Ein Grillabend im Garten mit einer lustigen Runde, einem kühlen Getränk in der Hand und dem Duft von saftigem Fleisch in der Nase – Herz, was brauchst du mehr?

Bei uns wird nicht jeden zweiten Tag der Grill angeworfen. Aber wenn ich grille, dann ordentlich! Schließlich soll ein Grillabend etwas Besonderes sein und nicht nur aus ein paar Würsteln bestehen, die nebenbei über die Glut gerollt werden.
Gutes Fleisch ist die halbe Miete
Das Fleisch kaufe ich meistens bei Karnerta. Gut abgehangenes beziehungsweise gereiftes Fleisch bekomme ich auch beim Fleischmarkt. Wenn steirisches Qualitätsfleisch angeboten wird, greife ich ebenfalls gerne zu.
Mit gewöhnlicher Gastroware kann man mich dagegen nicht so leicht hinter dem Grill hervorlocken. Sie erfüllt zwar ihren Zweck, ist aber nicht unbedingt mein Favorit. Gerade bei einem guten Steak schmeckt man den Unterschied.

Auch die Metro ist eine gute Adresse, wenn es um besondere Steaks geht. Dort findet man beispielsweise Markenware von Block House oder amerikanisches Premiumfleisch. Allerdings kann man sich dabei preislich sehr schnell in Richtung 100 Euro pro Kilogramm bewegen. Das ist kein Fleisch für jeden Samstag – aber für einen besonderen Grillabend darf es schon einmal etwas Außergewöhnliches sein.

Die Qual der Steakwahl
Für Steakliebhaber gibt es eine herrliche Auswahl:
- T-Bone-Steak
- Porterhouse-Steak
- Club-Steak
- Filetsteak
- Rib-Eye-Steak
- Rumpsteak
- Tomahawk-Steak
Das T-Bone und das Porterhouse vereinen gleich zwei Fleischstücke: Beiried und Filet, getrennt durch den typischen T-förmigen Knochen. Das Porterhouse besitzt dabei den größeren Filetanteil.
Das Rib Eye ist kräftig marmoriert, besonders saftig und für mich eines der besten Steaks vom Grill. Ein Filetsteak ist wunderbar zart, während ein Rumpsteak einen kräftigeren Fleischgeschmack besitzt.
Und dann gibt es natürlich noch das Tomahawk-Steak – ein Rib Eye mit besonders langem Knochen. Geschmacklich ausgezeichnet und optisch der Hauptdarsteller des Abends. Wenn so ein Stück auf den Tisch kommt, braucht man keine Tischdekoration mehr!

„Grillabend im Garten mit Premium-Steaks und Bauchfleisch“
Zutaten für etwa 6 Personen
Für die Steaks
- insgesamt etwa 1,5 bis 2 kg gut gereifte Steaks nach Wahl
- grobes Meersalz
- frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
- etwas hitzebeständiges Öl
- frischer Rosmarin oder Thymian
- nach Wunsch Knoblauch
- Kräuterbutter zum Servieren
Für die marinierten Bauchfleischstreifen
- 1 kg Schweinebauch, in etwa 1 cm dicke Streifen geschnitten
- 3 EL Öl
- 2 EL mittelscharfer Senf
- 1 EL Paprikapulver edelsüß
- 1 TL Paprikapulver scharf
- 2 Knoblauchzehen, fein gehackt
- 1 TL Majoran
- 1 TL Kümmel, leicht zerstoßen
- Salz und schwarzer Pfeffer
- nach Wunsch ein kleiner Schuss Bier
Vorbereitung
Die Bauchfleischstreifen bereits einige Stunden vor dem Grillen marinieren. Dafür Öl, Senf, Paprikapulver, Knoblauch, Majoran, Kümmel, Salz und Pfeffer verrühren. Wer möchte, gibt noch einen kleinen Schuss Bier dazu.
Das Bauchfleisch gründlich mit der Marinade vermengen, abdecken und mindestens drei Stunden im Kühlschrank durchziehen lassen. Noch besser wird es, wenn man es bereits am Vorabend vorbereitet.
Die Steaks etwa eine Stunde vor dem Grillen aus dem Kühlschrank nehmen. Sie sollen nicht eiskalt auf den heißen Rost kommen. Anschließend trocken tupfen und ganz leicht mit hitzebeständigem Öl einreiben.

