Heute ist bei uns in Valalta so
etwas wie Urlauber-Schichtwechsel in der Familie. Einer fährt, die Nächsten kommen – und spätestens am Abend sitzen wieder alle gemeinsam beim Essen. Genau so mag ich Urlaub.
Ein Enkel wird heute von seinem Papa abgeholt. Die beiden machen ihren Urlaub noch ein Stück weiter und fahren nach Funtana. Dafür kommt meine Tochter mit dem kleinsten Enkel für ein paar Tage zu uns auf Besuch. Geschlafen wird natürlich ganz unkompliziert im Zelt – Campingurlaub eben.
Und damit ist die Runde noch nicht komplett. Eine meiner älteren Enkelinnen kommt ebenfalls mit ihrem Freund vorbei. Die beiden bleiben zwar nicht über Nacht, aber am Abend wird natürlich gemeinsam gegessen.
Wenn viele kommen, braucht es etwas, das alle mögen
Da brauche ich gar nicht lange herumzutüfteln. Was essen Kinder, Enkel, Tochter, Oma und Opa meistens gleichermaßen gerne?
Spaghetti Bolognese!
Nicht aus dem Glas, nicht aus dem Sackerl und schon gar nicht schnell zusammengerührt. Wenn ich hier in Valalta eines habe, dann ist es Zeit. Und genau die braucht ein gutes Sugo.
Also fahre ich am Vormittag zu meinem Fleischer des Vertrauens nach Rovinj und hole frisches Rindfleisch. Dazu kommen frische Paradeiser, Zwiebeln, Knoblauch und ordentlich Wurzelgemüse.
Dann darf das Ganze etwa drei Stunden ganz gemütlich vor sich hinschmurgeln.
Kein Stress. Kein hektisches Kochen. Deckel drauf, hin und wieder umrühren und der Duft erledigt den Rest.
So stelle ich mir Urlaubsküche vor.

Spaghetti Bolognese für etwa 7 Personen
Zutaten für das Sugo
- 1,2 kg frisch faschiertes Rindfleisch
- 2 große Zwiebeln
- 3–4 Knoblauchzehen
- 3 Karotten
- ca. 150 g Sellerie
- 2 Stangen Stangensellerie, wenn vorhanden
- 2 EL Tomatenmark
- ca. 1,5 kg reife Paradeiser
- alternativ zusätzlich etwas passierte Tomate, falls die Paradeiser wenig Saft haben
- ca. 250 ml Rotwein
- 300–500 ml Rindsuppe
- Olivenöl
- 2 Lorbeerblätter
- etwas Oregano
- Salz
- frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
- eine kleine Prise Zucker nur dann, wenn die Paradeiser zu viel Säure haben
Außerdem
- ca. 800–900 g Spaghetti
- frisch geriebener Parmesan oder Pecorino
So mache ich mein Bolognese-Sugo
1. Gemüse vorbereiten
Zwiebeln, Karotten und Sellerie sehr fein schneiden. Den Knoblauch ebenfalls fein hacken.
Die Paradeiser kurz überbrühen, häuten und klein schneiden. Wer es rustikaler mag, kann sie natürlich auch einfach klein würfeln und die Haut dranlassen.
2. Das Fleisch kräftig anbraten
In einem großen Topf etwas Olivenöl erhitzen und das faschierte Rindfleisch portionsweise kräftig anbraten.
Wichtig ist mir dabei: Das Fleisch soll wirklich braten und nicht im eigenen Saft kochen.
Erst durch die Röstaromen bekommt das Sugo später seinen kräftigen Geschmack.
3. Gemüse dazu
Zwiebeln und Wurzelgemüse dazugeben und einige Minuten mitrösten.
Knoblauch und Tomatenmark kommen erst danach hinein. Das Tomatenmark ebenfalls kurz anrösten.
4. Ablöschen und schmoren
Mit Rotwein ablöschen und etwas einkochen lassen.
Dann die frischen Paradeiser, Lorbeer, Oregano und etwas Rindsuppe dazugeben.
Jetzt kommt der wichtigste Bestandteil hinein:
Zeit.
Das Sugo lasse ich bei kleiner Hitze ungefähr drei Stunden langsam schmurgeln. Hin und wieder umrühren und bei Bedarf etwas Rindsuppe nachgießen.
Erst gegen Ende mit Salz und Pfeffer richtig abschmecken.
Das Ergebnis soll keine dünne Tomatensauce sein, sondern ein kräftiges, dichtes Fleischsugo, das wunderbar an den Nudeln haftet.

Und bei den Nudeln bin ich eigen
Dazu gibt es bei uns Rummo-Spaghetti aus Italien.
Ich mag diese Nudeln besonders, weil sie sehr kochstabil sind und auch wirklich al dente bleiben. Da wird nichts matschig und nichts pappig.
Wer Nudeln lieber ganz weich gekocht haben möchte, wird mit mir vermutlich nicht glücklich.
Aber die Italiener und ich haben damit sicher kein Problem. 😄
Die Spaghetti kommen in reichlich Salzwasser und werden wirklich erst kurz vor dem Essen gekocht. Danach direkt mit dem heißen Sugo auf den Teller.
Und dann darf jeder selbst entscheiden:
Parmesan oder Pecorino?
Bei mir darf es ruhig ordentlich davon sein.
Familie kommt, Familie fährt – und am Ende sitzen alle am Tisch
Das gefällt mir an unseren langen Aufenthalten hier besonders. Ein Enkel fährt weiter, Tochter und kleinster Enkel kommen an, die ältere Enkelin schaut mit ihrem Freund vorbei – ständig tut sich etwas.
Und irgendwann am Abend sitzen wieder alle rund um einen Tisch.
Die Erwachsenen bekommen heute dazu einen gut gekühlten Rosé von Matošević. Und die Kinder?
So wie ich meine Bande kenne, brauche ich gar nicht groß zu fragen.
Eistee.
Dann kommen die dampfenden Spaghetti auf den Tisch, das Sugo hat drei Stunden Zeit bekommen, der Pecorino steht bereit – und für eine Weile ist es egal, wer heute angekommen ist und wer morgen wieder weiterfährt.
Denn genau dafür koche ich gerne:
Damit alle zusammensitzen und gemeinsam schmausen.
Mahlzeit aus Valalta!
Euer Peter
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