Beim Campen muss ordentlich gefrühstückt werden. Wobei „Frühstück“ bei uns eigentlich das falsche Wort ist. Wir nennen es lieber Brunch, denn unter einer Stunde geht bei uns am Campingtisch überhaupt nichts. Thunfischaufstrich muss dabei sein.
Wir sind schließlich im Urlaub. Da wartet keine Stechuhr mehr auf mich. Nach fast 40 Jahren Arbeit darf das Frühstück ruhig ein bisserl länger dauern.
Während meine Frau walkt, mache ich Frühstück
Meine Frau startet den Tag sportlicher als ich. Sie geht jeden Morgen ungefähr eine Stunde walken, über die drei Hügel und zu den Aussichtstürmen von Valalta. Das macht sie täglich, um fit zu bleiben.
Ich habe währenddessen mein eigenes Fitnessprogramm: Kühlschrank auf, Kühlschrank zu, Kaffeemaschine herrichten, Gemüse schneiden und den Frühstückstisch decken.
Auch Bewegung. Nur eben auf meine Art.
Das Erste und Wichtigste ist natürlich der Kaffee. Die Maschine wird mit frischem gekauften Wasser gefüllt. Das Wasser aus der Leitung verwende ich dafür beim Campen nicht. Dazu kommen gute Espresso-Tabs, bei uns meistens „Lungo“.
Für die Kinder gibt es Kakao oder Fruchtsaft.
Frisches Gebäck gehört beim Camping dazu
Das Gebäck holen wir meistens frisch im Market von Valalta. Dort gibt es eine eigene Bäckerei und am Morgen schmeckt frisches Gebäck natürlich besonders gut.
Manchmal habe ich auch Gebäck beim Wohnwagen und backe es schnell im Airfryer auf. Ein paar Minuten, und es schmeckt wieder wunderbar knusprig.
Dann wird aufgetischt.
Prosciutto bringe ich gerne von zu Hause mit und schneide ihn schon vorher schön dünn auf. Dazu gibt es gekochten Prosciutto, also Prosciutto cotto, Extrawurst, Krakauer und natürlich Kulen. Wenn wir schon in Kroatien sind, gehört der für mich einfach dazu.
Auch Käse darf nicht fehlen. Meist gibt es einen Trappistenkäse oder einen anderen milden Schnittkäse.
Die Butter kommt übrigens wirklich erst im letzten Moment aus dem Kühlschrank. Wer schon einmal bei sommerlichen Temperaturen vor dem Wohnwagen gefrühstückt hat, weiß warum. Aus Butter wird sonst schneller eine Sauce, als einem lieb ist.
Kräuter direkt vor dem Wohnwagen
Besonders gerne mache ich einen schnellen Topfenaufstrich.
Frische Kräuter haben wir beim Campen immer in kleinen Töpfen vor dem Wohnwagen stehen. Ein bisschen Schnittlauch oder Petersilie abschneiden, mit Topfen verrühren, würzen – fertig.
Dazu werden rote und gelbe Paprika und schöne reife Tomaten gewaschen und aufgeschnitten.
Und weil ein richtiges Frühstück auch etwas Warmes braucht, gibt es bei uns fast jeden Tag Eier.
Einmal Rührei, einmal Spiegelei, dann wieder Eier mit Speck oder Schinken. Je nachdem, worauf wir gerade Lust haben.
Und dann kommen unsere Naschkatzen
Für die Süßen am Tisch liegen noch ein paar Stück Kuchen oder Strudel bereit.
Und auf die Kinder darf man natürlich nicht vergessen.
Auf Weißbrot oder Brioche muss Linolada oder Biscoff-Creme. Nutella brauchen wir hier nicht. Schließlich sind wir in Kroatien und ein bisschen Urlaubswechsel darf auch beim Schokoaufstrich sein.
Dazu gibt es Orangensaft oder Zitronenjuice.
Und dann gibt es noch etwas, das bei unserem Camping-Brunch fast nie fehlen darf: meinen schnellen Thunfischaufstrich.

Mein einfacher Thunfischaufstrich
Ich mache daraus keine Wissenschaft. Ein guter Aufstrich muss für mich schnell gemacht sein, besonders beim Campen.
Zutaten für 4 Personen
- 2 Dosen Thunfisch in Öl
- 2–3 Essiggurkerln
- 1 kl. Cocktailtomate fein würfeln
- 1 gehäufter EL Mayonnaise
- 1 TL milder Senf
- Salz
- frisch gemahlener Pfeffer
- nach Geschmack etwas Schnittlauch oder Petersilie
Zubereitung
Den Thunfisch aus der Dose nehmen und das Öl sehr gut abgießen.
Die Essiggurkerln möglichst fein schneiden. Ich mag es, wenn man sie im Aufstrich noch ein wenig spürt.
Thunfisch mit einer Gabel zerdrücken und mit den fein geschnittenen Gurkerln & Tomate vermischen.
Mayonnaise und Senf dazugeben und alles gut verrühren. Die Mayonnaise soll den Aufstrich nur binden. Ich möchte schließlich einen Thunfischaufstrich und keinen Mayonnaiseaufstrich.
Mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer abschmecken.
Wer möchte, gibt noch frisch geschnittenen Schnittlauch oder Petersilie dazu.
Danach kommt der Aufstrich bis zum Frühstück wieder in den Kühlschrank. Gerade im Sommer und beim Camping ist es wichtig, ihn schön kühl zu halten.
Peters Küchengeheimnis
Den Thunfisch wirklich gut abtropfen lassen. Ist zu viel Öl dabei, wird der Aufstrich weich und fettig. Mayonnaise ebenfalls nur so viel verwenden, dass alles schön zusammenhält.
Wer ihn etwas frischer möchte, kann noch einen kleinen Spritzer Zitronensaft dazugeben.
Frühstücken, bis das Meer ruft
Wenn meine Frau vom Walken zurückkommt, ist meistens alles fertig. Dann wird gemeinsam gegessen, erzählt und natürlich noch eine zweite Tasse Espresso getrunken.
Mindestens eine Stunde dauert unsere Frühstückszeremonie.
Und genau das ist für mich Urlaub.
Kein Stress. Kein „Wir müssen jetzt los“. Noch ein Kaffee, noch ein Stück Gebäck und vielleicht noch ein Löffel Thunfischaufstrich.
Irgendwann ist dann aber Schluss mit der Gemütlichkeit.
Schnell ordentlich mit Sonnencreme einschmieren, Badesachen nehmen und ab ins Meer.
Eine schöne Runde schwimmen – und spätestens danach wissen wir wieder, warum wir beim Frühstück so ordentlich zugelangt haben.
So kann für mich ein Tag im Camping-Paradies Valalta beginnen.

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