräten. Den mag meine Mutter überhaupt nicht. Bei Gräten hört sich der Spaß auf – da wird sogar der friedlichste Mensch zum Kontrolleur mit Stirnlampe.

Heute gibt es leichte, bekannte Hausmannskost.
Gut verträglich, fein im Geschmack und nicht zu schwer bei dieser Hitzewelle.

Suppe?
Nein danke. Bei diesen Temperaturen kocht man keine Suppe, da schwitzt man ja schon beim Gedanken an den Suppentopf. Update: Doch Suppe-gerne mit Leberknödel-bitte

Leberknödelsuppe

Darum gibt es:

brown mushrooms on a table
brauneChampignons

Hühnergeschnetzeltes mit braunen Champignons in einer feinen Rahmsauce, dazu Nudeln und Eissalat mit Essig-Öl-Dressing.

Ein Essen, das nach Zuhause schmeckt.
Nicht laut. Nicht kompliziert.
Einfach gut.


senior adult using mobility aid in modern kitchen
Seniorenkost

Hühnergeschnetzeltes mit Champignonrahm und Nudeln

Zutaten für 3 bis 4 kleinere Portionen

Für das Geschnetzelte

  • 500 g Hühnerbrust oder Hühnerfilet
  • 250 g braune Champignons
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 EL Öl oder etwas Butterschmalz
  • Salz
  • Pfeffer
  • etwas Paprikapulver edelsüß
  • 1 TL Mehl
  • 150 ml Hühnersuppe oder Wasser
  • 200 ml Schlagobers oder Kochrahm
  • 1 kleiner Schuss Zitronensaft
  • etwas Petersilie, fein geschnitten

Für die Nudeln

  • 250 g Nudeln
  • Salz für das Kochwasser
  • ein kleines Stück Butter oder ein Spritzer Öl

Für den Eissalat

  • 1 kleiner Kopf Eissalat
  • 3 EL Essig
  • 5 EL Öl
  • Salz
  • Pfeffer
  • 1 Prise Zucker
  • eventuell etwas Wasser

Zubereitung

1. Fleisch vorbereiten

Das Hühnerfleisch in feine Streifen schneiden. Nicht zu groß, nicht zu dick. Es soll zart bleiben und schnell garen.

Mit Salz, Pfeffer und wenig Paprikapulver würzen.


2. Champignons schneiden

Die braunen Champignons putzen und in Scheiben schneiden.
Braune Champignons mag ich besonders gern, weil sie etwas kräftiger schmecken als die ganz weißen. Sie bringen mehr Aroma in die Sauce, ohne dass man groß zaubern muss.


3. Fleisch anbraten

In einer Pfanne Öl oder Butterschmalz erhitzen.
Das Hühnerfleisch kurz und kräftig anbraten.

Wichtig: Nicht totbraten.
Hendl ist kein Schuhsohlen-Casting.

Sobald das Fleisch Farbe bekommen hat, aus der Pfanne nehmen und beiseitestellen.


4. Sauce ansetzen

Im Bratensatz die fein geschnittene Zwiebel anschwitzen.
Dann den Knoblauch dazugeben und kurz mitrösten.

Jetzt die Champignons dazugeben und so lange braten, bis sie etwas Farbe bekommen und ihr Wasser verdampft ist.

Mit einem Teelöffel Mehl stauben, kurz durchrühren und mit Hühnersuppe oder Wasser aufgießen.

Dann den Rahm dazugeben und alles einige Minuten sanft köcheln lassen.


5. Fleisch zurück in die Sauce

Das angebratene Hühnerfleisch wieder in die Pfanne geben und nur noch kurz ziehen lassen, bis es gar ist.

Die Sauce mit Salz, Pfeffer und einem kleinen Schuss Zitronensaft abschmecken.
Der Zitronensaft macht die Rahmsauce frischer. Nicht sauer, nur lebendiger. Wie ein kleiner Weckruf im Kochtopf.

Zum Schluss Petersilie darüberstreuen.


6. Nudeln kochen

Die Nudeln in reichlich Salzwasser bissfest kochen.
Abseihen und mit einem kleinen Stück Butter oder einem Spritzer Öl vermischen.


7. Eissalat marinieren

Den Eissalat waschen, gut abtropfen lassen und in mundgerechte Stücke schneiden.

Aus Essig, Öl, Salz, Pfeffer, einer Prise Zucker und eventuell etwas Wasser ein einfaches Dressing rühren.

Den Salat erst kurz vor dem Essen marinieren, damit er schön knackig bleibt.


Mein Tipp

Wenn man für ältere Menschen kocht, ist weniger oft mehr.

Nicht zu scharf.
Nicht zu fett.
Nicht zu große Portionen.
Und keine Speisen, bei denen man erst eine Bedienungsanleitung braucht.

Lieber bekannte Gerichte, sauber gekocht, gut abgeschmeckt und mit Liebe gemacht. Das schmeckt man nämlich. Auch ohne Trüffelöl, Pinzette und Tellerdekoration aus dem Kunstunterricht.

Wer das Essen bringt, kann es am besten gleich in kleine Portionen aufteilen. Dann müssen die Eltern nur noch wärmen und genießen.


Dazu passt

  • Bandnudeln
  • Spiralen
  • Hörnchen
  • Reis
  • Erdäpfelpüree
  • ein einfacher grüner Salat

Bei großer Hitze finde ich Nudeln und Eissalat perfekt. Das macht satt, aber nicht müde wie ein Sonntagsbraten mit anschließendem Sofakoma.


Fazit

Dieses Hühnergeschnetzelte ist kein großes Küchenfeuerwerk.
Es ist etwas Besseres.

Es ist ein Teller Fürsorge.

Zartes Hühnerfleisch, braune Champignons, eine feine Rahmsauce, Nudeln und knackiger Eissalat. Genau so ein Essen, wie man es kennt, mag und gut verträgt.

Und wenn die Eltern nachher sagen: „Das war aber gut“, dann ist das mehr wert als jede Restaurantbewertung.

Da geht einem als Koch das Herz auf.
Und als Sohn sowieso.


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