Spanische Gazpacho & feiner Wurstsalat mit Kalbspariser – leichter Sonntag statt Sonntagsbraten

Es muss nicht immer der Sonntagsbraten sein. Nein. Schon gar nicht bei so einem Wetter.

Wenn draußen die Hitze auf der Straße flimmert und man beim Gedanken an Backrohr, Bratensaft und Knödel schon ins Schwitzen kommt, dann darf der Sonntag auch einmal leichter, frischer und trotzdem richtig gut schmecken.

Bei uns gibt es heute mittags zuhause in der verdunkelten Wohnung, die wir dank Wernig Raumlüftung angenehm heruntergekühlt haben, eine feine kleine Suppe: eine spanische Gazpacho.

Kalt, erfrischend, gesund und kinderleicht in der Herstellung. Nur eines braucht sie unbedingt: Zeit zum Durchkühlen. Lauwarme Gazpacho ist wie ein warmer Spritzer – technisch möglich, aber keiner braucht’s.

Mein Rezept stammt noch aus meiner Lehrzeit. Ein spanisches Originalrezept ohne Schnickschnack, ohne Modezirkus und ohne Küchenakrobatik. Einfach gutes Gemüse, gutes Olivenöl, ein wenig Essig, Salz, Pfeffer und Geduld im Kühlschrank.

Am Abend wird es dann wieder bodenständiger. Da mache ich einen feinen Wurstsalat. Aber nicht so einen mit Aktionsrabatt, Rabattmarkerl und mehliger Extrawurst, bei der man schon beim Aufschneiden traurig wird.

Nein, heute nehme ich beste Nahrungsmittel. Für meinen Wurstsalat verwende ich Kalbspariser aus der Traditionsfleischerei Radatz. Dazu rote Zwiebelringe, Paprikastreifen, ein paar Cocktailtomaten und Lavantaler Mostessig vom bekannten Sänger & Bauern vulgo Duller.

Kernöl stelle ich auch auf den Tisch. Nicht jeder will es, ich schon. Für mich ist Kernöl ein steirisches Aphrodisiakum für starke Männer. Ein paar Tropfen davon, und der Wurstsalat schaut gleich aus, als hätte er Charakter.

Die Semmeln backe ich im Airfryer auf, weil sonntags mein Lieblingsbäcker Wienerroither schläft. Und das darf er auch. Jeder braucht seinen Sonntag.


refreshing gazpacho in a glass
Gazpacho im Glas

Rezept: Spanische Gazpacho nach meiner Lehrzeit

Zutaten für 4 Personen

  • 1 kg reife Paradeiser
  • 1 rote Paprika
  • 1 grüne Paprika
  • 1 Salatgurke
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1–2 Knoblauchzehen
  • 2 Scheiben Weißbrot oder Toastbrot, entrindet
  • 4 EL gutes Olivenöl
  • 2 EL Weißweinessig oder milder Rotweinessig
  • Salz
  • frisch gemahlener Pfeffer
  • etwas kaltes Wasser nach Bedarf

Zum Servieren nach Wunsch:

  • klein gewürfelte Gurke
  • Paprikawürfel
  • Paradeiserwürfel
  • geröstete Brotwürfel
  • ein paar Tropfen Olivenöl

Zubereitung

Die Paradeiser waschen und grob schneiden. Wer es besonders fein haben möchte, kann sie vorher kurz überbrühen und schälen. Ich sage: Muss nicht sein, wenn später ordentlich gemixt und eventuell passiert wird.

Paprika, Gurke, Zwiebel und Knoblauch ebenfalls putzen und grob schneiden.

Das Weißbrot kurz in etwas kaltem Wasser einweichen und ausdrücken. Es gibt der Gazpacho eine schöne Bindung und macht sie rund.

Nun das Gemüse mit dem Brot, Olivenöl, Essig, Salz und Pfeffer in einen Mixer geben oder mit dem Stabmixer fein pürieren. Falls die Suppe zu dick ist, mit etwas kaltem Wasser verdünnen.

Danach abschmecken. Eine Gazpacho darf frisch, leicht säuerlich und würzig schmecken, aber nicht nach Essig erschlagen.

Die Suppe mindestens 2 bis 3 Stunden kalt stellen. Noch besser schmeckt sie, wenn sie richtig gut durchgekühlt ist.

Vor dem Servieren nochmals umrühren, in kalte Teller oder Gläser füllen und nach Wunsch mit Gemüsewürferln, geröstetem Brot und ein paar Tropfen Olivenöl garnieren.


Mein Tipp aus der Profiküche

Gazpacho immer gut gekühlt servieren. Wer will, kann die Teller oder Suppenschalen vorher kurz in den Kühlschrank stellen. Das macht bei großer Hitze wirklich einen Unterschied.

Und bitte: Keine Eiswürfel direkt in die Suppe werfen. Die verwässern nur den Geschmack. Lieber die Gazpacho rechtzeitig kühlen.


wurstsalat
zweierlei Wurstsalat

Rezept: Feiner Wurstsalat mit Kalbspariser auf meine Art

Zutaten für 2–3 Personen

  • 400 g Kalbspariser, fein geschnitten
  • 1 rote Zwiebel
  • 1 roter oder gelber Paprika
  • 8–10 Cocktailtomaten
  • 3–4 EL Lavantaler Mostessig
  • 4 EL neutrales Öl oder Sonnenblumenöl
  • Salz
  • frisch gemahlener Pfeffer
  • eventuell etwas Senf
  • Schnittlauch oder Petersilie nach Geschmack
  • Kürbiskernöl zum Servieren, wer mag
  • frische Semmeln

Zubereitung

Die Kalbspariser in feine Streifen schneiden. Die rote Zwiebel schälen und in dünne Ringe schneiden. Paprika in feine Streifen schneiden, Cocktailtomaten halbieren oder vierteln.

Alles in eine Schüssel geben.

Aus Mostessig, Öl, Salz, Pfeffer und nach Geschmack einem kleinen Löffel Senf eine Marinade rühren. Über den Wurstsalat gießen und vorsichtig durchmischen.

Den Wurstsalat etwa 15 bis 20 Minuten ziehen lassen. Er soll Geschmack annehmen, aber nicht in der Marinade ersaufen.

Vor dem Servieren noch einmal abschmecken. Wer mag, gibt Schnittlauch oder Petersilie darüber.

Das Kürbiskernöl stelle ich extra auf den Tisch. Denn beim Kernöl scheiden sich die Geister. Die einen lieben es, die anderen schauen skeptisch. Ich gehöre eindeutig zur ersten Sorte.

Dazu gibt es frische Semmeln, kurz im Airfryer aufgebacken. Außen resch, innen weich – so gehört sich das.


Fazit

So schaut für mich ein heißer Sonntag aus: Mittags eine eiskalte spanische Gazpacho, frisch und leicht. Abends ein feiner Wurstsalat mit guter Kalbspariser, ehrlichem Essig und auf Wunsch einem Schuss Kernöl.

Es muss wirklich nicht immer Sonntagsbraten sein.

Manchmal reicht ein kühler Teller Suppe, ein g’scheiter Wurstsalat und das gute Gefühl, dass man trotz Hitze nicht auf Genuss verzichten muss.


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