Am Campingplatz gibt es bei uns mittlerweile eine Tradition, die ich wirklich schön finde: Jeder kocht mindestens einmal im Urlaub für die Freunde.
Wir sind inzwischen eine richtig nette Gemeinschaft geworden, alle ungefähr im gleichen Alter, und jeder bringt irgendwann seine Spezialität auf den Tisch. Und da kommt einiges zusammen!
Der eine macht Bruschetta, der nächste eine deftige Lavanttaler Speckjause, andere grillen Pljeskavica – und heuer gab es von unseren Salzburger Freunden sogar original Salzburger Bosna-Würstel.
Und selbstverständlich ohne Petersilie. So gehört sich das nämlich beim Original!
Und was koche ich?
Ich habe eine ganze Weile überlegt.
Was soll ich für unsere Camperrunde machen?
Etwas Besonderes? Etwas Kroatisches? Ein großes Gulasch? Grillen?
Dann ist mir ein Gericht eingefallen, das eigentlich perfekt zu so einem gemütlichen Essen unter Freunden passt: einfach, unkompliziert, sättigend und vor allem richtig gut.
Und noch dazu ist es ein echtes Familienrezept.
Aber erfunden habe es ausnahmsweise einmal nicht ich.
Das war mein Vater Heinz.

Pa – Pa – Nu – Le
Mein Vater hat aus vier ganz einfachen Zutaten ein Gericht kreiert und ihm auch gleich einen Namen gegeben:
PaPaNuLe.
Der Name setzt sich aus den Zutaten zusammen:
Pa – Paprika
Pa – Paradeiser
Nu – Nudeln
Le – Leberkäse
Also:
Pa – Pa – Nu – Le!
Einfacher geht es eigentlich nicht.
Und genau solche Rezepte sind oft die besten. Keine komplizierten Zutaten, kein stundenlanges Herumwerken und trotzdem steht am Ende ein großer Topf auf dem Tisch, bei dem garantiert jemand fragt:
„Peter, gibt’s noch was?“
Und genau deshalb kommt jetzt gleich meine wichtigste Empfehlung.
Wenn ihr für zehn Personen kocht, dann macht nicht genau zehn Portionen.
Macht lieber zwölf oder dreizehn.
Denn nichts ist peinlicher, als wenn der Topf leer ist und einer noch gerne eine zweite Portion gehabt hätte.
PaPaNuLe für ca. 10 Personen
Zutaten
- 1,5 kg Leberkäse
- 1 kg Nudeln, zum Beispiel Hörnchen, Penne oder Spiralen
- ca. 1,5 kg bunte Paprika
- ca. 1,5 kg reife Paradeiser
- etwas Öl zum Anbraten
- Salz
- frisch gemahlener Pfeffer
- etwas Paprikapulver nach Geschmack
Wer auf Nummer sicher gehen möchte und einige gute Esser dabeihat, kann ruhig etwas mehr Nudeln und Leberkäse verwenden.
Zubereitung
1. Leberkäse vorbereiten
Den Leberkäse in mundgerechte Würfel oder Streifen schneiden.
In einem großen Topf oder einer großen Pfanne etwas Öl erhitzen und den Leberkäse portionsweise schön anbraten.
Er darf ruhig ein wenig Farbe bekommen – genau diese Röstaromen machen das Gericht besonders gut.
2. Paprika dazu
Die Paprika waschen, entkernen und in Streifen oder Stücke schneiden.
Zum angebratenen Leberkäse geben und einige Minuten mitbraten.
Die Paprika sollen weich werden, aber nicht völlig zerkochen.
3. Paradeiser hinein
Die Paradeiser in Stücke schneiden und dazugeben.
Jetzt alles langsam köcheln lassen, bis die Paradeiser ihren Saft abgeben und gemeinsam mit Paprika und Leberkäse eine schöne, kräftige Sauce entsteht.
Mit Salz, Pfeffer und nach Geschmack etwas Paprikapulver würzen.
4. Nudeln kochen
Währenddessen die Nudeln in reichlich Salzwasser bissfest kochen.
Abseihen und anschließend unter die Paprika-Paradeiser-Leberkäse-Mischung heben.
Alles noch einige Minuten gemeinsam ziehen lassen.
Dann kommt der große Topf einfach mitten auf den Tisch.
Fertig ist unser:
PaPaNuLe
Campingküche, wie ich sie liebe
Genau solche Gerichte passen für mich zum Camping.
Kein großes Tamtam.
Ein großer Topf, ein paar Freunde, jeder nimmt sich, worauf er Lust hat – und wenn jemand noch einmal kommt, dann weiß der Koch sowieso, dass es geschmeckt hat.
Dazu gibt es bei uns gut gekühltes Bier, einen Weißwein-Spritzer und für alle, die keinen Alkohol trinken möchten, natürlich Cola Zero oder Limo.
Und dann wird gegessen, geredet und gelacht.
Denn genau darum geht es bei unseren gemeinsamen Wochen am Campingplatz.
Nicht darum, wer das teuerste Essen auf den Tisch stellt.
Sondern darum, dass einer für den anderen kocht.
Einmal gibt es Bruschetta, einmal Speckjause, einmal Pljeskavica, einmal Salzburger Bosna – und diesmal eben ein Gericht, das mein Vater Heinz vor vielen Jahren erfunden hat:
PaPaNuLe.
Und ich glaube, dem Heinz hätte es gefallen, wenn er gesehen hätte, wie heute ein großer Topf davon unter unseren Camperfreunden die Runde macht.
Peters Tipp
Kocht lieber zwei oder drei Portionen mehr.
Wenn etwas übrig bleibt, ist das überhaupt kein Problem – PaPaNuLe schmeckt auch am nächsten Tag noch hervorragend.
Aber ich habe da so eine Vermutung:
Viel übrig bleiben wird nicht.
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