Porto in Portugal

Francesinha aus Porto: Meine ehrliche Erinnerung ans Café Santiago

Porto, das Café Santiago und ein Sandwich, das es in sich hat: meine Erinnerung an die Francesinha.

✈️ Mittwoch – Weltreise am Teller
Rezepte und Geschichten aus fremden Ländern.

Weltreise

Vor ungefähr einem Jahr waren wir mit Freunden quer durch Portugal unterwegs. Nicht jeder Tag war ein Bilderbuchtag: Fieber und Krankheit, ein Zimmer ohne Fenster und Essen, an das wir uns erst gewöhnen mussten, gehörten auch dazu. Trotzdem überwogen die schönen Erlebnisse – und an manche Reisehöhepunkte denke ich noch heute gern zurück.

Eingang des Café Santiago in Porto

Ein kulinarischer Halt gehört für mich dazu, wenn man in Porto ist: das Café Santiago. Ich sage gern: Das ist ein bisschen so, als wäre man in Wien und würde keine Sachertorte im Hotel Sacher probieren. In Porto sollte man zumindest einmal eine Francesinha kosten.

Francesinha, Portos üppiges Sandwich mit Steak, Wurst und Käse
Francesinha im Café Santiago – ein üppiger Gruß aus Porto.

Serviert wurde mir das mächtige Sandwich mit Pommes. Für mich war das schlicht zu viel – weil die Augen größer sind als der Hunger. Meine Freunde und meine Frau konnten sich mit der portugiesischen Nationalspezialität überhaupt nicht anfreunden.

Aber bei Nationalgerichten ist das Geschmackssache: In Wien schmeckt schließlich auch nicht jedem ein Wiener Schnitzel. Die Francesinha muss also nicht allen gefallen. Für mich bleibt sie jedenfalls ein echtes Porto-Erlebnis – und eine Erinnerung an eine Reise, bei der trotz mancher Hürden die schönen Momente überwogen.

Das Café Santiago verwendet unter anderem Brot, Mortadella, frische Wurst, Linguiça, Rindfleisch, Schinken, Käse und Ei. Die berühmte Sauce hält das Haus geheim. Das folgende Rezept ist deshalb meine Hausvariante für zwei große Portionen, keine Kopie des geheimen Originals.

Francesinha mit pommes frites im Cafe Santiago in Porto

Francesinha à la Porto

Ein üppiges Sandwich aus Porto mit Steak, Wurst, Käse und würziger Biersauce. Hausvariante für zwei große Portionen.
Vorbereitungszeit 20 Minuten
Zubereitungszeit 25 Minuten
Gesamtzeit 45 Minuten
Portionen: 2 große Portionen

Zutaten
  

Zutaten für die Sandwiches
  • 4 Scheiben Toastbrot oder Weißbrot
  • 2 dünne Rindersteaks kurz gebraten, gewürzt
  • 2 Bratwürste längs halbiert
  • 2 Linguiça oder Chorizo in Scheiben
  • 2 Scheiben gekochter Schinken
  • 6–8 Scheiben Gouda oder Edamer
  • 2 Eier optional
  • Salz und Pfeffer
  • neutrales Öl zum Braten
  • Pommes frites zum Servieren
Für die Sauce
  • 1 kleine Zwiebel fein gehackt
  • 2 Knoblauchzehen fein gehackt
  • 1 EL Butter oder Öl
  • 1 EL Tomatenmark
  • 250 ml Bier
  • 150 ml Rindsuppe
  • 2 EL passierte Tomaten
  • 1 EL Portwein
  • 1 TL Senf
  • 1 kleines Lorbeerblatt
  • Chili oder Piri-Piri nach Geschmack
  • Salz und Pfeffer
  • 1 TL Maisstärke bei Bedarf, mit kaltem Wasser angerührt

Zubereitung
 

  1. Für die Sauce Zwiebel und Knoblauch in Butter oder Öl glasig anschwitzen. Tomatenmark kurz mitrösten. Bier, Rindsuppe, passierte Tomaten, Portwein und Senf einrühren, Lorbeerblatt zugeben und mit Chili, Salz und Pfeffer würzen. Etwa 20 Minuten sanft köcheln lassen.
  2. Das Lorbeerblatt entfernen und die Sauce fein pürieren. Ist sie zu dünn, Maisstärke mit etwas kaltem Wasser glatt rühren und die Sauce damit leicht binden. Sie soll noch gut über das Sandwich fließen.
  3. Steaks würzen. Bratwürste längs halbieren. Steaks, Bratwürste und Linguiça in wenig Öl in einer heißen Pfanne braten, bis alles gebräunt und gar ist.
  4. Das Brot toasten. Zwei Scheiben mit Schinken, Steak und Wurst belegen, mit den übrigen Scheiben abdecken. Wer mag, brät die Eier als Spiegelei.
  5. Die Sandwiches in eine ofenfeste Form setzen und mit Käse belegen. Bei 200 °C Ober-/Unterhitze überbacken, bis der Käse geschmolzen ist.
  6. Sandwiches auf tiefe Teller setzen, mit heißer Sauce übergießen und mit Pommes frites servieren.

Porto bleibt in Erinnerung

Eine Francesinha ist kein leichtes Essen – aber sie gehört zu Porto wie die Stadt selbst. Auch wenn sie nicht allen schmeckt und die Portion ganz schön groß ist: Einmal probieren sollte man sie. Und danach tut ein Spaziergang durch Porto bestimmt gut.

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