Heute bleibt meine Küche einmal kalt. Und das hat einen besonders schönen Grund: Wir sind bei lieben Camperfreunden eingeladen.
Bei uns hier in Valalta hat sich nämlich eine wunderbare Tradition entwickelt. Jeder Camper kocht irgendwann einmal für seine Freunde etwas Gutes aus seiner Heimat. Einmal kommt etwas Kärntnerisches auf den Tisch, ein anderes Mal vielleicht etwas Kroatisches – und heute sind die Salzburger dran.
Genauer gesagt: Toni und Sonja.
Und was könnten Salzburger wohl Besseres mitbringen als eine richtig gute Bosna?

Bosna – aber bitte ohne Petersilie!
Ich muss gleich etwas gestehen: Ich war bisher überzeugt, dass in eine richtige Bosna auch Petersilie gehört.
Toni und Sonja haben mich eines Besseren belehrt.
„Peter, in die Original-Bosna gehört keine Petersilie!“
Na gut. Wenn zwei Salzburger das sagen, werde ich als Kärntner Koch wohl klein beigeben müssen. 😄
Also gibt es die Bosna heute ohne Petersilie.
Dafür haben die beiden ordentlich aufgetischt. Die Bratwürstel, die XL Käsekrainer und den Leberkäse stammen von einem bekannten Bauern aus ihrer Heimat in Salzburg. Auch die Bosna-Weckerl haben sie von dort mitgebracht.
Und zwar nicht diese riesigen langen Varianten, die man heute manchmal bekommt, sondern die kurzen Bosna-Weckerl mit den passenden kurzen Bratwürsteln.
So, wie sie es kennen und lieben.

Die Bosna kommt bei uns auf den Grill
Natürlich sind wir in Valalta – also wird gegrillt und gebraten.
Die Bratwürstel kommen schön heiß auf den Grill oder aus Sonjas Spezialpfanne., bis sie rundherum Farbe bekommen und außen leicht knusprig sind. Auch die aufgeschnittenen Weckerl dürfen kurz auf den Grill.
Und für alle, die einmal keine normalen Schweinsbratwürstel möchten, haben Toni und Sonja sogar Käsekrainer und Spezial Leberkäse mitgebracht.

Ob das dann noch eine echte Bosna ist?
Darüber können die Salzburger jetzt diskutieren. Mir wird sie wahrscheinlich trotzdem schmecken. 😄
Frühschoppen statt Abendessen
Das Ganze beginnt diesmal nicht erst am Abend.
Nein – wir starten schon zum Frühschoppen.
Ein paar gute Würstel vom Grill, ein Bosna-Weckerl, etwas zu trinken und liebe Freunde rund um den Tisch – viel mehr braucht es eigentlich nicht für einen gelungenen Sonntag in Valalta.
Und ich habe so das Gefühl, dass aus diesem „kleinen Frühschoppen“ wieder einmal ein ziemlich lustiger Nachmittag werden könnte.
Camper wissen ja: Man setzt sich nur ganz kurz zusammen …
… und plötzlich sind ein paar Stunden vergangen.

Und am Abend? Beef Tatar für meinen Enkel und den Überraschungsbesuch!
Ganz untätig bin ich heute dann doch nicht.
Mein Enkel hat sich für den Abend nämlich Beef Tatar gewünscht. Aber die Enkelin isst kein Tatar, sie bekommt Thunfischsalat.
Das Fleisch hole ich ganz frisch bei unserem Lieblingsfleischer Mate in Rovinj.
Mate ist für mich noch ein Fleischer, wie ein Fleischer sein soll: alte Handwerkstradition, frische Ware, ausgezeichnete Qualität – und auch der Preis passt noch.
Zum Beef Tatar gibt es bei uns frisches getoastetes Toastbrot und alles, was wir gerne dazu essen:
Roter Zwiebel, Butter, Majonnaise, Tomaten, Oliven und Paprika.
Aber zuerst genießen wir einmal die Salzburger Bosna von Toni und Sonja.
Rezept: Salzburger Bosna vom Grill
Zutaten für 4 Personen
- 8 kleine Schweinsbratwürstel
- 4 Bosna-Weckerl oder längliche Weißbrotweckerl
- 2 mittelgroße Zwiebeln
- mittelscharfer Senf
- Currypulver
- etwas Salz
- nach Geschmack eine Prise Pfeffer oder eine würzige Curry-Gewürzmischung
Und ganz wichtig:
Keine Petersilie! Zumindest nicht, wenn es nach unseren Salzburger Freunden Toni und Sonja geht.
Zubereitung
1. Bratwürstel grillen
Den Grill gut vorheizen.
Die Bratwürstel bei mittlerer bis kräftiger Hitze rundherum grillen, bis sie schön gebräunt und durchgegart sind.
Nicht zu heiß grillen, sonst sind sie außen schwarz, bevor sie innen richtig heiß sind.
2. Zwiebeln vorbereiten
Die Zwiebeln schälen und sehr fein schneiden oder hacken.
Gerade bei einer Bosna sollen die Zwiebeln nicht in riesigen Stücken aus dem Weckerl fallen.
3. Weckerl anrösten
Die Bosna-Weckerl längs aufschneiden, aber möglichst nicht vollständig durchschneiden.
Mit der Schnittfläche kurz auf den heißen Grill legen.
Sie sollen warm und leicht knusprig werden, aber nicht hart.
4. Bosna zusammenbauen
Die Innenseiten der warmen Weckerl mit etwas Senf bestreichen.
Je zwei frisch gegrillte Bratwürstel hineinlegen und großzügig mit den fein geschnittenen Zwiebeln bestreuen.
Zum Schluss kommt ordentlich Currypulver darüber.
Wer möchte, kann die Würzung noch mit etwas Pfeffer oder einer kräftigen Curry-Gewürzmischung abrunden.
Dann heißt es:
Sofort hineinbeißen, solange die Würstel noch richtig heiß sind!
Peters Küchentipp
Bei so einem einfachen Gericht entscheidet die Qualität der wenigen Zutaten.
Ein gutes Weckerl, wirklich gute Bratwürstel und frische Zwiebeln – dann braucht eine Bosna gar nicht viel mehr.
Und nachdem unsere Würstel heute extra aus Salzburg mit nach Valalta gereist sind, kann eigentlich nichts mehr schiefgehen.
Außer vielleicht, dass wir beim Frühschoppen zu lange sitzen bleiben. 😉
Aber dafür sind wir schließlich auf Urlaub.
Ich wünsche euch einen schönen Sonntag und vielleicht bekommt ihr jetzt ja ebenfalls Lust auf eine echte Salzburger Bosna vom Grill.
Mahlzeit aus Valalta!
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