Trüber Tag am Meer – perfekt zum Schreiben und Kochen
Schweinemedaillons mit Champignonrahmsauce passen perfekt zu einem trüben Tag am Meer. Heute ist es hier etwas bedeckt – nicht kalt, nicht grauslich, aber eben kein klassischer Badetag. Solche Tage sind ideal für eine Wanderung, eine kleine Radtour, ein gutes Buch oder – so wie bei mir – zum Blogschreiben.
Ich habe meine journalistische Ader ja schon vor längerer Zeit entdeckt. Nicht, weil ich damit reich werden will. Ich schreibe zum Spaß. Und ich schreibe nicht für Geld, auch wenn mir das schon öfter angeboten wurde.
Aber genau da beginnt für mich der Punkt: Ich möchte beim Schreiben ich selbst bleiben. Ich will nicht von Werbung, Versprechen oder irgendwelchen schönen Angeboten gelenkt werden. Ich schreibe nach meiner Art. Manchen passt das, manchen nicht. Aber so bin ich unabhängig – und das werde ich auch bleiben.

Ich schreibe, was ich mir denke. Und ich schreibe die Wahrheit. Das ist für manche nicht immer angenehm. Aber ein Koch, der nur Zucker draufstreut, obwohl Salz fehlt, ist auch kein ehrlicher Koch.
Heute hatte ich also Zeit. Zeit zum Denken, Zeit zum Schreiben und Zeit für ein köstliches Essen am Nachmittag zur Siestazeit: zarte Schweinemedaillons mit Champignonrahmsauce und Nudeln. Dazu gab es einen frischen Salat von Feldgurken mit Dill.
Eingekauft habe ich beim Lidl in Rovinj. Dort bekommt man istrianische Produkte zu einem fairen Preis. Die Champignons waren topfrisch, die Creme legere passte perfekt für die Sauce, und die Petersilie habe ich direkt vor meinem Wohnwagen aus dem Blumentopf geerntet. Frischer geht es nur, wenn die Petersilie freiwillig in die Pfanne springt.
Die Nudeln saugen die Sauce wunderbar auf. Genau dafür sind sie da. Eine gute Rahmsauce braucht etwas, das sie auffängt. Sonst bleibt das Beste ja am Teller liegen – und das wäre fast schon eine kleine kulinarische Sünde.
Verfeinert habe ich die Sauce mit einem Spritzer Limette. Diese kleine Säure macht die Champignonrahmsauce frischer und leichter. Gerade im Sommer ist das angenehm, weil man ja nicht gleich nach dem Essen in den kulinarischen Winterschlaf fallen will.

Rezept: Schweinemedaillons mit Champignonrahmsauce und Nudeln
Zutaten für 2 Personen
Für die Schweinemedaillons:
- 400 g Schweinsfilet
- Salz
- Pfeffer
- etwas Öl oder Butterschmalz zum Anbraten
Für die Champignonrahmsauce:
- 250 g frische Champignons
- 1 kleine Zwiebel
- 1 Knoblauchzehe, nach Geschmack
- 1 EL Öl oder Butter
- 150 ml Suppe oder Wasser
- 150 g Creme legere
- 1 Spritzer Limettensaft
- frische Petersilie
- Salz
- Pfeffer
Dazu:
- 200 g Nudeln
- etwas Salz fürs Kochwasser
Zubereitung
Das Schweinsfilet in schöne Medaillons schneiden. Nicht zu dünn, sonst werden sie trocken. Ein Schweinemedaillon soll noch etwas Würde haben und nicht aussehen wie eine platt gedrückte Briefmarke.
Die Medaillons mit Salz und Pfeffer würzen und in einer heißen Pfanne mit etwas Öl oder Butterschmalz auf beiden Seiten kräftig anbraten. Danach herausnehmen und kurz rasten lassen.
Die Champignons putzen und in Scheiben schneiden. Die Zwiebel fein schneiden, den Knoblauch ebenfalls klein hacken.
In derselben Pfanne die Zwiebel anschwitzen. Dann die Champignons dazugeben und gut anrösten. Wichtig: Die Champignons sollen braten und nicht im eigenen Wasser baden. Also lieber etwas Geduld haben und die Pfanne nicht zu voll machen.
Mit Suppe oder etwas Wasser aufgießen und kurz einkochen lassen. Dann die Creme legere einrühren. Die Sauce mit Salz, Pfeffer und einem Spritzer Limettensaft abschmecken.
Zum Schluss die Schweinemedaillons wieder in die Sauce legen und nur mehr sanft ziehen lassen. Nicht mehr wild kochen, sonst wird das Fleisch trocken. Frische Petersilie darüberstreuen.
Die Nudeln in Salzwasser bissfest kochen, abseihen und mit der Sauce servieren.

Gurkensalat mit Dill
Gurken liebe ich besonders im Sommer. Vor allem die aromatischen Feldgurken haben einen Geschmack, den man bei den glatten Supermarktgurken oft suchen muss wie einen freien Parkplatz in Rovinj im Hochsommer.
Für den Salat habe ich die Gurken geschält, entkernt und fein geschnitten. Dann leicht gesalzen und etwas stehen gelassen, damit sie Wasser ziehen. Normalerweise mache ich gerne Rahmgurken, aber heute passte ein frischer Gurkensalat besser.
Zutaten
- 2 Feldgurken
- Salz
- Apfelessig
- Olivenöl
- frischer Dill
- Pfeffer nach Geschmack
Zubereitung
Die Gurken schälen, längs halbieren und die Kerne mit einem Löffel herauskratzen. Danach fein schneiden oder hobeln.
Leicht salzen und etwa 15 Minuten ziehen lassen. Dann das entstandene Wasser abgießen.
Mit Apfelessig, Olivenöl, frischem Dill und etwas Pfeffer marinieren. Kurz durchziehen lassen und frisch servieren.
Mein Fazit
Das war heute ein richtig feines Siesta-Essen. Zarte Schweinemedaillons, eine cremige Champignonrahmsauce, Nudeln, die alles brav aufsaugen, und dazu ein frischer Gurkensalat mit Dill. Mehr braucht es nicht.
Am Abend gibt es vielleicht noch eine klare Fischsuppe mit Gemüse und kleinen Hörnchen als Betthupferl, falls der Hunger noch einmal anklopft. Die Suppe habe ich schon vor ein paar Tagen aus Fischkarkassen gekocht und immer im Kühlschrank vorrätig. Ein kleiner Magenschmeichler, wie ich ihn liebe.

Durch Ozempic kann ich derzeit nur mehr kleine Appetithappen essen. Und ganz ehrlich: Das ist gut so. Gut für die Figur und vor allem gut für die Gesundheit. Man lernt wieder, bewusster zu essen. Nicht riesige Portionen, sondern kleine, gute Teller. Qualität statt Völlerei.
Und wenn der Teller dann noch so schmeckt wie heute, dann ist auch ein trüber Tag am Meer ein schöner Tag.
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