Es gibt Tage, da weiß man schon in der Früh: „BACKHENDL“
Heute wird nicht experimentiert. Heute wird gekocht, was funktioniert.
Wenn sich hoher Besuch ankündigt – nämlich zwei Enkerl – gibt’s beim Opa kein 7-Gänge-Menü, sondern Backhendl. Und zwar genug davon.
Eine wollte Backhendl ohne Knochen. Geht nicht. Ohne Knochen werden sie trocken. Wenn das Hendl jung und zart ist, wird auch die Haut mitpaniert – dann bleibt alles besonders saftig.
Alles andere gibt’s beim Schachtelwirt in Form von Chicken Nuggets. Und ich möchte gar nicht so genau wissen, was da alles drin ist und woher es kommt.
Falls sich noch ein Enkerl dazugesellen möchte: Kommt’s einfach vorbei – es ist genug da. Opa hat immer genug für alle.

Dann braucht es:
Backhendl. Frisch. Knusprig. Saftig.

Dazu einen Erdäpfelsalat, wie ihn meine ältere Tochter Miriam macht. Einer von diesen Salaten, bei denen man sagt:
„Nur ein kleines Löfferl noch.“
Manche schmieren sich den Erdäpfelsalat sogar aufs Brot-so gut schmeckt er!

Regional eingekauft: Bauernhof Miksch in Maria Rain
Meine zwei schönen Hendl habe ich diesmal beim Bauernhof Miksch in Maria Rain bekommen – einem regionalen Bauernhof, dem ich vertraue.
Der Bauernhof Miksch, vlg. Lippitz-Michl, liegt am Stifterkogel in Maria Rain und wird von Lisa und Alois Miksch mit viel Herzblut geführt. Dort geht es nicht um Masse, sondern um Qualität, Verantwortung und ehrliche Landwirtschaft.
Die Tiere werden am Hof gehalten, die Futtermittel größtenteils selbst angebaut, und Fleisch gibt es nur auf Vorbestellung. Vom Stall bis zum Teller bleibt vieles in einer Hand – und genau das schmeckt man.
Neben Rindfleisch, Schweinefleisch und Bauernhendl gibt es auch traditionelle Jausenprodukte wie Kärntner Salami, Bauchspeck, Salzspeck, Aufschnitt und Honig.
Für mich ist das genau die Art Einkauf, die Sinn macht:
regional, nachvollziehbar und mit einem guten Gefühl.
Heute keine „Essen auf Rädern“-Runde
Normalerweise koche ich derzeit ja nicht nur für uns, sondern auch für Mutter und Vater mit.
Heute fallen die beiden aber bei der kulinarischen Versorgung aus – sie haben noch genug zu Hause.
Also gibt es erst wieder am Freitag Nachschub.
Sehr gerne sogar.
Heute gehört die Küche den Enkerln. Und wenn die Enkerl kommen, dann wird nicht lange gefragt:
„Was wollt ihr essen?“
Die Antwort kennt man eh schon.
Backhendl.

