Es gibt Salate, die schmecken frisch zubereitet schon gut. Aber richtig gut werden sie erst, wenn sie ein oder zwei Tage in ihrer Marinade ziehen dürfen.
Genau deshalb bereite ich heute zwei Salate für meine rumänische Gartenparty vor: gelbe Strankerl und Krautsalat aus Braunschweiger Kraut.
Die Rezepte habe ich mir übrigens in Rumänien von einer älteren Köchin aus dem Banat abgeschaut. Sie sprach perfekt Deutsch und wusste ganz genau, wie man aus einfachen Zutaten einen richtig guten Salat macht.
Mein Fehlkauf mit den gelben Strankerln
Zuletzt kaufte ich gelbe Strankerl an einem Gemüsestand am Südring. Ich war leider ziemlich enttäuscht. Die Bohnen hatten so viele Fäden, dass sie kaum zu essen waren.
Heute fuhr ich deshalb zu meinem Lieblingsgärtner Niki Toschkov und kaufte dort gleich zwei Kilo. Herrlich frisch, knackig und genau so, wie gelbe Strankerl sein sollen.
Niki erklärte mir auch, warum manche Bohnen Fäden haben: Sie wurden entweder zu spät geerntet oder schon zu lange gelagert.
Damit war klar, was bei meinem letzten Einkauf passiert war. So einen Fehlkauf mache ich nicht noch einmal.

Gelber-Strankerl-Salat
Gelbe Strankerl heißen natürlich nicht überall so. Man kennt sie auch als gelbe Fisolen oder gelbe Bohnen. Bei uns in Kärnten bleiben es aber Strankerl.
Zutaten
- 1 kg gelbe Strankerl
- Salz für das Kochwasser
- 4–5 EL Essig
- 5–6 EL Öl
- Salz
- frisch gemahlener Pfeffer
- 1 Prise Zucker
- etwas Knoblauch
- 1 Zwiebel, erst am Tag des Servierens
Zubereitung
Die Enden der Strankerl abschneiden. Dabei gleich kontrollieren, ob sich an den Seiten Fäden befinden. Wenn ja, diese sorgfältig abziehen.
Anschließend die Bohnen gründlich waschen.
In reichlich Salzwasser etwa acht Minuten kochen. Sie sollen gar, aber noch bissfest sein. Danach sofort kalt abschrecken. So bleiben sie knackig und behalten ihre schöne Farbe.
Aus Essig, Öl, Salz, einer Prise Zucker, Pfeffer und etwas Knoblauch eine kräftige Marinade rühren. Die noch leicht warmen Strankerl damit vermischen.
Nun darf der Salat ein bis zwei Tage im Kühlschrank durchziehen.
Die fein geschnittene Zwiebel gebe ich erst an jenem Tag dazu, an dem der Salat gegessen wird. So bleibt sie frisch und der Salat bekommt keinen zu strengen Zwiebelgeschmack.

Krautsalat aus Braunschweiger Kraut
Auch mein Krautsalat darf ein wenig Zeit in der Marinade verbringen. Dadurch wird er mürbe, saftig und bekommt diesen Geschmack, den man von einem richtig guten Wirtshaus- oder Bauernsalat kennt.
Zutaten
- 1 Kopf Braunschweiger Kraut
- Salz
- Essig
- Öl
- 1 Prise Zucker
- Kümmel, ganz oder gemahlen
- 1 Karotte
- 1 Zwiebel
Zubereitung
Das Kraut fein hobeln oder mit dem Messer in dünne Streifen schneiden.
Mit Salz bestreuen und anschließend mit den Händen kräftig kneten. Das Kraut ist richtig bearbeitet, wenn es weich und mürbe wird und der erste Saft austritt.
Danach mit Essig, Öl und einer Prise Zucker abschmecken. Je nach Geschmack kommt ganzer oder gemahlener Kümmel dazu.
Auch dieser Salat darf ein bis zwei Tage im Kühlschrank durchziehen.
Erst am Tag des Servierens schneide ich eine Karotte und eine Zwiebel in feine Streifen und mische beides unter den fertigen Krautsalat. Dadurch bekommt er zusätzliche Frische, Farbe und Biss.
Mein Küchentipp
Strankerl und Krautsalat schmecken besser, wenn sie nicht eiskalt auf den Tisch kommen. Ich nehme sie ungefähr 20 bis 30 Minuten vor dem Essen aus dem Kühlschrank und koste sie noch einmal durch.
Falls nötig, kommen noch ein kleiner Schuss Essig, etwas Salz oder ein wenig Öl dazu.
Manche Salate brauchen eben keine besonderen Kunststücke. Nur gute Zutaten, eine ordentliche Marinade und ein bisserl Zeit. So einfach kann gutes Essen sein.
👨🍳 Bleib mir in der Küche treu 💚
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