Ein Tag, der anders begonnen hat
Heute war nicht so mein Tag, wie ich ihn mir vorgestellt habe.
Man sitzt in Valalta, schaut aufs Meer, hört die Möwen, riecht Pinien und denkt sich: So soll Urlaub sein. Und dann kommt eine Nachricht von zuhause. Dem Enkerl geht es schlecht, es ist im Krankenhaus.
Da ist der Urlaub auf einmal ganz weit weg. Sofort haben wir angefangen, abzubauen und alles für die Heimreise fertigzumachen. Im Kopf war nur mehr eines: heimfahren. Helfen. Dasein.
Doch dann kam Marko vorbei, die Seele von Valalta. Er brachte gerade einen Wohnwagen ins Depot und schaute auf einen Kaffee bei uns vorbei. Marko, wie er eben ist: ruhig, freundlich und mit beiden Füßen am Boden. Er sagte uns ganz klar, dass wir im Moment nichts tun können. Auch wenn wir sofort alles zusammenpacken und heimfahren würden.
Und genau das ist das Schwierige. Der Verstand weiß es. Aber das schlechte Gewissen bleibt trotzdem sitzen wie ein Gast, den man nicht eingeladen hat.
Wenn die Kinder Probleme haben
Wir haben Urlaub. Unsere Kinder haben Sorgen. Das fühlt sich nicht gut an.
Ein Anruf von zuhause hat dann die Sachlage geklärt. Wir können im Moment wirklich nicht helfen. Nicht durch Heimfahren, nicht durch hektisches Abbauen, nicht durch Panik. Nach reiflicher Überlegung haben wir beschlossen, den Urlaub fortzusetzen.
Nicht, weil es uns egal ist. Ganz im Gegenteil.
Sondern weil man manchmal akzeptieren muss, dass man nicht überall gleichzeitig sein kann. Auch ein Opa mit Kochlöffel, Airfryer und schlechtem Gewissen hat keine Superkräfte. Obwohl ich mir heute welche gewünscht hätte.
Valalta bleibt Valalta
Also haben wir tief durchgeatmet, sind noch schnell nach Rovinj einkaufen gefahren und haben die Essenszeit einfach auf den Nachmittag verlegt.
Gekocht wurde trotzdem. Vielleicht gerade deshalb.
Denn Kochen beruhigt. Schneiden, rühren, abschmecken – das bringt Ordnung in den Kopf. Und wenn dann noch ein frischer Branzino in den Airfryer kommt, dann weiß man wenigstens für eine halbe Stunde, was zu tun ist.
Heute gab es Branzino auf der Haut im Airfryer gebraten, dazu ein cremiges Risotto mit Wurzelgemüse, Zwiebel und Champignons. Aufgegossen wurde mit Hühnerbrühe, die noch vorrätig war. Dazu eine Schüssel knackiger Eissalat mit Apfelessig und Olivenöl.
Ein einfaches Essen. Aber genau richtig für so einen Tag.
Mit den Fischkarkassen habe ich eine Fischsuppe gekoct.
Zwischen schlechten und guten Nachrichten
Leider gab es heute auch noch eine traurige Nachricht aus der Umgebung. Ein Flugzeug ist bei Vrsar abgestürzt. Diese kleinen Maschinen hören wir hier fast jeden Tag, besonders am Abend, wenn sie über Valalta kreisen und man sein eigenes Wort kaum versteht.
So eine Meldung macht still.
Aber es gab auch gute Nachrichten: Das andere Enkerl hatte einen tollen Schulerfolg bei einer Schularbeit. Und plötzlich merkt man wieder: Das Leben serviert selten nur eine Speise. Meistens kommt alles auf einmal auf den Tisch – Sorge, Freude, Angst, Stolz und dazwischen ein Teller Risotto.
So ist das Leben.
Nicht immer gerecht. Nicht immer leicht. Aber immer voller kleiner Momente, für die man dankbar sein darf.

