Resteküche, die nach Sonntagsessen schmeckt
Kohlrouladen nach Sarma-Art sind meine köstliche Idee, um einen halben Kohlkopf sinnvoll zu verwerten. Gefüllt werden die frischen Kohlblätter mit würzigem Schweinefaschierten. Dazu gibt es eine delikate Specksauce und fluffiges Erdäpfelpüree.
Meine Idee: eine Art Sarme auf Kärntner Art. Statt eingelegter Sauerkrautblätter nehme ich frische Kohlblätter und fülle sie mit würzigem Faschierten vom Schwein. Dazu gibt es eine delikate Specksauce und ein fluffiges Erdäpfelpüree.
Mit der klassischen Sarma aus dem Balkan hat dieses Gericht zwar nur eine gewisse Familienähnlichkeit. Aber genau so entstehen oft die besten Rezepte: Man verwendet, was da ist, und macht etwas richtig Gutes daraus.
Das Ergebnis ist herzhaft, saftig und wunderbar gemütlich – ein echtes Wohlfühlessen für zwei Personen.

Kohlrouladen nach Sarma-Art mit Specksauce und Erdäpfelpüree
Zutaten
Zubereitung
- Kohlblätter vorbereiten: Vom Kohlkopf vier möglichst große und schöne Blätter vorsichtig ablösen. Den dicken Strunkansatz mit einem Messer flach schneiden, damit sich die Blätter später leichter einrollen lassen. Die Kohlblätter in reichlich Salzwasser etwa 3 bis 4 Minuten blanchieren. Anschließend kalt abschrecken, gut abtropfen lassen und mit Küchenpapier trocken tupfen.
- Fleischfülle zubereiten: Zwiebel und Knoblauch fein hacken. Das faschierte Schweinefleisch mit Zwiebel, Knoblauch, Ei, Semmelbröseln, Senf, Paprikapulver, Majoran, Salz, Pfeffer und nach Wunsch etwas Kümmel gründlich vermengen. Die Masse in vier gleich große Portionen teilen.
- Kohlrouladen formen: Jeweils eine Portion der Fleischmasse auf das untere Drittel eines Kohlblattes setzen. Die beiden Seiten einschlagen und das Blatt straff aufrollen. Falls die Rouladen nicht von selbst halten, kann man sie mit Küchengarn oder Zahnstochern fixieren.
- Rouladen schmoren: Öl oder Schweineschmalz in einer Pfanne oder einem kleinen Bräter erhitzen. Die Kohlrouladen rundherum kräftig anbraten, damit sie schöne Röstaromen bekommen. Mit der Suppe aufgießen, zudecken und bei kleiner Hitze ungefähr 30 bis 35 Minuten schmoren lassen. Die Rouladen währenddessen einmal vorsichtig wenden.
- Fluffiges Erdäpfelpüree: Die Erdäpfel schälen, in gleich große Stücke schneiden und in Salzwasser weich kochen. Danach abseihen und kurz ausdampfen lassen. Die Erdäpfel durch eine Presse drücken oder fein zerstampfen. Heiße Milch und Butter einarbeiten. Mit Salz und frisch geriebener Muskatnuss abschmecken. Bitte keinen elektrischen Mixer verwenden! Sonst wird aus dem fluffigen Püree schneller ein klebriger Erdäpfelkleister, als einem lieb ist.
- Specksauce vollenden: Die fertigen Kohlrouladen aus dem Bräter nehmen und warm stellen. Speck und Zwiebel klein würfeln und im Bratenrückstand langsam goldbraun rösten. Mit Mehl stauben, kurz durchrühren und mit dem Schmorfond aufgießen. Schlagobers und Senf einrühren. Die Sauce einige Minuten sanft einkochen lassen, bis sie schön sämig ist. Mit Pfeffer abschmecken. Beim Salz vorsichtig sein, denn der Speck bringt meistens schon genügend Würze mit.
Anrichten
Das fluffige Erdäpfelpüree auf vorgewärmte Teller geben. Je zwei Kohlrouladen darauf oder daneben anrichten und großzügig mit der cremigen Specksauce überziehen.

Mein Küchentipp
Sollte vom Kohl noch etwas übrig bleiben, wird selbstverständlich nichts entsorgt. Fein geschnitten lässt er sich am nächsten Tag mit Zwiebel, Kümmel und einem kleinen Schuss Essig zu einem schnellen Kohlgemüse verarbeiten.
So wird aus einem halben Kohlkopf gleich zweimal ein ordentliches Essen.
Fazit
Resteküche muss nicht nach Verzicht schmecken. Diese Kohlrouladen sind der beste Beweis dafür: außen zarter Kohl, innen eine saftige Fleischfülle, dazu rauchige Specksauce und cremiges Erdäpfelpüree.
Deftig, ehrlich und genau das Richtige, wenn man aus einfachen Zutaten ein kleines Sonntagsessen zaubern möchte.
Gutes Gelingen und Mahlzeit!
