ESC in Wien – und vorher ein g’scheites Wirtshaus
Wenn man schon mit Frau und Enkel in Wien unterwegs ist, dann braucht es nicht nur Musik, Lichter und Songcontest-Stimmung. Irgendwann meldet sich auch der Magen – und der hat bekanntlich kein Verständnis für Halbfinale, Punktewertung oder Windmaschinen auf der Bühne.
Im Rahmen unseres ESC-Wochenendes besuchen wir den Schwaigerwirt in Wien-Floridsdorf. Ein Wirtshaus, das schon auf den ersten Blick sagt:
„Schee, dass do seid’s…“
Und genau das mag ich. Kein steifes Lokal, kein Teller mit drei Erbsen und einem Blattl Petersilie, sondern Wiener Küche, wie man sie sich wünscht: bodenständig, herzlich und mit Schmäh.
Der Schwaigerwirt liegt in der Schwaigergasse 16, 1210 Wien und bezeichnet sich selbst als Wirtshaus mit klassischer Wiener und österreichischer Hausmannskost nach altbewährten Rezepten. Montag ist laut Website Ruhetag.
Warum gerade der Schwaigerwirt?
Beim ESC am Rathausplatz gibt es sicher genug Essenstände, Getränke und internationale Stimmung. Aber ganz ehrlich: Wenn ich mit meiner Frau und meinem Enkel unterwegs bin, dann will ich zwischendurch auch einmal sitzen, essen und nicht mit einem Pappteller in der Hand gegen den Wind kämpfen.
Ein Wiener Beisl oder Wirtshaus ist für mich da oft die bessere Wahl. Man bekommt ein ordentliches Essen, ein Getränk dazu, kann miteinander reden – und der Enkel sieht gleich, dass Wien kulinarisch mehr kann als Würstelstand und Pommes.
Beim Schwaigerwirt stehen Klassiker wie Wiener Schnitzel vom Kalb, Schweins- oder Hühnerschnitzel, Schweinsbraten, Palatschinken, gebackene Apfelringe und gebackene Mäuse auf der Karte. Das Wiener Schnitzel vom Kalb wird mit Erdäpfel-Vogerlsalat und Preiselbeeren angeführt.
Und genau da bin ich sofort dabei.
Der Star am Teller: Wiener Schnitzel vom Kalb
Wenn ein Wirtshaus in Wien ein gutes Wiener Schnitzel kann, dann ist das schon die halbe Miete. Für mich ist ein echtes Wiener Schnitzel kein Zufallsprodukt. Das braucht gutes Kalbfleisch, eine lockere Panier, heißes Fett und vor allem: Ruhe in der Pfanne.
Die Panier muss soufflieren, also sich leicht vom Fleisch abheben. Nicht ankleben wie eine nasse Zeitung am Haustor. Außen goldgelb, innen zart – so gehört sich das.
Dazu ein Erdäpfel-Vogerlsalat, ein Löffel Preiselbeeren und vielleicht ein kleines Bier oder ein Gespritzter. Dann ist Wien am Teller angekommen.
Rezept: Wiener Schnitzel vom Kalb mit Erdäpfel-Vogerlsalat
Ein Rezept nach meiner Art – inspiriert vom klassischen Wiener Wirtshaus, wie man es beim Schwaigerwirt erwarten darf.
Zutaten für 4 Personen
Für das Wiener Schnitzel
- 4 Kalbsschnitzel aus der Kalbsschale, je ca. 140–160 g
- Salz
- griffiges Mehl
- 2–3 Eier
- ein kleiner Schuss Schlagobers oder Milch
- Semmelbrösel, möglichst fein
- Butterschmalz oder Öl mit etwas Butterschmalz zum Backen
- Zitronenspalten
- Preiselbeeren zum Servieren
Für den Erdäpfel-Vogerlsalat
- 700 g speckige Erdäpfel
- 1 kleine rote oder weiße Zwiebel
- 150 ml Rindsuppe oder Gemüsefond, warm
- 3 EL Apfelessig
- 5 EL neutrales Öl
- 1 TL Senf
- Salz
- Pfeffer
- 1 Prise Zucker
- 2 Handvoll Vogerlsalat
- Schnittlauch nach Geschmack
Zubereitung
1. Erdäpfelsalat vorbereiten
Die Erdäpfel in der Schale weich kochen, abseihen, kurz ausdampfen lassen und noch warm schälen. Danach in Scheiben schneiden.
Die Zwiebel fein schneiden. Warme Suppe mit Essig, Senf, Salz, Pfeffer, Zucker und Öl verrühren. Über die warmen Erdäpfel gießen und vorsichtig vermengen.
Der Salat soll schön saftig sein. Nicht trocken wie ein alter Amtszettel.
Kurz vor dem Servieren den Vogerlsalat unterheben und mit Schnittlauch bestreuen.
2. Schnitzel klopfen
Die Kalbsschnitzel zwischen Frischhaltefolie oder in einem Gefrierbeutel vorsichtig dünn klopfen. Nicht erschlagen – nur freundlich überreden.
Danach leicht salzen.
3. Panieren
Drei Teller vorbereiten:
- Mehl
- Verquirlte Eier mit einem kleinen Schuss Schlagobers oder Milch
- Semmelbrösel
Die Schnitzel zuerst in Mehl wenden, dann durch das Ei ziehen und zuletzt locker in die Brösel legen. Nicht fest andrücken. Die Panier soll später aufgehen können.
4. Goldgelb backen
In einer großen Pfanne reichlich Butterschmalz erhitzen. Das Schnitzel soll schwimmen können, nicht traurig am Pfannenboden ankleben.
Die Schnitzel bei mittlerer bis guter Hitze goldgelb backen. Dabei die Pfanne leicht schwenken und mit heißem Fett übergießen. So bekommt die Panier ihre schöne Wellenform.
Auf Küchenpapier kurz abtropfen lassen.
5. Anrichten
Das Wiener Schnitzel mit Erdäpfel-Vogerlsalat, Preiselbeeren und Zitrone servieren.
Mehr braucht es nicht. Außer vielleicht jemanden am Tisch, der sagt:
„Des war jetzt wirklich guat.“
Mein Küchengeheimnis
Die Panier niemals festdrücken. Das ist einer der häufigsten Fehler. Beim Wiener Schnitzel soll die Panier locker bleiben und sich beim Backen leicht vom Fleisch lösen. Dann wird sie knusprig, wellig und richtig schön wirtshausmäßig.
Und noch etwas: Das Fett muss heiß genug sein. Ist es zu kalt, saugt sich die Panier voll. Ist es zu heiß, wird sie dunkel, bevor das Fleisch fertig ist. Goldgelb ist die Farbe der Wahrheit.
Mein Fazit zum ESC-Wochenende
Der ESC ist Musik, Show, Stimmung und ein bisserl Wahnsinn. Aber für mich gehört zu so einem Wien-Wochenende auch ein gutes Essen dazu.
Der Schwaigerwirt klingt nach genau dem Ort, wo man zwischen Technikmuseum, Rathausplatz und Songcontest-Trubel einmal runterkommt. Ein Wirtshaus, wie man es braucht: klassisch, herzlich und mit ordentlicher Wiener Küche.
Und wenn dann noch ein echtes Wiener Schnitzel am Tisch steht, dann hat Österreich schon gewonnen – ganz egal, wie viele Punkte am Ende aus Schweden kommen.
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