Heute gibt es bei uns auf Valalta bei Rovinj Putenflügel aus dem Mini-Backofen, dazu Kohlgemüse, Petersilerdäpfel und natürlich ein wenig vom guten Bratensaft.
Und so ein kräftiges Sonntagsessen passt heute besonders gut, denn die vergangene Nacht war etwas länger als gewöhnlich.

Ein gelungenes Straßenfest auf Valalta
Gestern haben wir hier auf Valalta bei einem richtig gelungenen Straßenfest mit vielen netten Bekannten und lieben Freunden mitgefeiert – und zwar bis spät in die Nacht.
Genau solche Abende machen für mich das Campingleben aus.
Jeder brachte seine eigenen Speisen und Getränke mit. Auf den Tischen stand plötzlich eine bunte Mischung aus Gegrilltem, Salaten, Brot, kleinen Snacks und allerlei anderen Köstlichkeiten.


Und wie das bei einem guten Straßenfest sein soll, blieb natürlich nicht jeder nur bei seinem eigenen Essen. Es wurde untereinander gekostet, getauscht und angeboten:
„Probier einmal das!“ – „Nimm dir noch davon!“
So lernt man nebenbei auch immer wieder neue Gerichte und Geschmäcker kennen.
Im Vordergrund standen aber ohnehin nicht Essen und Trinken, sondern die Gemeinschaft. Es wurde geredet, gelacht, geblödelt und gemeinsam gefeiert.
Die Hände nach oben – und dann zum Boden!
Für einen besonderen Höhepunkt sorgten einige Damen mit einer eigens einstudierten Tanzchoreografie.
Zum bekannten Partysong ging es:
Gute Laune Song
Und natürlich machte irgendwann fast die ganze Runde mit.
Das war ein Riesenspaß!
Ein Foto oder Video davon gibt es allerdings bewusst nicht. Auf einem FKK-Campingplatz gilt für uns ganz selbstverständlich: Nackte Menschen werden nicht einfach fotografiert oder gefilmt.
Manche schönen Momente müssen eben nicht auf dem Handy gespeichert werden. Die bleiben einfach im Kopf – und wahrscheinlich noch länger in guter Erinnerung.
Sonntag um 10 Uhr: nicht Kirche, sondern Frühschoppen

Nach dieser langen Nacht beginnt unser Sonntag heute auf eine sehr typische Valalta-Art.
Um 10 Uhr geht es nicht in die Kirche, sondern zum traditionellen Frühschoppen vor der Valalta-Brauerei.
Dort warten schon die üblichen Zutaten für einen gemütlichen Sonntagvormittag:
Spezialitäten vom Holzkohlegrill, istrianische Tanzmusik, gute Stimmung und frisch gezapftes Fassbier.
Da sitzt man mit Freunden und Bekannten zusammen, hört Musik, plaudert und genießt einfach den Vormittag.
Urlaub darf schließlich auch Urlaub sein.
Und danach wird gekocht
Irgendwann meldet sich allerdings auch nach dem Frühschoppen der Hunger.
Dann geht es zurück zum Wohnwagen und mein kleiner Mini-Backofen bekommt Arbeit.

Die Putenflügel habe ich beim Lidl in Rovinj bekommen. Mein Airfryer musste diesmal aus Platzgründen zu Hause bleiben. Beim Camping kann man schließlich nicht die gesamte Küche aus Kärnten mitnehmen – auch wenn ich das manchmal gerne würde.
Ganz ohne Backofen bin ich aber natürlich nicht unterwegs.

Im Wohnwagen steht mein kleiner Mini-Backofen, den ich normalerweise hauptsächlich zum Aufbacken von Semmeln verwende.
Aber der kleine Kerl kann wesentlich mehr.
Putenflügel, Schweinsbraten und andere kleinere Braten gelingen darin ausgezeichnet.
Und damit ich nach dem Essen nicht auch noch den halben Nachmittag den Backofen schrubben muss, kommt bei mir der Bratschlauch zum Einsatz.
So bleibt das Fleisch wunderbar saftig, der gute Bratensaft bleibt erhalten und zum Schluss werden die Putenflügel noch richtig schön resch und braun gebraten.
Dann kommen Kohlgemüse und Petersilerdäpfel dazu – und aus einem einfachen Campingessen wird ein richtig schönes Sonntagsessen.
So kann ein Sonntag auf Valalta ruhig öfter ausschauen.

