Was der Dalai Lama mit mir zu tun hat – und ein köstliches Rezept für tibetische Momos

Tibetische Momos und der Dalai Lama haben für mich eine ganz besondere Bedeutung. Meine persönliche Geschichte begann nicht in Tibet, sondern mitten in Kärnten – und führte über eine Internetdomain bis in meine Küche.

buddhist monk in devotion during ritual
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Heute erzähle ich euch, warum die Domain www.dalailama.at dabei eine ganz besondere Rolle spielte. Passend dazu gibt es ein Rezept für vegetarische tibetische Momos.

Der Dalai Lama zu Besuch in Kärnten

Im Mai 2012 besuchte der 14. Dalai Lama Österreich. Eine seiner Stationen war Kärnten, wo er unter anderem in Hüttenberg und Knappenberg zu Gast war. Dort segnete er den Bau des Tibetzentrums. In der Klagenfurter Messehalle hielt er außerdem Vorträge und sprach über Glück, Mitgefühl und ein friedliches Zusammenleben. Dalai Lama – Besuch in Klagenfurt

Auch ich war von ihm zu diesem besonderen Anlass eingeladen. Leider konnte ich damals nicht persönlich teilnehmen. Trotzdem verbindet mich eine Geschichte mit dem Dalai Lama, auf die ich bis heute ein wenig stolz bin.

Meine besondere Verbindung: die Domain dalailama.at

Viele Jahre lang war ich Besitzer der österreichischen Internetdomain www.dalailama.at.

Mir war bewusst, dass eine solche Adresse nicht irgendeine gewöhnliche Domain ist. Sie sollte nicht für Werbung oder geschäftliche Zwecke verwendet werden, sondern einen würdigen Platz erhalten.

Als ich erfuhr, dass der Dalai Lama nach Kärnten kommen würde, traf ich daher eine Entscheidung: Ich schenkte die Domain dem Internationalen Institut für Höhere Tibetische Studien, dem heutigen Tibetzentrum in Knappenberg.

Es war für mich eine große Ehre, die Adresse weitergeben zu dürfen. Tatsächlich wurde dalailama.at damals auch für Informationen rund um den Österreichbesuch verwendet. Heute kann ich unter dieser Adresse bedauerlicherweise keine funktionierende Internetseite mehr finden.

Trotzdem bleibt die Geschichte für mich etwas Besonderes. Schließlich schenkt man nicht jeden Tag eine Internetdomain an eine Einrichtung, die unter der Schirmherrschaft des Dalai Lama steht.

Von Kärnten nach Tibet – zumindest kulinarisch

Als Koch drängt sich bei mir natürlich schnell die Frage auf: Was wird eigentlich in Tibet gegessen?

Eines der bekanntesten Gerichte sind Momos. Dabei handelt es sich um gefüllte Teigtaschen, die gedämpft und meistens mit einer pikanten Sauce serviert werden.

Momos sind nicht nur in Tibet verbreitet, sondern auch in Nepal, Bhutan und in den nördlichen Regionen Indiens. Je nach Gegend und Familie unterscheiden sich Form und Füllung. Es gibt sie mit Fleisch, Gemüse oder Käse.

Meine Variante wird mit Weißkraut, Karotten, Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer gefüllt. Ein einfaches vegetarisches Gericht, das wunderbar zu den Gedanken von Achtsamkeit und bewusstem Genuss passt.

Tibetische Momos mit Gemüsefüllung

Zutaten für etwa 20 Momos

Für den Teig

  • 250 g Weizenmehl
  • etwa 125 ml lauwarmes Wasser
  • 1 Prise Salz

Für die Füllung

  • 200 g Weißkraut
  • 1 Karotte
  • 1 kleine Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 TL frisch geriebener Ingwer
  • 1 TL Sojasauce
  • 1 TL Sesamöl
  • Salz
  • frisch gemahlener Pfeffer
  • etwas gehackter Koriander nach Geschmack

Zubereitung

1. Den Momoteig kneten

Mehl und Salz in eine Schüssel geben. Das lauwarme Wasser nach und nach hinzufügen und alles zu einem glatten, elastischen Teig verkneten.

Je nach Mehl kann etwas mehr oder weniger Wasser notwendig sein. Der Teig soll geschmeidig sein, darf aber nicht kleben.

Anschließend zugedeckt etwa 30 Minuten ruhen lassen.

2. Die Gemüsefüllung zubereiten

Das Weißkraut sehr fein schneiden oder hacken. Die Karotte grob raspeln sowie Zwiebel und Knoblauch fein schneiden.

Sesamöl in einer Pfanne erhitzen. Zwiebel, Knoblauch und Ingwer darin kurz anschwitzen. Weißkraut und Karotte hinzufügen und einige Minuten braten.

Das Gemüse soll etwas zusammenfallen, aber noch einen leichten Biss behalten.

Mit Sojasauce, Salz und Pfeffer würzen. Wer Koriander mag, mischt zuletzt noch etwas davon unter. Die Füllung vollständig auskühlen lassen.

3. Momos formen

Den Teig zu einer Rolle formen und in ungefähr 20 gleich große Stücke teilen. Jedes Teigstück zu einer Kugel formen und auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche dünn und rund ausrollen.

Jeweils einen kleinen Löffel der Füllung in die Mitte setzen. Die Teigränder nach oben nehmen, rundherum in kleine Falten legen und gut zusammendrücken.

Falls die kunstvolle Falttechnik beim ersten Versuch nicht gleich gelingt, ist das kein Drama. Entscheidend ist, dass die Teigtaschen gut verschlossen sind. Auch in Tibet ist vermutlich noch kein Momo wegen einer kleinen Falte beleidigt gewesen.

4. Momos dämpfen

Einen Dämpfeinsatz oder Bambuskorb leicht einölen, damit die Teigtaschen nicht festkleben. Alternativ kann man den Boden mit gelochtem Backpapier oder einzelnen Krautblättern auslegen.

Die Momos mit etwas Abstand hineinsetzen und über kochendem Wasser etwa 10 bis 12 Minuten dämpfen. Währenddessen den Deckel möglichst geschlossen lassen.

Sobald der Teig weich und vollständig gegart ist, sind die Momos fertig.

Schnelle pikante Sauce zu den Momos

Zutaten

  • 3 EL Sojasauce
  • 1 EL Reisessig oder Zitronensaft
  • 1 TL Sesamöl
  • 1 kleine Knoblauchzehe, fein gerieben
  • etwas frischer Ingwer
  • Chili nach Geschmack
  • 1 Prise Zucker

Alle Zutaten miteinander verrühren und einige Minuten ziehen lassen. Wer es weniger scharf mag, verwendet die Chili einfach sparsamer.

Mein Fazit

Meine persönliche Verbindung zum Dalai Lama entstand nicht durch eine Begegnung, sondern durch die Weitergabe einer Internetdomain. Für mich war es damals selbstverständlich, dass dalailama.at an eine passende und würdige Stelle gelangen sollte.

Das Rezept für Momos erinnert mich daran, dass gutes Essen keine komplizierten Zutaten benötigt. Ein einfacher Teig, frisches Gemüse und ein wenig Zeit reichen aus, um ein köstliches Gericht auf den Tisch zu bringen.

Vielleicht liegt gerade darin eine kleine Lebensweisheit: Nicht immer ist das Aufwendigste auch das Wertvollste. Manchmal sind es die einfachen Dinge, die besonders lange in Erinnerung bleiben.

Bildnachweis: Kaustav Bhattacharyya auf Pixabay

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