
Vor Rovinj liegen derzeit einige Kreuzfahrtschiffe vor Anker. Keine riesigen schwimmenden Städte, aber auch diese „kleineren“ Schiffe bringen locker ein paar tausend Gäste mit. Und dann kannst du dir vorstellen, was im wunderschönen Stadtkern von Rovinj los ist.
Da wird aus dem romantischen Städtchen plötzlich ein internationaler Ameisenhaufen mit Fotoapparaten, Sonnenhüten und Preisen, die schneller steigen als ein Germteig im Sommer.
Ich sage es ehrlich: Genau deshalb gehe ich jetzt nicht ins Zentrum. Rovinj gehört für mich in Ruhe genossen. Am liebsten im Herbst, beim Weinfest, wenn noch die Einheimischen zu istrischen Bands tanzen, lachen und das Leben feiern. Da schmeckt mir Rovinj am besten.
Ich war selbst schon auf einigen Kreuzfahrten unterwegs. Es ist schon etwas Besonderes: Jeden Tag ein anderer Hafen, das Meer vor der Nase, das Buffet im Rücken und der Koffer bleibt brav in der Kabine. Aber ganz ehrlich: Wahrscheinlich werde ich keine Kreuzfahrt mehr machen. Mir ist das oft zu viel Lemming-Wanderung. Wenn ich an Land gehe, dann lieber auf eigene Faust – ohne Fähnchen, ohne Marschkolonne und ohne das Gefühl, dass gleich jemand „Gruppe 17 bitte hierher!“ ruft.
Aber kulinarisch hat mich das Thema Kreuzfahrt trotzdem wieder eingeholt.

Denn für meine Serie „PromiTopf – Leibspeisen von Stars & Sternchen“ bin ich ja journalistisch unterwegs. Ich frage prominente Menschen nach ihrer Leibspeise, nach Erinnerungen, nach Gerichten, die nicht nur satt machen, sondern auch etwas erzählen.
Und wer passt da besser als eine Dame, die viele aus dem Fernsehen als charmante Traumschiff-Direktorin kennen?
Barbara Wussow und ihr Lieblingsgericht
Ich durfte Barbara Wussow einmal persönlich kennenlernen. Eine liebenswürdige, herzliche und sehr sympathische Gesprächspartnerin. Und natürlich habe ich sie gefragt, was bei ihr daheim besonders gerne auf den Tisch kommt.
Ihre Antwort war wunderbar bodenständig:
Backhenderl mit Kartoffel-Vogerlsalat.
Da geht einem als Koch natürlich sofort das Herz auf. Kein Schäumchen, kein Türmchen, keine Pinzette am Teller – sondern ehrliche österreichische Küche. Knusprig, saftig, frisch und mit Erinnerungen verbunden.
Für Barbara ist dieses Gericht auch mit ihrer geliebten Großmutter Ida aus Guntersdorf in Niederösterreich verbunden. Und genau solche Geschichten liebe ich. Denn oft sind die besten Rezepte nicht die kompliziertesten, sondern jene, die nach Kindheit, Familie und Geborgenheit schmecken.
Also kommt heute bei mir im PromiTopf auf den Teller:

Rezept: Backhenderl mit Kartoffel-Vogerlsalat
Zutaten für 4 Personen
Für das Backhenderl
- 1 ganzes Hendl, ca. 1,2 kg, in 8 Teile zerlegt
- 2 Eier
- 150 g Mehl
- 150 g Semmelbrösel
- Salz
- Pfeffer
- ca. 1 Liter Öl zum Ausbacken
- Zitronenspalten zum Servieren
Für den Kartoffel-Vogerlsalat