Putenflügel im Bratschlauch aus dem Mini-Backofen
Zutaten für 2 bis 3 Personen
- 2 große Putenflügel
- Salz
- schwarzer Pfeffer aus der Mühle
- Paprikapulver edelsüß
- etwas Majoran
- etwas Kümmel nach Geschmack
- 2 bis 3 Knoblauchzehen
- 1 Zwiebel
- etwa 100–150 ml Wasser oder Suppe
- 1 EL Öl
- 1 Bratschlauch
So bereite ich die Putenflügel zu
Die Putenflügel zuerst mit Küchenpapier gut trocken tupfen.
Anschließend kräftig mit Salz, Pfeffer, Paprikapulver und Majoran würzen. Ein wenig Kümmel passt ebenfalls sehr gut dazu.
Die Zwiebel schneide ich grob, den Knoblauch drücke ich nur leicht an.
Dann kommen Putenflügel, Zwiebel und Knoblauch gemeinsam in den Bratschlauch. Dazu gebe ich ungefähr 100 bis 150 ml Wasser oder Suppe und einen kleinen Schuss Öl.
Den Bratschlauch nach Packungsanleitung verschließen und oben ein paar kleine Löcher einstechen, damit der Dampf entweichen kann.
Langsam garen macht das Fleisch saftig
Den Mini-Backofen heize ich auf ungefähr 170 °C Ober-/Unterhitze vor.
Die Putenflügel brauchen je nach Größe ungefähr 75 bis 100 Minuten. Sehr große Exemplare dürfen ruhig etwas länger im Backofen bleiben.
Im Bratschlauch entsteht währenddessen ein kleines Dampfbad. Dadurch bleibt das Fleisch wunderbar saftig und wird schön weich.
Gerade Putenflügel profitieren davon, denn bei zu starker Hitze können sie außen bereits dunkel werden, während das Fleisch am Knochen noch nicht richtig gar ist.

Zum Schluss muss die Haut resch werden
Jetzt kommt für mich der wichtigste Teil.
Ein Putenflügel darf außen nicht weich und blass auf den Teller kommen. Die Haut muss goldbraun und schön resch sein.
Wenn die Putenflügel gar sind, öffne ich den Bratschlauch vorsichtig. Achtung, dabei kommt sehr heißer Dampf heraus.
Den entstandenen Bratensaft gieße ich in einen kleinen Topf oder eine Schüssel. Bloß nicht wegschütten – das ist die Grundlage für eine wunderbare Natursauce.
Die Putenflügel kommen anschließend ohne Bratschlauch wieder in den Mini-Backofen.
Nun erhöhe ich die Temperatur auf ungefähr 210 bis 220 °C und lasse sie noch etwa 10 bis 15 Minuten schön braun und knusprig werden.
Dabei bleibe ich in der Nähe. Ein Mini-Backofen kann bei solchen Temperaturen plötzlich ziemlich ehrgeizig werden.
Der Bratensaft wird zur Natursauce
Den aufgefangenen Bratensaft lasse ich kurz stehen und schmecke ihn anschließend ab.
Meist braucht es gar nicht viel. Vielleicht etwas Pfeffer und, falls notwendig, eine kleine Prise Salz.
Wer die Sauce etwas kräftiger möchte, kann sie noch ein paar Minuten einkochen lassen.
Mehr braucht eine gute Natursauce eigentlich nicht.

Dazu: Kohlgemüse
Zu den Putenflügeln gibt es bei mir ein klassisches Kohlgemüse.
Den Kohl schneide ich in feine Streifen und dünste ihn mit etwas Zwiebel langsam weich. Dazu kommen Salz, Pfeffer und Kümmel.
Ein paar kleine Speckwürfel passen hervorragend hinein und geben dem Kohlgemüse zusätzlich Geschmack.
Etwas Suppe oder ein kleiner Schuss vom Bratensaft verbindet alles miteinander.
Das Kohlgemüse soll weich und saftig sein, aber nicht völlig zerkocht.

Petersilerdäpfel dürfen nicht fehlen
Dazu gibt es ganz einfache Petersilerdäpfel.
Die Erdäpfel werden gekocht, geschält und anschließend mit etwas Butter, Salz und reichlich frisch gehackter Petersilie durchgeschwenkt.
Mehr braucht es nicht.
Gerade zu einem saftigen Braten sind solche einfachen Beilagen für mich oft die besten.
Campingküche kann richtig gut sein
Man braucht auch im Urlaub keine riesige Küche und keinen ganzen Fuhrpark an Küchengeräten, um etwas Gutes auf den Tisch zu bringen.
Natürlich hätte ich meinen Airfryer gerne dabei. Aber im Auto und im Wohnwagen ist der Platz irgendwann ausgeschöpft.
Also muss der Mini-Backofen ran.
Und der zeigt wieder einmal, dass er nicht nur Semmeln aufbacken kann.
Mit dem Bratschlauch bleiben die Putenflügel saftig, der Backofen sauber und zum Schluss sorgt die hohe Hitze für eine herrlich knusprige Haut.
Dazu Kohlgemüse, Petersilerdäpfel und ein wenig Natursauce – für mich ein richtig gutes Camping-Sonntagsessen.
Mahlzeit aus Valalta!
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