Sibylle und Peter an ihrem Hochzeitstag – 47 Jahre später feiern sie Kaschmirhochzeit

Unsere Kaschmirhochzeit: 47 Jahre Liebe und Rindschnitzel à la Sibylle

Unser 47. Hochzeitstag ist ein ganz besonderer Tag: Vor genau 17.167 Tagen, am 22. September 1979, haben meine Frau Sibylle und ich Ja zueinander gesagt – Ja zu einem gemeinsamen Leben mit allen Höhen und Tiefen, mit Familie, Arbeit, Reisen, schönen Erlebnissen und natürlich vielen gemeinsamen Mahlzeiten.

Der 47. Hochzeitstag wird auch Kaschmirhochzeit genannt. Kaschmir gilt als besonders fein, wärmend und kostbar. Genau dafür steht dieser Hochzeitstag: für die Wärme und Geborgenheit einer langen Ehe und für den unschätzbaren Wert von 47 gemeinsam verbrachten Jahren.

Unser Ritual am 47. Hochzeitstag

An unserem Hochzeitstag gehen wir abends nicht in ein Restaurant. Bei uns gibt es ein viel schöneres Ritual: Meine Frau kocht für uns.

Ihr Geschenk an mich ist meine absolute Leibspeise:

Rindschnitzel à la Sibylle mit Nudeln, Rotweinsaftl und Preiselbeeren auf Orange

Keiner kann dieses Essen so gut zubereiten wie meine Frau. Und obwohl ich selbst mein ganzes Berufsleben lang Koch war, habe ich bis heute nicht herausgefunden, was Sibylle dabei so besonders macht.

Vielleicht liegt das Geheimnis gerade in der einfachen Zubereitung. Kein Firlefanz, keine Gewürzparade und keine unnötigen Zutaten. Die Rindschnitzel werden mit Senf bestrichen und kräftig angebraten. Danach werden reichlich Zwiebeln goldbraun geröstet, mit trockenem Rotwein abgelöscht und die Schnitzel langsam in einem kurzen, kräftigen Saft fertig geschmort.

Oder es liegt doch an jener besonderen Zutat, die in keinem Kochbuch steht: 47 Jahre Liebe.

Rindschnitzel à la Sibylle mit Nudeln und Preiselbeeren

Rezept: Rindschnitzel à la Sibylle

Zutaten für 2 Personen

  • 2 große oder 4 kleine Rindschnitzel
  • 2 große Zwiebeln
  • 2 EL mittelscharfer Senf
  • Salz und frisch gemahlener Pfeffer
  • 2 EL Öl oder Butterschmalz
  • etwa 250 ml trockener Rotwein
  • etwa 250 ml Rindsuppe
  • 250 g Bandnudeln
  • 1 unbehandelte Orange
  • 4 EL Preiselbeeren
  • bei Bedarf etwas kalte Butter für den Saft

Zubereitung

1. Rindschnitzel vorbereiten

Die Rindschnitzel zwischen zwei Lagen Frischhaltefolie vorsichtig klopfen. Anschließend auf beiden Seiten leicht salzen und pfeffern und eine Seite dünn mit Senf bestreichen.

2. Fleisch kräftig anbraten

Öl oder Butterschmalz in einer großen Pfanne oder einem Schmortopf stark erhitzen. Die Schnitzel darin portionsweise auf beiden Seiten kräftig anbraten. Danach herausnehmen und zugedeckt beiseitestellen.

3. Viele Zwiebeln rösten

Die Zwiebeln schälen, halbieren und in feine Streifen schneiden. Im Bratrückstand langsam goldbraun rösten. Dabei darf man sich ruhig etwas Zeit lassen, denn die gut gerösteten Zwiebeln geben dem Saft seine kräftige Farbe und den wunderbaren Geschmack.

4. Mit Rotwein ablöschen

Die gerösteten Zwiebeln mit dem trockenen Rotwein ablöschen. Den Bratrückstand mit einem Kochlöffel vom Pfannenboden lösen und den Wein einige Minuten einkochen lassen.

Danach die Rindsuppe zugießen und die Schnitzel wieder in den Topf legen. Zugedeckt bei kleiner Hitze etwa 60 bis 90 Minuten langsam schmoren, bis das Fleisch wunderbar weich ist. Je nach Fleischqualität kann es etwas länger dauern.

Der Saft soll am Ende kurz, kräftig und würzig sein. Falls er zu dünn ist, die Schnitzel herausnehmen und den Saft noch einige Minuten offen einkochen lassen. Wer möchte, rührt zum Schluss ein kleines Stück kalte Butter ein.

5. Nudeln und Preiselbeeren vorbereiten

Die Bandnudeln in reichlich Salzwasser bissfest kochen und abseihen. Etwas vom Rotweinsaft unter die Nudeln mischen.

Die Orange heiß waschen, in dünne Scheiben schneiden und jeweils einen Löffel Preiselbeeren daraufsetzen. Die fruchtige Säure passt ausgezeichnet zum kräftigen Rindschnitzel.

Anrichten

Die Nudeln auf vorgewärmten Tellern anrichten, das butterweiche Rindschnitzel danebenlegen und alles mit dem kräftigen Zwiebel-Rotweinsaft überziehen. Mit den Orangenscheiben und Preiselbeeren servieren.

Flat Lake aus dem Burgenland

Dazu trinken wir einen trockenen Qualitätsrotwein von Flat Lake aus dem Burgenland – selbstverständlich denselben Wein, der auch in den Saft kommt.

Ein feines Frühstück gehört ebenfalls dazu

Unser Hochzeitstag beginnt bereits am Vormittag mit einem gemütlichen Frühstück im Café la pared in Klagenfurt. Die große Frühstücksetagere werde ich diesmal allerdings nicht bestellen. Solche Mengen schaffe und brauche ich heute nicht mehr.

Mittlerweile halte ich es nach einem einfachen Grundsatz:

Lieber weniger, dafür von sehr guter Qualität.

Zu viel Gewicht hat mich beinahe mein ganzes Leben begleitet – und meine Gesundheit hat dafür ihren Preis bezahlt. Deshalb passe ich heute besser auf mich auf. Nicht aus Eitelkeit, sondern weil Sibylle und ich ein gemeinsames Ziel haben: Wir möchten in drei Jahren unsere Goldene Hochzeit gesund und fit erleben.

Die Goldene Hochzeit vielleicht in Valalta

Frühstückstisch am Campingplatz in Valalta

Wo wir unseren 50. Hochzeitstag feiern werden, steht natürlich noch nicht fest. Aber ich habe da schon eine schöne Vorstellung: vielleicht im FKK-Naturistenresort Valalta bei Rovinj.

Valalta ist für uns längst mehr als nur ein Urlaubsort. Es ist im Sommer zu unserem zweiten Zuhause geworden – ein Platz, an dem wir gerne unsere Lebenszeit verbringen.

Denn die Arbeitszeit liegt hinter uns. Was wir jetzt haben, ist Lebenszeit. Und die möchten wir gemeinsam genießen: mit Reisen, gutem Essen, lieben Menschen und hoffentlich noch vielen Hochzeitstagen.

geheiraten am 22.9.1979

Liebe Sibylle, danke für 47 gemeinsame Jahre – und natürlich für dein unvergleichliches Rindschnitzel. Auf uns und auf die nächsten drei Jahre bis zur Goldenen Hochzeit!

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