delicious homemade bread on rustic tablecloth

Ćevapčići in Lepinje wie bei Dario in Rovinj – Urlaub vom Urlaub mit Balkan-Geschmack


close up of a person turning the meat on a grill grid
Photo by Boris Ivas on Pexels.com

Ćevapčići in Lepinje wie bei Dario in Rovinj

Jetzt brauche ich Urlaub vom Urlaub.
Drei Tage lang waren wir praktisch nur auf der Route ans Meer unterwegs: Montag Valalta–Klagenfurt, Dienstag Klagenfurt–Valalta und heute wieder Valalta–Klagenfurt. Irgendwann weiß man nicht mehr genau, ob man gerade heimfährt, wegfährt oder einfach nur am Lenkrad klebt.

Eigentlich wollten wir uns beim Camp-Abbau Zeit lassen. Ganz gemütlich, wie erfahrene Camper eben: am Abend, wenn es kühler wird, im Schatten der untergehenden Sonne, ohne Stress und mit einem zufriedenen Blick auf das Meer. So war der Plan.

Der Wettergott hatte aber offenbar Langeweile.

unsere Sommerresidenz in FKK Valalta-Rovinj

Mitten in der Siestazeit plötzlich tiefes Donnergrollen. Schwarze Gewitterwolken kamen daher, als hätten sie einen Termin mit unserem Vorzelt. Und wir? Natürlich mitten im Abbau. Da gibt es dann kein „machen wir später“ mehr. Da heißt es: Vollgas, Speed und hoffen, dass kein Hering im falschen Moment stecken bleibt.

Zwei Liter Mineralwasser, zwei Cola und drei kalte Duschen später waren wir um 16 Uhr tatsächlich fertig. Wörtlich genommen fertig. Meine arme Sibylle hat bravourös durchgehalten. Ich bin wirklich stolz auf sie. Das war keine Campingromantik mehr, das war Abbau-Olympia.

Und dann?
Der Wettergott hat uns verarscht. Die Wolken haben sich verzogen. Kein Gewitter. Kein Regen. Nur wir zwei, erledigt wie panierte Schnitzel nach dem Mittagsgeschäft.

Also haben wir uns vor der Abfahrt noch eine Kleinigkeit bei Dario in Rovinj gegönnt. Sibylle ihre geliebten Calamari fritti, und ich Ćevapi im Fladenbrot. Einfach, ehrlich, saftig, würzig – genau das Richtige nach so einem Tag.

Und weil es bei mir fast jeden Tag ein Rezept gibt, kommt heute meine Version davon: Ćevapčići in Lepinje mit Kajmak, Ajvar und Zwiebeln – inspiriert von Dario in Rovinj.


Rezept: Ćevapčići in Lepinje mit Kajmak, Ajvar und Zwiebeln

Zutaten für 4 Personen

Für die Ćevapčići

  • 500 g Rinderfaschiertes
  • 300 g Schweinefaschiertes
  • 1 kleine Zwiebel, sehr fein gerieben
  • 2 Knoblauchzehen, gepresst
  • 1 TL Salz
  • ½ TL Pfeffer
  • 1 TL Paprikapulver edelsüß
  • ½ TL Natron
  • 2 EL Mineralwasser
  • 1 EL Öl

Zum Servieren

  • 4 Lepinje oder weiche Fladenbrote
  • Kajmak oder ersatzweise Sauerrahm mit etwas Frischkäse verrührt
  • Ajvar, mild oder scharf
  • 2 Zwiebeln, fein geschnitten
  • etwas Petersilie nach Geschmack

Zubereitung

Das Faschierte mit Zwiebel, Knoblauch, Salz, Pfeffer, Paprikapulver, Natron, Mineralwasser und Öl gut vermengen. Die Masse darf ruhig ein paar Minuten kräftig geknetet werden, damit sie schön bindet.

Danach abgedeckt mindestens 2 Stunden kalt stellen. Noch besser wäre über Nacht. Das macht die Ćevapčići würziger und sie halten beim Grillen besser zusammen.

Aus der Fleischmasse kleine, längliche Röllchen formen. Nicht zu dick, damit sie außen schön Farbe bekommen und innen saftig bleiben.

Auf dem Grill, in der Grillpfanne oder in einer schweren Pfanne rundherum kräftig braten. Sie sollen schöne Röstaromen bekommen, aber nicht trocken werden.

Die Lepinje kurz anwärmen oder am Grill leicht anrösten. Dann aufschneiden, mit etwas Kajmak bestreichen, Ajvar dazugeben, Ćevapčići hineinlegen und mit frischen Zwiebeln vollenden.

Wer mag, gibt noch etwas Petersilie darüber. Mehr braucht es nicht. Das ist ehrliche Balkanküche – direkt auf die Hand, saftig, würzig und gefährlich gut.


Mein Küchentipp

Das Natron ist kein Fehler. Es macht die Ćevapčići lockerer und saftiger. Aber bitte nicht übertreiben, sonst schmeckt es schnell künstlich. Ein halber bis ganzer Teelöffel reicht völlig.

Und beim Fleisch gilt: Nicht zu mager nehmen. Ćevapčići brauchen ein bisschen Fett, sonst werden sie trocken. Diätküche machen wir morgen wieder. Vielleicht. Eventuell. Schauen wir einmal.


Dazu passt

  • kaltes Bier
  • Krautsalat
  • Paradeiser mit Zwiebeln
  • gegrillte Paprika
  • Pommes oder Braterdäpfel
  • ein Stamperl Travarica danach, wenn der Abbau besonders sportlich war

Fazit

Manchmal plant man den perfekten, ruhigen letzten Urlaubstag. Und manchmal steht man mit schwitzendem Rücken, Donner im Ohr und Heringen in der Hand mitten im Campingchaos. So ist das Leben. Und so ist Camping.

Aber wenn man danach bei Dario in Rovinj sitzt, Calamari und Ćevapi am Tisch stehen und langsam wieder Mensch wird, dann weiß man: Es war trotzdem schön.

Valalta, wir sehen uns wieder. Aber jetzt zuerst: eigenes Bett, eigene Dusche und Urlaub vom Urlaub.


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