- 600 g festkochende Kartoffeln
- 100 g Vogerlsalat
- 1 kleine rote Zwiebel, fein gehackt
- 3 EL Apfelessig
- 4 EL Sonnenblumenöl
- 1 TL Senf
- Salz
- Pfeffer
- 1 Prise Zucker
- etwas warme Suppe oder Wasser nach Bedarf
Zubereitung
1. Hendl vorbereiten
Das Hendl in 8 Stücke teilen. Wer es klassisch österreichisch mag, zieht die Haut ab. Dadurch haftet die Panier besser und das Backhenderl wird besonders fein.
Die Hendlstücke mit Salz und Pfeffer würzen.
Drei Teller vorbereiten:
Einen mit Mehl, einen mit verquirlten Eiern und einen mit Semmelbröseln.
Die Hendlstücke zuerst in Mehl wenden, dann durch das Ei ziehen und zuletzt in den Semmelbröseln panieren. Die Brösel gut andrücken, aber nicht festquetschen. Eine Panier ist wie ein guter Gast: Sie soll sich wohlfühlen, aber nicht erdrückt werden.
2. Backhenderl ausbacken
Das Öl in einem Topf oder einer tiefen Pfanne auf ca. 170 °C erhitzen.
Die Hendlstücke portionsweise einlegen und langsam goldbraun ausbacken. Je nach Größe brauchen sie etwa 12 bis 15 Minuten. Wichtig ist: Nicht zu heiß frittieren, sonst ist die Panier dunkel und das Fleisch innen noch nicht fertig.
Danach auf Küchenpapier abtropfen lassen.
Mein Tipp aus der Profiküche:
Das Backhenderl nach dem Ausbacken kurz offen rasten lassen, aber nicht zudecken. Sonst wird die schöne knusprige Panier weich – und das wäre schade um die ganze Herrlichkeit.
3. Kartoffel-Vogerlsalat zubereiten
Die Kartoffeln in der Schale kochen, noch warm schälen und in feine Scheiben schneiden.
Aus Apfelessig, Sonnenblumenöl, Senf, fein gehackter roter Zwiebel, Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker eine Marinade rühren. Wer möchte, gibt noch einen kleinen Schuss warme Suppe oder warmes Wasser dazu. Dadurch wird der Kartoffelsalat schön saftig.
Die Marinade über die warmen Kartoffeln gießen und vorsichtig vermengen. Den Salat kurz ziehen lassen.
Den Vogerlsalat erst kurz vor dem Servieren unterheben, damit er frisch und knackig bleibt.
4. Anrichten
Das knusprige Backhenderl mit Zitronenspalten auf einem Teller anrichten. Den Kartoffel-Vogerlsalat daneben servieren.
Und dann heißt es: Augen kurz schließen, hineinbeißen und genießen.
Knusprige Panier, saftiges Hendl, frischer Salat – da braucht es kein Kreuzfahrtschiff, kein Kapitänsdinner und kein Galabuffet. Manchmal reicht ein guter Teller österreichische Küche, und die Welt ist wieder in Ordnung.
Peters Küchengeheimnis
Für ein besonders gutes Backhenderl verwende ich gerne ein nicht zu großes Hendl. Die Stücke garen gleichmäßiger, bleiben saftig und die Panier wird schöner.
Und beim Kartoffelsalat gilt: Die Kartoffeln müssen noch warm mariniert werden. Kalte Kartoffeln nehmen die Marinade viel schlechter auf. Das ist wie bei manchen Menschen – wenn sie warm sind, nehmen sie mehr Gefühl auf.
Persönlicher Gruß
Liebe Barbara, dieses Rezept ist eine kleine kulinarische Hommage an Deine Großmutter Ida.
Solche Gerichte bewahren nicht nur Geschmack, sondern auch Erinnerungen. Und genau darum geht es mir in meiner Küche: Rezepte, Geschichten und Herzensgerichte weiterzugeben.
Danke für dieses schöne Lieblingsgericht im PromiTopf.
Frage an meine Leserinnen und Leser
Wie ist es bei euch?
Mögt ihr Backhenderl lieber klassisch mit Kartoffel-Vogerlsalat, mit Erdäpfelsalat oder doch mit Petersilienerdäpfeln?
Schreibt es mir gerne in die Kommentare – ich bin gespannt, wie bei euch daheim das Backhenderl auf den Tisch kommt.
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