gefüllte Paprika

Gefüllte Paprika mit Paradeissauce – Familienessen auf Valalta wie früher


rohe Paprika

Gefüllte Paprika auf Valalta – wenn für Mutti und Co groß aufgekocht wird

In Valalta am Nacktbadestrand hat sich über die Jahre eine schöne Tradition eingebürgert. Wenn meine Eltern da sind, meine Schwester mit ihrem Mann – also mein lieber Schwager – dann wird einmal richtig groß aufgekocht. Keine Kosten und Mühen werden gescheut. Für Mutti und Co gibt es nur das Beste. So gehört sich das.

In der Campingküche

Einmal im Frühsommer und einmal zu Saisonende in FKK Valalta gibt es eine Köstlichkeit, die wirklich jedem schmeckt: gefüllte Paprika mit Paradeissauce und cremigem Erdäpfelpüree. Für jeden zwei Stück – und wer besonders hungrig schaut, bekommt auch drei. Es war noch nie zu wenig. Bei uns gilt: Lieber bleibt ein Paprika übrig als ein Schwager hungrig. Das wäre ja fast ein familiärer Zwischenfall.

close up of yellow peppers
gelbe Paprika vom Marktstand aus Rovinj

Heute war ich in Rovinj einkaufen. Erntefrische Gelbe Paprika, schöne reife Tomaten für die Sauce, mehlige Erdäpfel und viel Butter und etwas Milch für das Püree. Schon beim Heimfahren habe ich gewusst: Das wird heute kein gewöhnliches Abendessen. Das wird ein Familienessen mit Geschichte.

Das Rezept stammt von meinem Lehrherrn, dem damaligen Souschef und jahrzehntelangen legendären Küchenchef des Parkhotels Pörtschach: meinem Onkel Günter Stelzl.
Danke, lieber Onkel Günter, für dieses Rezept und die Bilder. Solche Gerichte bleiben nicht nur im Kochbuch, sondern im Herzen.


Rezept: Gefüllte Paprika mit Paradeissauce und cremigem Erdäpfelpüree

Zutaten für 6 Personen

Für die gefüllten Paprika

  • 12 kleine gelbe Paprika, wenn möglich Kroatische
  • 30 g Butter
  • 1 große Zwiebel, fein gewürfelt
  • 3 frische Knoblauchzehen, fein gehackt
  • 750 g gemischtes Faschiertes, Rind und Schwein
  • 3 EL Senf
  • 1 ½ EL getrockneter Majoran
  • 3 EL Olivenöl
  • Salz
  • Pfeffer
  • 120 g Langkornreis, halb gekocht

Für die Paradeissauce

  • 75 g Butter
  • 1 ½ EL Olivenöl
  • 1 große Zwiebel, fein geschnitten
  • 6 reife Tomaten, gehackt
  • 1 große Dose geschälte Tomaten oder 2 kleine Dosen, zum Beispiel Mutti
  • ca. 375 ml Rindsuppe oder Suppe aus Suppenwürfel
  • 1 ½ EL Mehl oder etwas Maizena zum Binden, falls nötig
  • 3 EL Zucker
  • 1 ½ TL Salz
  • Pfeffer nach Geschmack

Für das cremige Erdäpfelpüree

  • ca. 1,5 kg mehlige Erdäpfel
  • 80–100 g Butter
  • ca. 250–300 ml Milch, warm
  • Salz
  • Muskatnuss, frisch gerieben, wenn vorhanden

Zubereitung

1. Paprika vorbereiten

Die gelben Paprika waschen. Den Strunk vorsichtig abschneiden, die Paprika aushöhlen und die Kerne entfernen. Die Strünke aufheben, sie kommen später wieder als kleine Deckel auf die gefüllten Paprika.

2. Reis vorkochen

Den Langkornreis in Salzwasser vorgaren. Er soll nicht völlig zerkocht sein, sondern noch ein wenig Biss haben. Danach abseihen und auskühlen lassen.

