Schweinsschopf

Sonntagsglück: Schweinsschopfbraten mit Kohl-Erdäpfel-Köch

Heute gibt es bei uns zuhause wieder einmal etwas Klassisches. Schweinsschopfbraten. Kein neues Firlefanzgericht, keine Modeküche, kein Teller, auf dem man zuerst die Speisekarte braucht, damit man weiß, wo das Essen liegt.

Heute wird Hausmannskost gekocht.

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So wie früher bei der Oma. Ehrlich, kräftig, gut. Ein Essen, bei dem alle am Tisch zufrieden sind. Und weil auch für die Eltern mitgekocht wird, muss es etwas sein, das allen schmeckt. Da wird nicht experimentiert. Da wird aufgekocht.

Beim Fleischer meines Vertrauens habe ich einen wunderschönen Schweinsschopf ausgesucht. Schön marmoriert, aber nicht zu fett. Genau so, wie ein Braten sein soll. Denn trockenes Schweinefleisch ist kein Braten, sondern eine Strafe mit Beilage.

Den Schopf habe ich schon am Vortag vorbereitet. Mit Schweinsknuspri von Wiberg und extra viel frischem, jungem Knoblauch eingerieben. Dann durfte er über Nacht im Kühlschrank marinieren. Der Braten ruht, der Koch freut sich, und der Kühlschrank riecht schon so, dass man am liebsten eine Gabel hineinstecken würde.

Für den Braten verwende ich am liebsten einen Eisengussbräter mit Deckel. Der hält die Hitze schön gleichmäßig und verzeiht auch, wenn der Koch zwischendurch einmal einen Kaffee trinkt. Oder zwei.

In den Bräter kommt etwas Schweineschmalz, dann grob geschnittenes Suppengrün und halbierte Zwiebeln mit der Schale. Die Schale darf unbedingt dranbleiben, denn sie gibt dem Bratensaft eine schöne dunkle Farbe. Danach wird alles ordentlich angeröstet und leicht tomatisiert. Aber wirklich nur leicht. Ich will einen Bratensaft, keine Tomatensauce, die sich als Schweinsbraten verkleidet hat.

Dazu gibt es ein Kohl-Erdäpfel-Köch. Am Gemüsestand am Südring habe ich noch einen schönen Kohlkopf ergattert. Der wird mit Erdäpfeln weichgedünstet, so wie man es früher gemacht hat. Die Wiener würden vielleicht „Köch“ dazu sagen. Bei uns heißt es einfach: Das passt zum Braten.

Und weil es so gut ist, kommen in der letzten halben Stunde noch ein paar Erdäpfel direkt zum Braten dazu. Die ziehen in der Sauce gar und bekommen genau diesen Geschmack, den man mit keinem Packerl kaufen kann.

Das ist für mich Sonntagsglück.

Ein Braten im Rohr, ein guter Duft in der Küche, die Familie wird satt, und niemand fragt nach Avocado-Schaum.

Kohlgemüse und Schweinsbraten

Schweinsschopfbraten mit Kohl-Erdäpfel-Köch

Zutaten für 4 bis 6 Personen

Für den Schweinsschopfbraten

  • ca. 1,5 bis 2 kg Schweinsschopf, schön marmoriert
  • Schweinsknuspri von Wiberg oder eine gute Schweinsbraten-Gewürzmischung
  • 5 bis 8 Knoblauchzehen, frisch und jung
  • 1 Bund Suppengrün
  • 2 Zwiebeln, halbiert, mit Schale
  • 1 bis 2 EL Schweineschmalz
  • 1 TL Tomatenmark
  • etwas Wasser oder Suppe zum Aufgießen
  • Salz nach Bedarf
  • Pfeffer nach Geschmack
  • einige Erdäpfel zum Mitbraten

Für das Kohl-Erdäpfel-Köch

  • 1 kleiner Kohlkopf
  • 600 g Erdäpfel
  • 1 Zwiebel
  • 1 bis 2 Knoblauchzehen
  • 1 EL Schweineschmalz oder Öl
  • etwas Kümmel
  • Salz
  • Pfeffer
  • etwas Suppe oder Wasser
  • nach Wunsch ein kleiner Schuss Essig

Vorbereitung am Vortag

Den Schweinsschopf mit Schweinsknuspri gut einreiben.

Den Knoblauch schälen, fein schneiden oder pressen und ebenfalls kräftig auf dem Fleisch verteilen. Den Braten abgedeckt über Nacht in den Kühlschrank stellen.

So kann das Gewürz gut einziehen und der Knoblauch macht genau das, was Knoblauch machen soll: Er sorgt dafür, dass der Braten nach Braten schmeckt.