Rezept: Branzino aus dem Airfryer mit Wurzelgemüse-Risotto
Zutaten für 2 Personen
Für den Branzino
- 2 Branzino-Filets mit Haut
- Salz
- Pfeffer
- etwas Zitronensaft
- 1–2 EL Olivenöl
- nach Wunsch etwas Knoblauch oder Rosmarin
Für das Risotto
- 180 g Risottoreis
- 1 kleine Zwiebel
- 1 Karotte
- etwas Sellerie oder Petersilienwurzel
- 4–5 Champignons
- 1 EL Olivenöl oder Butter
- ca. 600 ml Hühnerbrühe, heiß
- ein Schuss Weißwein, wenn vorhanden
- Salz
- Pfeffer
- etwas Parmesan oder ein kleines Stück Butter zum Verfeinern
Für den Eissalat
- 1 kleiner Kopf Eissalat
- Apfelessig
- Olivenöl
- Salz
- Pfeffer
- eventuell eine Prise Zucker
Zubereitung
1. Gemüse vorbereiten
Zwiebel fein schneiden. Karotte, Sellerie oder Petersilienwurzel klein würfeln. Champignons blättrig schneiden.
In einem Topf Olivenöl oder Butter erhitzen und zuerst die Zwiebel glasig anschwitzen. Dann das Wurzelgemüse und die Champignons dazugeben und kurz mitrösten.
2. Risotto kochen
Den Risottoreis dazugeben und kurz mitrühren, bis er leicht glasig wird. Wer Weißwein hat, löscht mit einem kleinen Schuss ab.
Dann nach und nach heiße Hühnerbrühe zugießen. Immer wieder rühren und erst neue Flüssigkeit dazugeben, wenn der Reis die Brühe aufgenommen hat.
Das Risotto soll cremig sein, aber der Reis darf noch einen leichten Biss haben. Zum Schluss mit Salz und Pfeffer abschmecken und nach Wunsch mit etwas Parmesan oder Butter abrunden.
3. Branzino vorbereiten
Die Branzino-Filets trocken tupfen. Die Hautseite leicht einölen und mit Salz würzen. Die Fleischseite mit Salz, Pfeffer und ein paar Tropfen Zitronensaft würzen.
4. Branzino im Airfryer braten
Die Filets mit der Hautseite nach unten in den Airfryer legen.
Bei 180 °C etwa 7–10 Minuten garen, je nach Dicke der Filets. Der Fisch soll saftig bleiben und nicht trocken werden.
Mein Tipp aus der Campingküche: Lieber eine Minute früher nachschauen. Fisch verzeiht vieles, aber zu lange Hitze nimmt er einem übel.
5. Salat marinieren
Eissalat waschen, trocken schleudern und in mundgerechte Stücke schneiden.
Aus Apfelessig, Olivenöl, Salz, Pfeffer und eventuell einer kleinen Prise Zucker eine einfache Marinade rühren. Kurz vor dem Servieren über den Salat geben.
Anrichten
Das Wurzelgemüse-Risotto auf den Teller geben, den Branzino darauf oder daneben setzen und mit etwas Zitronensaft beträufeln.
Dazu den knackigen Eissalat servieren.
Ein einfaches, ehrliches Essen aus der Campingküche – aber mit Meer, Herz und ein bisschen Nachdenklichkeit am Teller.
Peters Küchentipp
Wenn du keine Hühnerbrühe hast, kannst du auch Gemüsebrühe verwenden. Mit Fischfond wird das Risotto natürlich noch feiner, aber in der Campingküche kocht man mit dem, was da ist. Und oft wird genau daraus das beste Essen.
Fazit
Heute war ein Tag mit schwerem Herzen und gutem Essen.
Es gab schlechte Nachrichten, aber auch gute. Sorge um ein Enkerl, Freude über den Schulerfolg vom anderen. Dazwischen Valalta, Marko auf einen Kaffee, ein Branzino im Airfryer und ein Risotto, das ein wenig Ruhe in den Tag gebracht hat.
So ist das Leben.
Manchmal salzig wie das Meer. Manchmal cremig wie ein gutes Risotto. Und manchmal braucht man einfach einen Teller warmes Essen, um wieder ein bisschen Boden unter den Füßen zu spüren.
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