3. Fülle herstellen

Die Zwiebel in Butter und etwas Olivenöl glasig anschwitzen. Den Knoblauch kurz mitrösten, aber nicht braun werden lassen.

Das Faschierte in eine große Schüssel geben. Angeschwitzte Zwiebel, Knoblauch, Senf, Majoran, Olivenöl, Salz und Pfeffer dazugeben. Den gekochten Reis untermischen und alles gut vermengen.

Jetzt kommt der wichtigste Kochschritt: abschmecken. Die Fülle darf ruhig kräftig gewürzt sein, denn Paprika und Sauce nehmen später viel Geschmack auf.

4. Paprika füllen

Die Paprika mit der Fleisch-Reis-Masse füllen. Nicht zu fest stopfen, denn die Fülle dehnt sich beim Kochen noch etwas aus. Danach die Strünke wieder als Deckel aufsetzen.

Die gefüllten Paprika in einen großen Topf oder Bräter schichten.

5. Paradeissauce kochen

Für die Sauce Butter und Olivenöl erhitzen. Die Zwiebel darin langsam anschwitzen. Die gehackten frischen Tomaten und die Dosentomaten dazugeben und kurz mitdünsten.

Mit Rindsuppe aufgießen, Salz und Zucker dazugeben und alles gut aufkochen lassen. Danach die Sauce mit dem Stabmixer fein pürieren.

Die Paradeissauce über die gefüllten Paprika gießen. Die Paprika sollen schön in der Sauce liegen, aber nicht wild herumtanzen wie beim Frühschoppen nach dem dritten Bier.

6. Langsam köcheln lassen

Den Topf zudecken und die gefüllten Paprika bei kleiner Hitze etwa 45 Minuten sanft köcheln lassen. Zwischendurch den Topf vorsichtig rütteln, damit nichts anbrennt.

Wenn die Sauce zu dünn ist, mit etwas Mehl oder Maizena binden. Danach nochmals abschmecken. Die Sauce soll fruchtig, leicht süßlich und rund sein – so, wie eine gute Paradeissauce eben sein muss.

7. Erdäpfelpüree zubereiten

Die Erdäpfel schälen, in Stücke schneiden und in Salzwasser weich kochen. Abseihen und kurz ausdampfen lassen.

Die Erdäpfel durch eine Presse drücken oder fein stampfen. Butter dazugeben und mit warmer Milch cremig rühren. Mit Salz und etwas Muskatnuss abschmecken.

Wichtig: Das Püree nicht mit dem Stabmixer bearbeiten, sonst wird es klebrig. Ein gutes Erdäpfelpüree braucht Liebe, Butter und ein bisserl Geduld.


Serviervorschlag

Pro Person zwei gefüllte Paprika mit reichlich Paradeissauce und einem großen Löffel cremigem Erdäpfelpüree servieren. Wer noch Hunger hat, bekommt natürlich Nachschlag. Bei uns auf Valalta wird nicht gezählt, sondern geschöpft.

Dazu passt ein Glas Rotwein, ein kühles Bier oder einfach ein Mineralwasser, wenn man danach noch eine Runde Richtung Meer spazieren möchte.


Mein Fazit

Gefüllte Paprika sind für mich eines dieser Gerichte, bei denen man sofort merkt: Das ist mehr als nur Essen. Das ist Familie, Erinnerung und ehrliche Küche.

Auf Valalta schmeckt dieses Gericht gleich noch einmal besser. Vielleicht liegt es an der Meeresluft, vielleicht an der Familie am Tisch, vielleicht aber auch daran, dass die Paprika in Rovinj gekauft wurden und der Koch besonders gut aufgelegt war.

Danke nochmals an meinen Onkel Günter für dieses wunderbare Rezept aus der großen Küche des Parkhotels Pörtschach. Solche Rezepte muss man bewahren, weitergeben und vor allem: kochen.


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