Eine Pizzaparty im Garten ist bei uns die perfekte Gelegenheit, Familie und Freunde an einen Tisch zu bringen. Wir Kärntner leben kulinarisch auf einem besonders schönen Fleckerl Erde: Slowenien und Italien sind unsere Nachbarn, und das merkt man auch in unserer Küche. Kärntner Nudeln treffen auf Pasta, Polenta auf Sterz und Pizza auf eine ordentliche Portion Kärntner Gemütlichkeit.
Gerade die italienische Küche hat bei uns längst einen Fixplatz. Eine gute Pizza wird schließlich auch in Kärnten nicht vom Teller gestoßen. Schon gar nicht, wenn sie im eigenen Garten gebacken wird und sich jeder seine Pizza selbst belegen darf.
Im Sommer ist bei uns Partyzeit
Jetzt im Sommer herrscht in unserem Garten wieder einmal Ausnahmezustand. Da ich nur ungefähr einen Monat im Sommer im Lande bin und die restliche Zeit im FKK-Nacktparadies Valalta meine Zelte aufgeschlagen habe, müssen die wenigen Wochen daheim natürlich ordentlich genutzt werden.
Und wie nutzt man den Sommer am besten?
Natürlich mit Partys!
Bei uns stehen die Feiern derzeit praktisch Schlange. Wir müssen sogar richtige Partyzelte im Garten aufbauen, damit uns der Wettergott keinen Strich durch die Rechnung macht. Denn auf eines kann man sich beim Kärntner Sommer verlassen: Sobald der Griller heiß ist und die Gäste eintreffen, zieht irgendwo eine verdächtig dunkle Wolke auf.

Vor Kurzem waren wir bei lieben Freunden zu einer herrlichen Grillparty eingeladen. Auch in Valalta gab es Campingpartys am laufenden Band. Dort braucht es oft gar keinen besonderen Anlass. Einer stellt einen Tisch auf, der Nächste bringt Wein, ein anderer Brot und Käse – und plötzlich ist die halbe Nachbarschaft da.
So soll es sein.
Eine Sommer Party jagt die nächste
Am Donnerstag soll es angeblich nicht regnen. Meine Familie hat daher sofort eine Pizzaparty im Garten bestellt. Und wenn die Familie bestellt, muss der Opa natürlich liefern. Aber nur die Zutaten und den Teig. Pizza zubereiten muss jeder selbt.
Danach geht es munter weiter.
In den nächsten Wochen jagt bei uns ohnehin eine Feier die nächste: der 18. Geburtstag meiner Enkelin, eine große Party ihrer Freunde, eine rumänische Partynacht und Walters 80. Geburtstag. Zwischendurch sind wir sogar bei einer Captain’s BBQ Party am Wörthersee eingeladen – dort darf ich ausnahmsweise einmal nur essen und genießen. Ein ungewohntes Gefühl für einen Koch, aber ich werde mich bemühen.
Danach geht es für den restlichen Sommer wieder in unsere Zweitheimat Valalta ans Meer. Dort leben und feiern wir ganz selbstverständlich nackt mit vielen Gleichgesinnten – Naturismus, Meer und Lebensfreude gehören für uns einfach zusammen. Unsere Salzburger Freunde planen bereits eine Bosnaparty, andere bringen eine zünftige Bauernjause mit.Valalta ist unser Paradies auf Erden.
Unser zweites Zuhause: Valalta – dort, wo Naturismus, Meer und Lebensfreude ganz selbstverständlich zusammengehören.
Ein Leben ohne Party ist zwar möglich, aber bei mir völlig ausgeschlossen.




Pizzaparty im Garten
Eine Pizzaparty ist ideal, wenn mehrere Generationen zusammenkommen. Kinder mögen oft nur Schinken und Käse. Andere wollen Salami, Speck und Zwiebeln. Die nächste Fraktion verlangt Thunfisch, Oliven oder scharfe Pfefferoni. Vegetarier greifen zu Gemüse und Käse, und die ganz Mutigen legen sich vielleicht sogar Ananas auf die Pizza.
Darüber diskutieren wir jetzt lieber nicht.
Das Schöne an dieser Art von Feier ist: Jeder belegt seine Pizza selbst – ganz nach Lust und Laune. Der Gastgeber bereitet den Teig, die Tomatensauce und alle Zutaten vor. Danach dürfen die Gäste selbst kreativ werden.
So gibt es keine Beschwerden. Wer seine Pizza zu dick belegt, ist schließlich selbst schuld.