Rezept: Kärntner Backhendl mit Erdäpfelsalat nach Miriam-Art
Zutaten für 4 Personen
Für das Backhendl
- 2 schöne Bauernhendl
- Salz
- etwas Pfeffer
- griffiges Mehl
- 3–4 Eier
- Semmelbrösel
- eventuell etwas Paprikapulver edelsüß
- Butterschmalz oder Öl zum Herausbacken
- Zitronenspalten zum Servieren
Für den Erdäpfelsalat
- ca. 1 kg festkochende Erdäpfel (Ditta)
- 1 kleine Zwiebel, fein geschnitten
- Rindsuppe oder Gemüsefond, warm
- Weißer Balsamico Essig
- Sonnenblumenöl oder Rapsöl
- Salz
- Pfeffer
- 1 TL Senf
- etwas Zucker
- Schnittlauch nach Geschmack
Zubereitung Backhendl
Die Hendl in Stücke teilen. Wer es klassisch mag, nimmt Keulen, Flügerl und Bruststücke. Die Haut bleibt natürlich dran (wenn sie klein sind)– sie wird beim Herausbacken herrlich knusprig.
Die Hendlstücke gut salzen und leicht pfeffern. Wer möchte, gibt ein wenig edelsüßes Paprikapulver dazu. Nicht zu viel, sonst wird die Panier beim Backen schnell dunkel.
Dann wird klassisch paniert:
Zuerst in Mehl wenden, danach durch verquirltes Ei ziehen und zum Schluss in Semmelbröseln wälzen.
Wichtig: Die Brösel nicht brutal andrücken.
Das Backhendl braucht Luft in der Panier. Es soll ja knusprig werden und nicht wie ein Pressspanplatten-Schnitzel aus dem Baumarkt daherkommen.
Das Fett in einer großen Pfanne erhitzen. Die Hendlstücke langsam und nicht zu heiß herausbacken, damit sie außen goldbraun und innen wirklich durch sind.
Je nach Größe brauchen die Stücke ungefähr 12 bis 18 Minuten. Keulen und größere Stücke eher länger, Bruststücke etwas kürzer.
Danach auf Küchenpapier abtropfen lassen und mit Zitronenspalten servieren.
Zubereitung Erdäpfelsalat nach Miriam-Art
Die Erdäpfel in der Schale weich kochen, abseihen und noch warm schälen. Danach in feine Scheiben schneiden.
Die fein geschnittene Zwiebel dazugeben.
Für die Marinade warme Suppe mit Essig, Öl, Senf, Salz, Pfeffer und einer kleinen Prise Zucker verrühren. Die Marinade über die noch warmen Erdäpfel gießen und vorsichtig vermengen.
Der Salat soll schön saftig sein, aber nicht schwimmen.
Also lieber nach und nach marinieren.
Dann etwas ziehen lassen und vor dem Servieren nochmals abschmecken. Zum Schluss kommt frischer Schnittlauch darüber.
So ein Erdäpfelsalat ist kein kalter Beilagen-Klotz.
Der lebt. Der zieht. Der wird besser.
Und meistens ist er weg, bevor man „Nachschlag“ sagen kann.
Mein Tipp als Koch
Backhendl braucht Zeit und Gefühl. Das Fett darf nicht zu heiß sein, sonst ist die Panier außen dunkel und innen schaut das Hendl noch aus, als hätte es nur kurz Urlaub in der Pfanne gemacht.
Lieber etwas ruhiger herausbacken.
Goldbraun ist richtig. Schwarzbraun ist ein Hilferuf.
Wer mehrere Stücke macht, kann die fertigen Hendlteile bei ca. 80 Grad im Backrohr warmhalten. Aber nicht zu lange, sonst verliert die Panier ihren schönen Knusper.
Dazu passt
- Erdäpfelsalat
- Gurkensalat
- Preiselbeeren
- grüner Salat
- Zitronenspalten
- ein kühles Bier
- oder ein Glas Kärntner Gelassenheit
Warum dieses Gericht zu „Alte Kärntner Rezepte“ passt
Backhendl ist für mich ein echtes Sonntags- und Besuchsessen. Früher wurde nicht jeden Tag Fleisch auf den Tisch gestellt. Wenn es Backhendl gab, dann war das etwas Besonderes.
Heute ist es bei uns ein Enkerl-Essen.
Ein Essen, bei dem alle gerne am Tisch sitzen.
Ein Essen, bei dem man nicht erklären muss, warum es schmeckt.
Man hört es eh.
Es knuspert.
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- große Pfanne zum Herausbacken
- Fleischthermometer
- Küchenzange
- Panierstation oder flache Schüsseln
- gutes Schneidbrett
- scharfes Küchenmesser
- Erdäpfelschäler
- Salatschüssel
- Schaumlöffel
- Küchenpapier
- Spritzschutz für die Pfanne
👨🍳 Bleib mir in der Küche treu 💚
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