Steaks auf dem Weber Grill zubereiten
Den Grill für direktes und indirektes Grillen vorbereiten. Die direkte Zone kräftig aufheizen, damit die Steaks eine schöne Kruste und ordentliche Röstaromen bekommen.
Die Steaks von beiden Seiten über starker Hitze scharf angrillen. Je nach Dicke reichen dafür meistens zwei bis drei Minuten pro Seite. Danach kommen sie in die indirekte Zone und dürfen dort bei geschlossenem Deckel bis zur gewünschten Kerntemperatur nachziehen.
Ich verlasse mich dabei nicht auf die Uhr, sondern auf ein Fleischthermometer. Das ist wesentlich zuverlässiger.
Kerntemperaturen für Steaks
- Rare: 48 bis 52 °C
- Medium rare: 53 bis 55 °C
- Medium: 56 bis 59 °C
- Medium well: 60 bis 64 °C
- Well done: ab etwa 65 °C
Mein Lieblingssteak darf innen noch schön rosa und saftig sein. Meistens nehme ich es bei ungefähr 54 bis 56 °C vom Grill.
Danach die Steaks fünf bis zehn Minuten locker zugedeckt ruhen lassen. Erst vor dem Servieren mit grobem Salz und frisch gemahlenem Pfeffer würzen. Dazu passen Kräuterbutter, Rosmarin und nach Wunsch etwas gerösteter Knoblauch.

Bauchfleisch knusprig grillen
Die marinierten Bauchfleischstreifen zunächst bei mittlerer Hitze grillen. Dabei mehrmals wenden, damit das Fett langsam ausbraten kann und das Fleisch nicht verbrennt.
Zum Schluss kommen die Streifen noch kurz über die stärkere Hitze. So werden sie außen herrlich knusprig, bleiben innen aber saftig.
Dabei unbedingt beim Grill bleiben: Durch das austretende Fett können schnell Flammen entstehen. Ein Grillmeister verlässt seinen Posten schließlich auch nicht mitten im Dienst!

Was gehört noch zu einem gelungenen Grillabend?
Bei mir gibt es nicht nur Fleisch auf einem einsamen Teller. Zu einem richtigen Grillabend gehören auch gute Beilagen:
- knackiger Erdäpfel- oder gemischter Salat
- Tomaten- und Gurkensalat
- frisches oder gegrilltes Gemüse
- Kräuterbutter
- Knoblauchsauce
- Pfeffersauce
- Chimichurri
- Senf und verschiedene Grillsaucen
- resches Weißbrot, Baguette oder Bauernbrot
Die Salate und Saucen bereite ich möglichst selbst zu. Dazu frisches Gebäck vom Bäcker – und der Grillabend kann beginnen.

Mein Tipp aus der Profiküche
Nicht zehn verschiedene Fleischsorten gleichzeitig auf den Grill legen. Dicke Steaks, dünne Bauchfleischstreifen und Würstel brauchen unterschiedliche Temperaturen und Garzeiten.
Ich beginne mit den großen Steaks und lasse sie anschließend in der indirekten Zone nachziehen. Danach grille ich das Bauchfleisch. So kommt alles möglichst heiß und auf den Punkt gegart auf den Tisch.

Grillen ist Genuss und kein Wettessen
Ein perfekter Grillabend beginnt mit bestem Fleisch, aber er lebt vor allem von den Menschen, die gemeinsam am Tisch sitzen. Es wird gegessen, gelacht, gefachsimpelt und manchmal auch darüber diskutiert, ob ein Steak nun medium oder doch schon medium well ist.
Bei mir lautet die Devise: nicht oft – aber wenn, dann ordentlich!
Mit bestem Fleisch, handwerklich zugeschnittenen und gut gereiften Steaks, knusprigem Bauchfleisch, selbst gemachten Salaten, Saucen und frischem Gebäck wird aus einem gemütlichen Abend im Garten ein richtiges Grillfest.
Und wenn am Ende alle satt und zufrieden dasitzen, war die Arbeit am Weber Grill wieder einmal jede Minute wert.
Mit diesen Tipps wird der Grillabend im Garten zu einem besonderen Genuss für Familie und Freunde.
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