Gefüllte Paprika mit Paradeissauce und Erdäpfelpüree – mein Valalta-Klassiker nach Onkel Günther


Wenn liebe Freunde nach Valalta kommen

Wenn liebe Freunde nach Valalta kommen, dann gibt es bei mir eine Spezialität, die schon fast zur Hausordnung gehört: gefüllte Paprika mit Paradeissauce und cremigem Erdäpfelpüree.

Heute sind liebe Freunde bei uns zu Gast. Und da wird nicht lang herumexperimentiert. Da kommt ein Essen auf den Tisch, das satt macht, glücklich macht und nach richtiger Küche riecht.

Bei den Portionen ist es bei mir ganz einfach:
Die Männer bekommen meistens drei Stück, die Frauen essen meistens zwei. Das ist keine wissenschaftliche Untersuchung, sondern jahrzehntelange Küchenbeobachtung. Und die stimmt oft besser als jede App.

Dieses Rezept stammt von meinem Onkel Günther, dem legendären Küchenchef des Parkhotels Pörtschach. Von ihm habe ich gelernt: Ein gutes Essen braucht keine Tricks. Es braucht gute Zutaten, Erfahrung, Geduld und ein bisserl Liebe.

Ich bin Koch der alten Schule. Ich liebe Lebensmittel pur: Paprika, Tomaten, Erdäpfel, Zwiebeln, Knoblauch und alles, was ehrlich gewachsen ist. Meine Vitamine und Ballaststoffe hole ich mir am liebsten aus der Natur und von den Bauern aus der Umgebung, die regionale und echte Lebensmittel herstellen.

Natürlich weiß ich auch: Manchmal braucht der Mensch Medikamente. Ich selbst muss nach meinem Schlaganfall viele Tabletten nehmen, und dafür bin ich auch dankbar. Aber beim Essen bleibe ich trotzdem bei meiner Linie: so natürlich wie möglich, so ehrlich wie möglich und mit Geschmack statt Schnickschnack.

Und genau darum liebe ich dieses Gericht. Es ist bodenständig, ehrlich und schmeckt nach Zuhause – auch wenn man gerade in Valalta unter der kroatischen Sonne sitzt.


gefüllte Paprika

Rezept: Gefüllte Paprika mit Paradeissauce und cremigem Erdäpfelpüree

Zutaten für 4 Personen

Für 4 Personen rechne ich mit 10 kleinen gelben Paprika. Das passt gut, wenn zwei Männer ordentlich essen und zwei Frauen normal genießen.


Für die gefüllten Paprika

  • 10 kleine gelbe Paprika, wenn möglich kroatische
  • 25 g Butter
  • 1 mittelgroße Zwiebel, fein gewürfelt
  • 2 frische Knoblauchzehen, fein gehackt
  • 625 g gemischtes Faschiertes, Rind und Schwein
  • 2 bis 2 ½ EL Senf
  • 1 EL getrockneter Majoran
  • 2 EL Olivenöl
  • Salz
  • Pfeffer
  • 100 g Langkornreis, halb gekocht

Für die Paradeissauce

  • 50 g Butter
  • 1 EL Olivenöl
  • 1 mittelgroße Zwiebel, fein geschnitten
  • 4 reife Tomaten, gehackt
  • 1 große Dose geschälte Tomaten, zum Beispiel Mutti
  • ca. 250 ml Rindsuppe oder Suppe aus Suppenwürfel
  • 1 EL Mehl oder etwas Maizena zum Binden, falls nötig
  • 2 EL Zucker
  • 1 TL Salz
  • Pfeffer nach Geschmack

Für das cremige Erdäpfelpüree

  • ca. 1 kg mehlige Erdäpfel
  • 60 bis 70 g Butter
  • ca. 180 bis 220 ml warme Milch
  • Salz
  • Muskatnuss, frisch gerieben, wenn vorhanden

Zubereitung

1. Paprika vorbereiten

Die gelben Paprika waschen. Den Strunk vorsichtig abschneiden, die Paprika aushöhlen und die Kerne entfernen.

Die Strünke nicht wegwerfen. Die kommen später wieder als kleine Deckel auf die gefüllten Paprika. Das schaut schön aus und gehört einfach dazu.


2. Reis vorkochen

Den Langkornreis in Salzwasser halb gar kochen. Er soll nicht weich und beleidigt im Topf liegen, sondern noch ein wenig Biss haben.

Danach abseihen und auskühlen lassen.


3. Fülle zubereiten

Die fein geschnittene Zwiebel in Butter und etwas Olivenöl glasig anschwitzen.