Rezept: Pizzateig für eine Gartenparty
Das Rezept reicht für ungefähr 10 kleinere Pizzen. Je nach Hunger und Größe der Gäste kann die Menge natürlich verdoppelt werden.
Zutaten für den Pizzateig
- 1 kg glattes Weizenmehl, Type 700 oder italienisches Tipo 00
- 650 ml lauwarmes Wasser
- 25 g frische Germ oder 1 Päckchen Trockengerm
- 25 g Salz
- 2 EL Olivenöl
- 1 TL Zucker
Zubereitung des Pizzateigs
Die Germ mit dem Zucker in einem Teil des lauwarmen Wassers auflösen. Einige Minuten stehen lassen, bis sich an der Oberfläche kleine Bläschen bilden.
Mehl in eine große Schüssel geben. Germwasser, restliches Wasser und Olivenöl hinzufügen und alles kurz vermischen. Erst danach das Salz dazugeben.
Den Teig ungefähr 10 Minuten kräftig kneten, bis er glatt, weich und elastisch ist. Er darf ruhig ein wenig klebrig sein. Zu viel zusätzliches Mehl macht den Teig später nur trocken und hart.
Den Teig abdecken und bei Zimmertemperatur ungefähr 1 bis 2 Stunden gehen lassen, bis sich sein Volumen deutlich vergrößert hat.
Anschließend den Teig in zehn Stücke teilen und zu runden Kugeln schleifen. Die Teiglinge auf ein bemehltes Blech oder in verschließbare Behälter legen, abdecken und nochmals mindestens 30 bis 60 Minuten entspannen lassen.
Noch besser wird der Teig, wenn er bereits am Vortag vorbereitet wird. Dafür nur ungefähr 10 Gramm frische Germ verwenden und den Teig über Nacht zugedeckt im Kühlschrank gehen lassen. Etwa zwei Stunden vor der Party aus dem Kühlschrank nehmen.
Einfache Tomatensauce für Pizza
Zutaten
- 2 Dosen geschälte oder gehackte Paradeiser
- 2 EL Tomatenmark
- 2 Knoblauchzehen
- 2 EL Olivenöl
- 1 TL Oregano
- einige Blätter Basilikum
- Salz
- Pfeffer
- 1 kleine Prise Zucker
Zubereitung
Die Paradeiser mit Tomatenmark, Knoblauch, Olivenöl und den Gewürzen fein pürieren oder mit den Händen zerdrücken.
Die Sauce muss nicht unbedingt gekocht werden. Eine gute Pizza-Tomatensauce darf frisch schmecken. Wichtig ist nur, dass sie nicht zu flüssig ist. Sonst wird der Pizzaboden weich und lässt sich nur mehr mit Messer, Gabel und viel Geduld essen.
Zutaten für die Pizza-Bar
Käse: Mozzarella, Bergkäse, Parmesan, Gorgonzola
Fleisch und Fisch: Schinken, Salami, Speck, Prosciutto, Salsiccia, Thunfisch
Gemüse: Champignons, Paprika, Zwiebeln, Mais, Oliven, Artischocken, Zucchini, Paradeiser, Pfefferoni
Nach dem Backen: Rucola, Basilikum, Parmesan, Chiliöl und Knoblauchöl
So belegt jeder seine Pizza richtig
Die Teigkugel vorsichtig mit den Fingern flach drücken und von innen nach außen formen. Den Rand dabei nicht ganz flach drücken, damit er beim Backen schön aufgeht.
Nur wenig Tomatensauce auf dem Teig verteilen. Danach Käse und die gewünschten Zutaten darauflegen.
Weniger ist bei Pizza meistens mehr. Wer den gesamten Belagstisch auf eine einzige Pizza lädt, bekommt keine Pizza, sondern einen überladenen Gemüsetransporter mit Käse.
Frischen Rucola, Prosciutto, Basilikum und Parmesan gibt man am besten erst nach dem Backen auf die Pizza.
Pizza im Backofen backen
Den Backofen mit Pizzastein oder Backstahl mindestens 30 bis 45 Minuten auf höchster Stufe vorheizen.
Je nach Ofen wird die Pizza bei 250 bis 300 Grad ungefähr 5 bis 9 Minuten gebacken. Ohne Pizzastein kann ein umgedrehtes Backblech mit aufgeheizt werden.
Pizza am Grill backen
Ein Gas- oder Holzkohlegrill mit Deckel eignet sich ebenfalls hervorragend. Pizzastein einsetzen und den Grill auf ungefähr 300 Grad oder mehr vorheizen.
Die Pizza auf den heißen Stein schieben, Deckel schließen und ungefähr 4 bis 7 Minuten backen. Zwischendurch kontrollieren und bei Bedarf drehen.
Dabei sollte immer nur eine Person für das Backen zuständig sein. Sonst stehen plötzlich fünf Pizzabäcker vor dem Grill und jeder weiß es besser. Das endet meistens damit, dass die Pizza schwarz ist und keiner schuld war.
Mein Tipp für eine entspannte Pizzaparty
Den Teig, die Sauce und alle Zutaten rechtzeitig vorbereiten. Jede Schüssel beschriften und mehrere Holzbretter oder Teller für die fertig belegten Pizzen bereitstellen.
Auch Backpapier kann hilfreich sein, besonders wenn Kinder ihre Pizza selbst formen. Das Papier nach den ersten Minuten unter der Pizza herausziehen, damit der Boden knusprig wird.
Außerdem sollte man nicht alle zehn Pizzen gleichzeitig belegen. Sonst werden die ersten Teigfladen weich, während die letzten noch auf den Ofen warten.
Am besten wird laufend belegt, gebacken, geteilt und gemeinsam gegessen. So kann jeder mehrere Sorten kosten und niemand sitzt allein vor einer riesigen Pizza.
Fazit
Eine Pizzaparty im Garten ist unkompliziert, gesellig und für die ganze Familie geeignet. Jeder belegt seine Pizza selbst, niemand muss etwas essen, das ihm nicht schmeckt, und der Gastgeber steht nicht den ganzen Abend allein in der Küche.
Gut, ganz stimmt das nicht.
Einer muss natürlich trotzdem den Teig machen, die Zutaten schneiden, den Ofen aufheizen, die Pizzen backen und anschließend das Chaos beseitigen.
Aber solange die Familie zufrieden ist, die Gäste lachen und ein kühles Getränk bereitsteht, macht man es doch gerne.
Denn ein Leben ohne Party ist möglich.
Aber bei mir sicher nicht.
👨🍳 Bleib mir in der Küche treu 💚
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