Zubereitung Schweinsschopfbraten

Das Backrohr auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Das Suppengrün grob schneiden. Die Zwiebeln halbieren, die Schale aber dranlassen.

In einem Eisengussbräter das Schweineschmalz erhitzen. Suppengrün und Zwiebeln hineingeben und gut anrösten. Das Gemüse darf Farbe bekommen, denn Farbe bedeutet Geschmack.

Dann das Tomatenmark kurz mitrösten. Aber nicht übertreiben. Es soll den Saft unterstützen, nicht übernehmen.

Den marinierten Schweinsschopf auf das Gemüse legen. Etwas Wasser oder Suppe angießen, den Deckel auf den Bräter setzen und den Braten ins vorgeheizte Rohr schieben.

Den Braten insgesamt etwa 2 ½ Stunden schmoren lassen. Zwischendurch immer wieder mit dem eigenen Saft übergießen und bei Bedarf etwas Wasser oder Suppe nachgießen.

In der letzten halben Stunde ein paar geschälte Erdäpfel zum Braten legen. Sie garen in der Sauce mit und nehmen den herrlichen Bratengeschmack auf.

Wer eine schöne Kruste möchte, nimmt gegen Ende den Deckel ab und erhöht die Temperatur kurz auf etwa 200 °C. Dabei aber aufpassen, damit nichts austrocknet.

Den fertigen Braten vor dem Anschneiden einige Minuten rasten lassen.

Bratensaft

Den Braten aus dem Bräter nehmen und warm stellen.

Den Bratensatz mit etwas Wasser oder Suppe lösen. Das Gemüse kann man durch ein Sieb drücken oder mit etwas Sauce fein mixen, je nachdem, wie man den Saft lieber mag.

Noch einmal abschmecken. Meist braucht es gar nicht viel. Wenn Fleisch, Gemüse, Zwiebel und Zeit ihre Arbeit gemacht haben, ist der Bratensaft schon fast fertig.

Zubereitung Kohl-Erdäpfel-Köch

Den Kohl putzen und in Streifen schneiden.

Die Erdäpfel schälen und würfelig schneiden.

Die Zwiebel fein schneiden und in Schweineschmalz oder Öl anschwitzen. Knoblauch dazugeben, kurz mitrösten und dann den Kohl dazugeben.

Mit Salz, Pfeffer und Kümmel würzen. Die Erdäpfel dazugeben und mit etwas Suppe oder Wasser aufgießen.

Alles zugedeckt weichdünsten, bis Kohl und Erdäpfel schön weich sind. Dabei immer wieder umrühren.

Wenn alles weich ist, leicht zerstampfen oder grob verrühren. Es soll kein feines Püree werden, sondern ein richtiges Köch mit Struktur.

Nach Wunsch mit einem kleinen Schuss Essig abschmecken. Das gibt Frische und passt wunderbar zum Schweinsbraten.

Anrichten

Den Schweinsschopf in schöne Scheiben schneiden.

Mit Bratensaft, mitgebratenen Erdäpfeln und Kohl-Erdäpfel-Köch servieren.

Wer mag, stellt noch ein Glas kaltes Bier dazu. Mehr braucht es eigentlich nicht.

Mein Tipp

Der Braten lässt sich sehr gut vorbereiten. Auch aufgewärmt schmeckt er wunderbar. Manchmal sogar noch besser. Das ist bei echter Hausmannskost oft so: Sie braucht Zeit, Ruhe und ein bisschen Liebe.

Und wenn etwas übrig bleibt, gibt es am nächsten Tag kalten Schweinsbraten mit Kren, Senf und Brot. Da sagt auch niemand nein. Außer vielleicht jemand, der freiwillig Tofu-Wurst isst. Aber dem ist dann sowieso schwer zu helfen.

Fazit

Schweinsschopfbraten mit Kohl-Erdäpfel-Köch ist für mich ein richtiges Sonntagsessen. Bodenständig, ehrlich und voller Geschmack.

So ein Essen erinnert an früher, macht heute satt und sorgt dafür, dass am Tisch Ruhe einkehrt. Nicht weil niemand reden will, sondern weil alle kauen.

Und das ist manchmal das schönste Kompliment für den Koch.

Für Amazon-meine Kochutensilien: Eisengussbräter mit Deckel, Bratenthermometer, gutes Schneidbrett, scharfes Fleischmesser, Knoblauchpresse, Gewürzdosen, Küchensieb, Kartoffelschäler.

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Bis bald,
euer kulinarischer Influencer und Foodblogger
Peterschmankerl

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