Den Knoblauch kurz dazugeben und mitrösten. Aber bitte nicht braun werden lassen. Brauner Knoblauch ist wie ein grantiger Kellner: Er verdirbt schnell die Stimmung.

Das Faschierte in eine große Schüssel geben. Die angeschwitzte Zwiebel mit Knoblauch, Senf, Majoran, Olivenöl, Salz und Pfeffer dazugeben.

Den halb gekochten Reis untermischen und alles gut vermengen.

Jetzt kommt der wichtigste Schritt: abschmecken. Die Fülle darf ruhig kräftig gewürzt sein, denn Paprika und Sauce nehmen beim Kochen viel Geschmack auf.


4. Paprika füllen

Die Paprika mit der Fleisch-Reis-Masse füllen. Nicht zu fest stopfen, denn die Fülle dehnt sich beim Kochen noch etwas aus.

Die Strünke wieder als kleine Deckel aufsetzen.

Die gefüllten Paprika in einen großen Topf oder Bräter schlichten.


5. Paradeissauce kochen

Für die Sauce Butter und Olivenöl erhitzen. Die fein geschnittene Zwiebel langsam anschwitzen.

Die frischen Tomaten und die Dosentomaten dazugeben und kurz mitdünsten.

Mit Rindsuppe aufgießen, Salz, Zucker und Pfeffer dazugeben und alles gut aufkochen lassen.

Danach die Sauce mit dem Stabmixer fein pürieren.

Die Paradeissauce über die gefüllten Paprika gießen. Die Paprika sollen schön in der Sauce liegen, aber nicht herumtanzen wie beim Frühschoppen nach dem dritten Bier.


6. Langsam köcheln lassen

Den Topf zudecken und die gefüllten Paprika bei kleiner Hitze etwa 45 Minuten sanft köcheln lassen.

Zwischendurch den Topf vorsichtig rütteln, damit nichts anbrennt.

Wenn die Sauce zu dünn ist, mit etwas Mehl oder Maizena binden. Danach nochmals abschmecken.

Die Sauce soll fruchtig, leicht süßlich und rund sein – genau so, wie eine gute Paradeissauce sein muss.


7. Erdäpfelpüree zubereiten

Die Erdäpfel schälen, in Stücke schneiden und in Salzwasser weich kochen.

Abseihen und kurz ausdampfen lassen.

Die Erdäpfel durch eine Presse drücken oder fein stampfen. Butter dazugeben und mit warmer Milch cremig rühren.

Mit Salz und etwas frisch geriebener Muskatnuss abschmecken.

Wichtig: Das Püree bitte nicht mit dem Stabmixer bearbeiten. Sonst wird es klebrig wie Tapetenkleister – und das hat kein Erdäpfel verdient.

Ein gutes Erdäpfelpüree braucht Liebe, Butter und ein bisserl Geduld.


Mein Serviertipp

Die gefüllten Paprika mit reichlich Paradeissauce und einem schönen Löffel Erdäpfelpüree servieren.

Bei mir kommt zuerst die Sauce auf den Teller, dann die Paprika dazu und daneben das cremige Püree. So kann man mit jedem Bissen ein Stück Paprika, Sauce und Püree erwischen.

Das ist kein modernes Schaumsüppchen mit Pinzette. Das ist ehrliche Küche. So wie früher. So wie bei Onkel Günther. Und genau deshalb schmeckt es.


Mein Gedanke dazu

Ich habe nichts gegen moderne Ernährung. Jeder soll essen und leben, wie es ihm guttut.

Aber ich bleibe bei meiner Linie: Wenn es ums Kochen geht, vertraue ich auf echte Lebensmittel. Eine reife Tomate, ein gelber Paprika, ein guter Erdäpfel, ein Stück ehrliches Fleisch und eine Sauce, die langsam köcheln darf – das ist für mich Küche.

Medikamente sind wichtig, wenn man sie braucht. Das weiß ich aus eigener Erfahrung. Aber ein gutes Essen gibt einem etwas, das keine Tablette ersetzen kann: Wärme, Erinnerung, Genuss und das Gefühl, dass man am richtigen Tisch sitzt.

Und wenn dann noch liebe Freunde da sind, die Paradeissauce duftet und das Erdäpfelpüree cremig am Teller liegt, dann weiß ich wieder: Das Leben schmeckt am besten, wenn es ehrlich gekocht ist.

Mahlzeit aus Valalta!


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Gefüllte Paprika: Isst du lieber zwei Stück mit viel Sauce oder gehörst du auch zur Fraktion drei Stück und ein Berg Erdäpfelpüree dazu?

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